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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Orgelmusik für Violinen-Konzert interpretiert

07.05.2019

Oldenburg – Im Oldenburger Schloss gibt es keine Orgel. Die berühmte d-Moll Toccata mit Fuge von Johann Sebastian Bach war am Sonntagabend aber dennoch dort zu hören, und zwar in einer Fassung für Violine solo. Wer den voluminösen Orgelklang nicht vermisste, konnte in dem hervorragend gestalteten Violinspiel von Martyna Pastuszka den jungen Bach wiederfinden, wie er sich frei fantasierend auf dem Melodieinstrument in Richtung einer ungeahnten Mehrstimmigkeit bewegte. Schon das schlichte Fugenthema und manche Spielfigur mit den Repetitionstönen auf den leeren Saiten zeigten die Nähe des Werkes zum Streichinstrument.

Passend in gleicher Tonart interpretierte Pavel Serbin auf seinem Barockcello Bachs zweite Solosuite. Die höfischen Tanzsätze bekamen durch sein ausgezeichnetes Spiel eine selten zu hörende Ausdrucksvielfalt. Auch er verwendete eine fein abgestimmte Agogik, mit welcher er den verschiedenen, gleichlaufenden Stimmen einen großen Entfaltungsspielraum gab. Die genau passend gewählten Tempi erinnerten an die imaginären Tanzgesten von Allemande, Courante, Sarabande und Gigue.

Der Cellist hatte für das Ensemble „Altera pars“ verschiedene Werke Bachs arrangiert, welche ein neues Licht auf manch Bekanntes warfen. So gab es ein h-Moll Solokonzert für Traversflöte und Streicher und das „Italienische Konzert“, allerdings um einen Ganzton höher transponiert. Den Verlust des ursprünglichen Charakters der Originaltonart machten die sieben Solisten durch ihre souveräne Spielfreude und eine zupackende Tempowahl mehr als wett. Der konzertante Charakter kam im Wechselspiel der unterschiedlichen Instrumente schön zur Geltung.

Bei der G-Dur Triosonate war eine „Violino discordato“ zu erleben. Durch die beiden tiefer gestimmten oberen Saiten erklang dieses Instrument weniger obertonreich, was sich sehr gut mit dem weichen Klang der von Polina Gorshkova geschmeidig gespielten Traversflöte verband.

Im „Affetuoso“-Mittelsatz des fünften Brandenburgischen Konzertes korrespondierten beide Instrumente in feiner kammermusikalischer Abstimmung mit dem solistisch agierenden Cembalo (Stanislav Gres). Das Konzertinstrument des Oldenburger Cembalobauers Dietrich Hein kam in der Solokadenz und weiteren Passagen prächtig zur Geltung.

Bach selber hatte viele Kompositionen auf die momentane und gerade passende Gelegenheit hin eingerichtet. Dabei spielten die zur Verfügung stehenden Musiker und die Möglichkeiten der jeweiligen Instrumente eine entscheidende Rolle. In solch einer Tradition stehend hat das Ensemble „Altera pars“ mit diesem Konzert einen adäquaten und überaus anregenden Beitrag geleistet.

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