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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

So werden Tiere für Ewigkeit präpariert

19.11.2019

Oldenburg Ein kleiner Igel. Ein junges Zwergkaninchen. Ein Iltis. Eine Auffangstation für wilde Tiere? Im weitesten Sinne, ja. Es ist die Werkstatt des Oldenburger Landesmuseums für Natur und Mensch. Genauer gesagt, die Präparatoren-Werkstatt für Tiere und Pflanzen. Hierher kommen lediglich verunfallte oder auf natürliche Weise gestorbene Tiere und werden für die Ewigkeit präpariert.

Sandra Fünfstück (29) ist eine von zwei Präparatoren des hiesigen Museums. Heute, am Sonntagmorgen, zeigt sie einer kleinen Gruppe ihren täglichen Arbeitsplatz, den Museumsbesucher sonst nicht zu sehen bekommen.

Zwei große Holzschränke zeigen allerlei Material, das zum Präparieren nötig ist. Unter anderem Kästen mit Nägeln, eine Waage, Einmalhandschuhe, Mundschutzmasken, grobe und feine Holzwolle, Sägen, Drähte, Farbflaschen, Pinsel, Bindfäden, Dosen mit der Aufschrift Natriumcitrat-Dihydrat.

Auf zwei Schreibtischen und einer Werkbank sind etliche Tiere zu sehen. Verschiedene Vögel, Eichhörnchen und ein Frosch. „Es gibt unterschiedliche Verfahren ein Tier zu präparieren, ich zeige euch eine davon“, erzählt Fünfstück.

Die einzelnen Schritte eines Präparationsprozesses zeigt Fünfstück mit Fotos, die zunächst einen toten Dachs zeigen. „Kann jemand kein Blut sehen? Aber keine Angst, wir metzeln nicht und richten kein Blutbad an.“

Zunächst werden Körper und Fell voneinander getrennt. Die Körperteile werden mit Gips nachgebildet; Kopf, Korpus und Extremitäten separat. Alles, was nicht verwertet werden kann, geht zu einem Abdecker und wird dort verbrannt. Das abgezogene Tierfell wird mit einer Dünnschneidemaschine entfleischt. Fleisch, Fett- und Sehnenrest werden entfernt. Anschließend wird das Fell gegerbt. In einer Trommel wird dem Fell eine Art Sägemehl zugesetzt, was Feuchtigkeit und Fettreste entzieht. So werde das Fell weich, erklärt die Präparatorin.

Das auf links gedrehte Fell wird strumpfartig auf den nachgeformten Körper gezogen und zugenäht. Die Augen bestehen meist aus Glas oder Acryl. „So ein Präparat kann bis zu 300 Jahre halten“, sagt Fünfstück. Die Besucher sind sichtlich beeindruckt, besonders die Kinder. Jedes Präparat erhält ein Etikett, einen Ausweis sozusagen: Fundort- und Datum, Art des Tieres, Körpermaße und Eigenschaften. Überdies sind all diese Informationen in einer museumsinternen Datenbank gespeichert. Überwiegend werden die Präparate für eigene Ausstellungen genutzt, jedoch können diese an andere Museen, Lehrkräfte oder Wissenschaftler verliehen werden. „Das Wort ,ausstopfen’ hören wir nicht gerne, es wird unserem Beruf nicht gerecht und klingt abwertend“, sagt Fünfstück. Präparatoren seien vielmehr Biologen, Chemiker, Handwerker und Künstler zugleich.


Mehr Infos unter   www.naturundmensch.de 
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