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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Hollywood-Star ist Symbolfigur für viele Menschen

16.09.2017

Frage: Sie wurden beim Internationalen Filmfest mit dem German Independent Honorary Award ausgezeichnet. Welche Bedeutung hat der Preis?
Lou Diamond Phillips: Ich nehme ihn mit Stolz und Dankbarkeit an – und hoffe, dass er noch nicht auf das Lebenswerk abzielt (lacht).
Frage: Sie sind ein Hollywood-Star, waren für den Golden Globe nominiert und haben am New Yorker Broadway die Hauptrolle in „The King and I“ gespielt. Wo ordnen Sie den im beschaulichen Oldenburg verliehenen Preis ein?

zur Person

Lou Diamond Phillips (55) ist Schauspieler, Regisseur, Autor und Filmproduzent. Er ist in dritter Ehe mit der Deutschen Yvonne verheiratet und hat mit ihr eine Tochter.

Seine größten Erfolge feierte er aus kommerzieller Sicht gleich zu Beginn seiner Karriere mit „La Bamba“ (1987), „Stand and Deliver“ (1988) und „Young Guns“ (1988).

An der Seite von Antonio Banderas und Juliette Binoche spielte er in „69 Tage Hoffnung“ (2015) mit, einem Film über die spektakuläre Rettung chilenischer Bergleute 2010.

Phillips: Ich muss vorwegschicken: Meine Frau Yvonne ist Deutsche, deshalb habe ich eine besondere Beziehung zu Deutschland. Ich war zum ersten Mal 1988 zur Premiere von „La Bamba“ hier und habe mich in das Land verliebt. Und der 1992 veröffentlichte Film „Schatten des Wolfes“ wurde hauptsächlich mit Geld aus Deutschland finanziert, was nur wenige wissen. Noch wichtiger ist mir die künstlerische Beziehung.
Frage: Was meinen Sie?
Phillips: Die meisten meiner Independent-Filme wurden mit der Unterstützung aus Deutschland ermöglicht. In diesem Genre kann ich mich auf meine Fans verlassen. Das habe ich bemerkt und weiß es sehr zu schätzen.
Frage: Wenn Sie auf Ihre Karriere schauen mit den großen Erfolgen als junger Held in „La Bamba“, „Young Guns“ und „Stand and Deliver“ zu Beginn und dem reifen Schauspieler in der Rolle des Stiefvaters in „Quest“ – was lag dazwischen?
Phillips: Wow, eine große Frage. Ich habe mich hoffentlich gar nicht so sehr verändert. Ich glaube eher, dass sich das Filmgeschäft komplett verändert hat. Und nicht zum Vorteil, wenn ich ehrlich bin.
Frage: Was ist geschehen?
Phillips: Ich habe aus allem gelernt – aus Fehlern und Erfolgen. Jetzt fällt es mir leichter zu unterscheiden, was das Beste für mich und meine Familie ist. Ich glaube, dass meine Filmrollen in den vergangenen fünf Jahren meine wertvollsten waren.
Frage: Woran machen Sie das fest?
Phillips: Ein Beispiel: Es braucht viel Mut und Reife, die Rolle des gewalttätigen Stiefvaters in „Quest“ zu übernehmen. Man muss sich sicher sein, dass man so etwas aushält. Natürlich habe ich in jeder Rolle versucht, möglichst besonders zu sein. Aber nichts im Leben hat mich so geformt wie meine Rollen.
Frage: Haben Sie vom frühen Ruhm profitiert – oder hat er Ihnen eher geschadet?
Phillips: Geschadet nicht, sonst wäre ich nicht hier. Aber ich hatte schon lange daran zu knabbern, dass nach „La Bamba“ in meinem Leben nichts mehr war wie vorher.
Frage: Was heißt das?
Phillips: Nach „La Bamba“ gab es nichts für mich außer Arbeit. Inzwischen kann ich es mir leisten, zu entscheiden, wie ich mein Leben verbringen möchte: mit meiner Frau, mit meinen vier Töchtern. Ich gehe inzwischen gelassener mit vielen Dingen um. Dafür hat sich das Filmgeschäft dramatisch gewandelt.
Frage: Zum Beispiel?
Phillips: Neue Formate wie Reality-TV, Streaming-Dienste, Abspielplattformen wie Netflix, unabhängig von Kino und Fernsehen – das konnte sich niemand vorstellen. Und Stars werden heute über Youtube und Facebook gemacht. Und sie erhalten viel Geld dafür, dass sie von einer Million Menschen gesehen werden.
Frage: Sie haben philippinische, japanische, spanische und indianische Vorfahren und leben in den USA. Was bedeutet es für Sie, dass der Präsident Trump heißt?
Phillips: Ich stehe durch meine Herkunft und Rollen als Symbol für so viele Ethnien. Schon deshalb muss ich mich erheben gegen Mauern, Grenzen und Restriktionen.
Frage: Was sind Ihre nächsten Pläne?
Phillips: Am Montag werden wir Oldenburg verlassen und den Onkel meiner Frau in Mayen bei Koblenz besuchen. Wir werden unseren Besuch in Deutschland also noch ein bisschen verlängern.
Oliver Schulz
Redakteur
Politikredaktion
Tel:
0441 9988 2094

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