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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Vor 150 Jahren starb Julius Mosen

06.10.2017

Oldenburg Julius Mosen – ein nach ihm benannter Platz, die Statue, das Grab, vieles erinnert in Oldenburg an den Dichter und Schriftsteller, der vor 150 Jahren am 10. Oktober 1867 starb. Zum Gedenken an Mosen wird es nun zwei Veranstaltungen geben, die das Staatstheater Oldenburg, die Landesbibliothek Oldenburg und die Oldenburgische Landschaft in Kooperation durchführen.

Mosen hatte in Jena Jurisprudenz studiert, unternahm 1825/26 eine Italienreise und schloss sein Studium 1828 ab. Ab 1822 schrieb er Gedichte, veröffentlichte mit dem Buch „Der Kongress von Verona“ einen politischen Roman. Nach Oldenburg verschlug es ihn 1844, wo er als Dramaturg am großherzoglichen Hoftheater arbeitete, in dem 1842/43 sein Drama „Der Sohn des Fürsten“ aufgeführt worden war.

„Julius Mosen war ein Glücksfall für Oldenburg und sein aufstrebendes Theater“, betont Christian Firmbach, Generalintendant des Oldenburgischen Staatstheaters. Der Dichter und Dramaturg Julius Mosen prägte nicht nur in den 1840er-Jahren nachhaltig die Dramaturgie des Oldenburgischen Hoftheaters: Als er am 10. Oktober 1867 in seiner Villa in der Ofener Straße starb, zählte er zu den bekanntesten Dichtern Deutschlands, dessen Gedichte auch Robert Schumann vertonte.

„Die Gartenlaube – Illustriertes Familienblatt“ widmete in ihrem Jahrgang von 1865 Mosen einen Bericht. U. Schwartz schrieb darin: „Freundlich hinter hohen Akazien, Flieder und üppig wucherndem Roth- und Weißdorn versteckt, wo nur ungetrübtes Glück zu wohnen scheint, liegt hart an der lebhaften Straße von Oldenburg nach Ostfriesland Mosens Haus. So gastlich und einladend dasselbe dem Wanderer erscheint, so herzlich wird dieser auch daselbst willkommen geheißen, ...“ Doch das Idyll trügt. Eine heimtückische, sehr schmerzvolle Erkrankung zwang Mosen aufs Krankenlager. „Unfähig sich zu bewegen oder sich laut zu äußern, kann er unseren Gruß nur durch Aufschlagen und einen freundlichen Blick seines glänzenden Auges erwidern.“ Gepflegt wird er von seiner Ehefrau Minna. Sie liest ihm auch aus neuesten Tageszeitungen und literarischen Journalen vor. Schwartz schreibt weiter: „Einmal in der Woche, Donnerstag Abend, versammelt der Kranke einen Kreis seiner treuen Freunde um sich. Es ist die ,Donnerstag-Gesellschaft, welche oft auch in der Presse rühmliche Erwähnung gefunden hat. Gewählte Lektüre oder geistvolle Gespräche bilden hier den Gegenstand der Unterhaltung, an welcher der Kranke leider nur noch selten und dann bloß mit kurzen Worten theilnehmen kann. Daß er aber mit ganzer Seele dabei ist, beweist sein geistvoll blitzendes Auge.“ Mosen muss mehr als 20 Jahre lang Qualen gelitten haben, bevor ihn der Tod von seinen Schmerzen erlöste. Er ließ sich abends um 9 Uhr ins Bett tragen, ohne auf seinem Lager erholsamen Schlaf zu finden, heißt es in der „Gartenlaube“. Das im klassizistischen Stil errichtete Haus an der Ofener Straße 6 wurde übrigens Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen. Um 1892 herum entstand an seiner Stelle ein Neubau in historisierendem Stil.

Der Dichter, Literat und Dramaturg hatte aber nicht nur Freunde. Einst schrieb er ein Gedicht für Cäcilie, Gemahlin von Großherzog Paul Friedrich August von Oldenburg, das Ludwig Starklof schwer kritisierte. Starklof war von 1832 bis 1842 Gründer und erster Leiter des Großherzoglichen Theaters in Oldenburg und fühlte sich wohl übergangen.

„Mosen als Pionier des modernen Theaters hat Oldenburg zu einem kulturellen, literarischen und theatralischen Zentrum im Nordwesten geformt“, so Landschaftspräsident Thomas Kossendey.

Am Dienstag, 10. Oktober, ab 19 Uhr liest der Schauspieler Matthias Kleinert in der Landesbibliothek Oldenburg Informatives zu seinem Wirken in Oldenburg, geschrieben von Prof. Dr. Rüdiger Bernhardt, dem Autor der aktuellen Mosen-Biografie. Außerdem werden ausgewählte Gedichte des Dramaturgen vorgetragen. Anschließend wird zu einem kleinen Sektempfang geladen, bei dem die Biografien Mosens erworben werden können.

Am Montag, 27. November, findet ab 20 Uhr im Kleinen Haus des Staatstheaters ein musikalisch-literarischer Abend unter dem Motto „Heimat in der Ferne“ statt. Es stehen Liedvertonungen von Mosen-Texten sowie ausgewählte Schriften und Gedichte auf dem Programm. Kossendey und Firmbach wollen zudem am 10. Oktober am Grab Julius Mosens, das sich in der Nähe des Mausoleums auf dem Gertrudenkirchhof befindet, zum Gedenken um 11 Uhr einen Kranz niederlegen.

Julius Mosen kann quasi als Erfinder der Dramaturgie bezeichnet werden, unterstreicht Firmbach die Bedeutung des Dichters und Literaten. Selbst die Bremer hätten neidisch nach Oldenburg geschaut und die Residenzstadt an der Hunte ehrfurchtsvoll als neues Weimar bezeichnete.

Thomas Husmann Redakteur / Redaktion Oldenburg
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