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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Der (fast) unbekannte Woodstock-Veteran

14.10.2019

Oldenburg Der Jazzclub Alluvium feiert derzeit sein 60-jähriges Bestehen. Und das legendäre Popfestival in Woodstock ist bereits 50 Jahre her. Zwei Jubiläen, die sogar einen Schnittpunkt aufweisen: Seit Sonnabend, in der Oldenburger Zeughausstraße.

Hier, im Souterrain des Gebäudes, wo jahrzehntelang das Alluvium residierte und nun die studentische „Kubar“ beheimatet ist, kam es zum kulturell denkwürdigen Ereignis: Miller Anderson, ein Veteran des Open-Air-Festivals von 1969, bat auf Einladung von privaten Enthusiasten zur ganz persönlichen Woodstock-Gala.

Miller wer? Nun, der inzwischen 74 Jahre alte Schotte ist zwar in der Bluesrock-Szene eine große Nummer, ansonsten aber eher unbekannt. Was an zwei Dingen liegen mag: 1. war Anderson in Woodstock kein Solist, sondern Gitarrist der Keef Hartley Band. Und 2. verlangte die Gruppe eine Gage fürs Mitwirken in dem Kinofilm. Das wurde abgelehnt, und den Ruhm heimsten andere ein. Keef Hartley blieb ein Geheimtipp.

Von dieser und anderen Begebenheiten erzählt Anderson bei Konzerten stets mit typisch schottischem Humor – in der „Kubar“ tat er dies sogar als Vorleser: Mit dem Autor Uli Twelker hat er eine Biografie verfasst, die er nun stolz präsentierte.

Dann folgte das von rund 120 Galagästen sehnlich erwartete Konzert der Extraklasse im Geiste von Woodstock – zumindest vor der Pause. Gleich zum Start kredenzte Anderson seine Bluesrock-Großwerke „Sinnin’ for you“ und „Leavin’ trunk“, was die Stimmung rasch hoch trieb. Und die während des knapp dreistündigen Konzerts hoch blieb. Da störte selbst manch überlange Soloeinlage nicht. Grund: Miller Anderson und seine Mitstreiter können es! Andersons Gitarre war klar und scharf, sein 60er-Jahre-Bluesrock ist schlicht zeitlos. Kongenialer Nebenmann ist seit langem Frank Tischer an den Orgeln. Keinen Deut schlechter sind die sanft vorantreibenden Janni Schmidt am Bass und Tommy Fischer (Schlagzeug).

Der nostalgische Woodstock-Trip endete nach der Pause, nun zeigte Anderson andere Seiten seines Könnens u.a. mit einem denkwürdigen „High tide and high water“. Zudem erinnerte er an den jüngst verstorbenen Kollegen Ginger Baker mit dem Blues-standard „Spoonful“ sowie an seine eigenen Wurzeln mit dem angejazzten Chuck-Berry-Klassiker „Route 66“.

Während die Uhr auf Mitternacht zuging, verlor der Oldenburger Regen seine Lust am Tröpfeln. Und auch für Miller Anderson war Feierabend. Die Fans dankten ihm mit langem Applaus für eine selige Erinnerung an das Festival vor 50 Jahren.

Klaus Fricke
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