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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Große Kunst in St. Lamberti

02.10.2018

Oldenburg „Es gibt wohl kaum eine größere Vokalkunst als Bachs Motetten“ – wer so die Rückseite eines Programms mit Bachs doppelchörigen Motetten in der St. Lamberti-Kirche beginnen lässt, ist dem Werk des großen Meisters verfallen.

Kirchenmusikdirektor Tobias Götting hatte sich im Vorfeld des Konzerts am Sonntag nicht nur akribisch Mühe gegeben, drei der sechs Motetten von Johann Sebastian Bach mit der dreißigköpfigen Kapella St. Lamberti einzustudieren, er hatte sich auch zur „Verpackung“ der Chorwerke Gedanken gemacht. Zwischen den drei Motetten platzierte er Choralbearbeitungen für die Orgel von Bach, die sehr gut zu den Motetten passten und durch eher einfache Stimmenführung und ruhigere Tempi Programm auflockerten und der Kapella eine Verschnaufpause gönnten.

Die beiden ersten Motetten komponierte Bach für Beisetzungsfeierlichkeiten. „Der Geist hilft unser Schwachheit auf“ BWV 226 und „Komm, Jesu, komm“ BWV 229 sind textlich und musikalisch eher schwere Kost und so etwas wie Prüfsteine chorischer Gesangskunst. Die ganz spezifische Handschrift von Tobias Götting überzeugte auf ganzer Linie. Nicht allein durch die überragende Wiedergabe durch den Chor, sondern auch und gerade durch kleine aber nicht unwichtige Details.

Den Streit um A-Cappella-Darbietung oder instrumentale Begleitung entschied Götting zugunsten einer reinen Basso continuo-Begleitung von Violone (Niklas Sprenger) und Orgel-Positiv (Karl-Ernst Went). Die Wirkung der Einzelstimmen verstärkte er durch eine gemischte Aufstellung der Kapella.

Hinzu kam das von Götting gewohnt eindringliche und präzise Dirigat. Die Gesamtwirkung in der voll besetzten Kirche gab dieser Herangehensweise recht: Stimmliche Brillanz, Textverständlichkeit und technisch einwandfreies Intonieren lenkten das Ohr zum Ausdruck vertieften und verinnerlichten Sprechens der Seele mit Gott, transportiert über unsterbliche Tonfolgen und Harmonien, die ihresgleichen suchen. Ein Spitzenwerk der Musikgeschichte fand in Oldenburg eine überaus stimmige und überzeugende Wiedergabe.

Die das Konzert abschließende Motette „Singet dem Herrn ein neues Lied“ BWV 225 mit echter Doppelchörigkeit – sogar die Texte sind über weite Strecken verschieden – gipfelte all diese chorischen Tugenden zu einer großartigen Gesamtleistung noch einmal auf.

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