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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Wo Kinder die heimlichen Stars sind

18.02.2019

Oldenburg Selten hören die Wände und Türen im Kulturzentrum PFL wohl soviel fröhliches Lachen, kindliche Ausgelassenheit und Lebensfreude – auch bei Erwachsenen – als während des Oldenburger Kindermusikfestivals. Drei Tage lang war der Veranstaltungsraum im PFL mehr als voll.

Unter dem Motto „Überflieger“ waren alle Kinder ab vier Jahren eingeladen. Wie selbstverständlich gingen die Kleinen schnurstracks vor die Bühne und setzten sich auf den Boden. Ab und zu kam dann mal eins zurück und wollte sich kurz auf dem Schoß von Mama oder Papa ausruhen.

Zauberhafte Lieder

Mit ungewöhnlicher Besetzung, hohem musikalischem Können und im wahrsten Sinne des Wortes zauberhaften Liedern haben Toni Geiling und das Wolkenorchester die Gedanken der Zuschauer fliegen lassen. Mit der zwölfjährigen Sarah Hübers kam eine Überfliegerin, die schon in der Vorgruppe vor einem Nena-Auftritt gesungen hat. Die Blindfische ließen nicht nur Drachen steigen, sondern flogen gleich mit dem ganzen Saal zum Mond. Und die Rappelkiste und der Kinderchor der Musikschule Oldenburg übten beflügelt Lieder von Toni Geiling ein. Mit ihm wurden auch mittels des „Wolkensaugers“ und der Mithilfe der Kinder die Regenwolken aufgesogen und auf den Vorort von Oldenburg der „kleinen Stadt Brimen? Brumen? Nein, Bremen“ niedergewalzt oder zur Nordsee geschoben. Aus dem Kinderpublikum wurde auch der Wildenloh als mögliches Ziel der untergehenden Wolken empfohlen. Beim Lied von Wichtelmann ging es darum, dass der „nur alles umräumt und nicht ein“. „Alles durcheinander – muss das sein?“, ging als Refrain pausenlos durch den Raum. Bei dem Berglied, begleitet mit der Maultrommel von Toni Geiling war die Fläche vor der Bühne fast zu klein, um ungehemmt tanzen zu können. Uwe Wallerstein und sein Sohn Joschua (6) waren nun schon das dritte Mal dabei und wieder beide begeistert. „Ich habe ordentlich mitgetanzt“, erzählte der Kleine. Joschua spielt zu Hause gern auf seiner Bongo-Trommel.

Toni Geiling gefallen die Kinder als Publikum. „Sie sind offen, sie sind direkt. Man kann ihnen nichts vormachen und sie sind wach“, so der Sänger und Gitarrenvirtuose. „Ein schönes Festival“, ergänzt er noch.

Mit passender Kopfbedeckung fliegen die Blindfische zum Mond. Küchensieb, Motorradhelm und ein undefinierbarer Hut sollen vor herumfliegenden Asteroiden, Meteoriten und Zwergplaneten schützen. Gegen die Auswirkungen der Schwerelosigkeit müssen sich natürlich alle anschnallen. Und während sie auf der Milchstraße spazieren, muss jemand „zum Klo“. Aber eigentlich auch nicht, denn er hat ja seine Boy-Pampers an. Der Trubel auf der Bühne überträgt sich schnell auf das Publikum. Und, soweit es die Bestuhlung zulässt, machen die Eltern ordentlich mit. Der Flohwalzer wird von den Blindfischen in ganz neuer Form vorgetragen. Er – der Floh – sitzt im Hemd und beißt in den Po. Die Kinder nehmen das Thema auf und hüpfen wie die Flöhe durch den Saal. Die Erwachsenen kratzen sich plötzlich überall.

„Musik für die Kinder zu machen, bringt viel Spaß“, meint Markus Rohde von den Blindfischen. Er möchte nicht nur die Kinder unterhalten, sondern sie auch animieren, selbst etwas zu tun. Sarah Hübers, die junge Sängerin aus Bocholt, hatte eine Mission: Sie möchte die Kids vom exzessiven Computerspiel abbringen. „Mach‘ Dich davon frei“, rät sie den jungen Zuhörerinnen und Zuhörern. „Ich will Rockstar werden“, mit diesem Song machte sie ihre Ambitionen für die Zukunft deutlich. Nun, sie hat noch Zeit, sie ist erst zwölf Jahre alt. Der Kinderchor der Stadt Oldenburg gab in Zusammenarbeit mit der Rappelkiste karibische Klänge über die Kokosnuss zum Besten und brillierte mit viel „action“ auf der Bühne. Unterstützt von den Blindfischen.

Blindfische Organisator

Wie jedes Jahr laden die Blindfische mit der Musikschule Oldenburg die besten Kinderliedermacher Deutschlands zu dem Festival ein – ermöglicht durch die Unterstützung von OLB Stiftung und EWE Stiftung. Durch die Unterstützung des Lions Club Willa-Thorade Oldenburg konnten erneut unter anderem auch wieder Flüchtlingskinder eingeladen werden. „Blindfisch“ Rolf Weinert sagt: „Nach wie vor hat das Kindermusikfestival zum Ziel, qualitativ hochwertige Kultur für Kinder und Familien zu günstigen Eintrittspreisen für möglichst viele Menschen erlebbar zu machen.“ Das ist den Veranstaltern gelungen, zum 18. Mal. Doch von Erwachsenwerden kann keine Rede sein. Stattdessen prägten kindliche Verspieltheit, Begeisterungsfähigkeit und Neugierde das Programm.


Mehr Fotos unter   www.nwzonline.de/fotos/oldenburg 
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