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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Kontrabass darf auch mal die erste Geige spielen

17.09.2018

Oldenburg Der Kontrabass ist das große Streichinstrument am rechten Rand des Sinfonieorchesters: So oder ähnlich mögen viele Musikfreunde assoziieren, wenn sie auf den Brummbär der Streicher-Familie angesprochen werden. Dabei gab es einen Komponisten von mittlerem Rang, der hat tatsächlich vieles für Kontrabass geschrieben. Giovanni Bottesini, den die Musikgeschichte ansonsten vor allem als den Dirigenten der Uraufführung von Verdis „Aida“ in Kairo kennt, ist jedem Kontrabassisten als erste Quelle für schöne Stücke bekannt.

Eines der Paradestücke aus Bottesinis Werk ist das Gran Quintetto c-Moll op. 99, das im Rahmen des 1. Kammerkonzerts der Saison im Staatstheater eine rundum schöne und hörenswerte Wiederbelebung erfuhr. Normalerweise erwartet man bei einem Streichquartett plus einem fünften Instrument, hier der Kontrabass, dass die erste Geige die erste Geige spielt. Bottesini lässt seinem Kontrabass die sprichwörtliche Luft zum Atmen: Besonders im melodisch-getragenen Adagio fällt es auf, wie oft Bottesini den eher schwerfälligen Kontrabass das kantable Motiv spielen lässt, das danach vom Streichquartett aufgenommen und wiederholt wird.

Nicht nur in der italienischen Spätestromantik gab es Kontrabass-Spieler, die für ihr Instrument komponierten. Ralf Santo, Kontrabassist beim hiesigen Staatsorchester, komponierte vor etwa zwanzig Jahren ein Werk für Horn und Streichquintett, das er nach einem Familienausflug an die Nordsee und einem selbst verfertigtem Gemälde, das auf der Bühne zu sehen war, „An einem Sonntag an der See“ nannte. Die Uraufführung vor heimischem Auditorium muss als gelungen bezeichnet werden.

Stand die erste Hälfte des Konzerts ganz im Zeichen des Kontrabasses, so kam das Quintett für Horn und Streichquartett c-Moll op. 85 von York Bowen ohne Kontrabass aus. Das aufgeführte Quintett ließ schwelgerische und genießerische Passagen mit drängend-expressiven abwechseln: immer bunt, immer frisch, immer Aufmerksamkeit heischend, dazu noch formal interessant, denn es erinnerte eher an ein dreisätziges Kammerkonzert für Horn solo und Streichorchester als an vergeistigte Kammermusik. Dafür passte es dann aber umso besser in die sonnige Spätsommeratmosphäre in der Mittagszeit.

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