• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Ehrenamtliches Engagement macht die Stadt bunt

24.04.2018

Oldenburg Ehrenamt kennt kein Alter: Natürlich gibt es viele ältere Menschen, die nicht mehr im Berufsleben stehen und daher mehr Zeit haben, sich zu engagieren. Doch auch Oldenburger, die nebenbei arbeiten oder sich sogar erst in der Ausbildung befinden, investieren ihre Freizeit, um anderen zu helfen. Das beweist die Auswahl der Nominierten auf dieser Seite.

Lina Sophie Kahl zum Beispiel ist erst 21 Jahre alt. Die Studentin verbringt die Stunden zwischen den Vorlesungen nicht gemütlich auf dem Sofa, sondern engagiert sich bei der Tafel, in der Trauerarbeit und für Flüchtlinge. Ihren Weg ins Ehrenamt hat sie auf eine sehr moderne Weise gefunden, nämlich über ein spezielles Vermittlungsprojekt.

Am anderen Ende des Altersspektrums steht die 82-jährige Schwester Innocentia Pieters. Ihren Beruf in der Gemeinde St. Marien hat sie aus Altersgründen bereits aufgegeben, ihre Berufung endete damit aber noch lange nicht. Sie nimmt sich die Zeit, um als Seelsorgerin anderen Menschen zuzuhören und ihnen die Aufmerksamkeit zu schenken, die jeder verdient.

Jeder der Nominierten hat einen anderen Wege ins Ehrenamt genommen: Gisela Mehrens zum Beispiel sprang ein, als ihre Selbsthilfegruppe eine neue Leitung brauchte, Detmar Damke wurde beim VfL Oldenburg vom Aktiven auch zum Organisator. Und Ilka Luckenbach suchte eigentlich nur eine Wohnung, fand in ihrer neuen Nachbarschaft aber zugleich ein Projekt, für das sie sich begeistern konnte.

Wie sie auch zu ihren Aufgaben kamen, alle verdienen für ihr Engagement Respekt und Anerkennung. Daher sind sie zu Recht nominiert für den Ehrenamts-Preis, den NWZ und Volksbank auch in diesem Jahr wieder vergeben.

Hier finden Sie unsere Multimedia-Serie „Ehrensache“, die Menschen und ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten in der Region vorstellt.

Gefeiert werden alle Nominierten bei einer großen Feier im Schlosssaal, die am 7. Juni stattfinden wird. Dann wird auch offiziell bekanntgegeben, wer künftig die Titel „Oldenburgerin des Jahres“ und „Oldenburger des Jahres“ tragen darf. Wer ausgezeichnet wird, darüber können alle Leser der NWZ mit entscheiden. Wer sich beteiligen möchte, muss einfach nur online seine beiden Favoriten auswählen. Jeder, der bei der Abstimmung mitmacht, kann selbst etwas gewinnen. Unter allen Teilnehmern verlosen wir drei Mal 100 Euro.

Die Teilnahme ist hier möglich.

Detmar Damke: Organisator mit Ausdauer

Detmar Damke feiet 2018 seine 50-jährige Mitgliedschaft in der Leichtathletik-Abteilung des VfL Oldenburg. Seit 1981 ist er im Vorstand und zudem fester Bestandteil des Organisationsteams des ältesten Straßenlaufes Niedersachsens, der im März zum 48. Mal stattfand. Der 63-Jährige ist wichtiger Mitorganisator aller VfL-Veranstaltungen, wie dem Schülerhallensportfest, der Staffelläufe und verschiedener Meisterschaften. Vor allem kümmert er sich um die Anmeldungen. Vor der Einführung der Computer hat Damke tausende Urkunden mit der Schreibmaschine getippt. Seit knapp 50 Jahre ist er auch als Athlet aktiv. Unter anderem ist er seit 1985 bei allen Straßenläufen der Region auf der Strecke.

Gisela Mehrens: Hält die Gruppe zusammen

Als die Leiterin der Selbsthilfegruppe der chronisch Schmerzkranken vor zehn Jahren starb, sprang Gisela Mehrens ein, um die Fortbestand zu sichern. Die 63-Jährige ist selbst seit der Gründung vor 14 Jahren dabei, „denn diese Treffen haben mir ganz viel gebracht“. Familie und Freunde wollen es irgendwann einfach nicht mehr hören, dass jemand Schmerzen hat. Unter Menschen mit gleichem Leiden fällt es daher leichter, darüber zu sprechen, sich gegenseitig Mut zu machen und Erfahrungen auszutauschen. Zweimal im Monat trifft man sich bei der Bekos. Regelmäßig werden Ärzte und Psychologen eingeladen, um sich neue Informationen über Möglichkeiten der Heilung oder zumindest Linderung zu holen.

Erwin Müller: Besuche gegen die Einsamkeit

Seit rund elf Jahren betreut Erwin Müller im Besuchsdienst des Vereins Evasenio eine inzwischen 93-Jährige Dame. Die Frau ist allein und erblindet, daher liest der 77-Jährige ihr aus der Zeitung vor, berichtet, was in der vergangenen Wochen in der Stadt passiert ist und macht mit ihr hin und wieder kleine Ausflüge. Weiterhin ist Müller seit zwei Jahren Ansprechpartner für eine siebenköpfige Familie aus dem Irak, die nach Deutschland geflohen ist. Wenn es um Behördengänge oder den Kita-Platz für die Tochter ging, war er hilfreich zur Stelle.

Schwester Innocentia Pieters: Hat Zeit zum Zuhören

Als frühere Leiterin des Kindergartens St. Marien und Pastoralreferentin ist Schwester Innocentia Pieters ein bekanntes Gesicht in der Gemeinde. Diese Vertrauen nutzt sie, um den Menschen zuzuhören, die das Gefühl haben, mit sonst niemandem reden zu können. Seit 2006 ist die 82-Jährige ehrenamtlich im Seelsorge-Team tätig und kümmert sich vor allem um die Belange von Frauen und Senioren. Neben den Gesprächen organisiert sie Seniorennachmittage, sorgt für Begegnungen nach Gottesdiensten und engagiert sich hin und wieder im Beerdigungsdienst.

Thomas Sieverding: Hält die Fäden in der Hand

Als Mitte der 90er-Jahre der Verein zur Organisation des Christopher-Street-Day (CSD) Nordwest gegründet wurde, war Thomas Sieverding bereits dabei. Wenn bei der Demonstration für die Interessen von Schwulen und Lesben im Hintergrund etwas zu organisieren ist, dann hat der 50-Jährige mit Hilfe seines Teams mit Sicherheit seine Finger im Spiel. Wie kommen die Absperrgitter auf den Schlossplatz und welche Künstler treten beim Kulturfest auf – all dass muss bedacht werden. Zudem ist Sieverding einer der Mitbegründer der „Nacht der kleinen Künste“ im Rahmenprogramm des CSD. Seit inzwischen 20 Jahren wird dabei ein buntes Programm präsentiert. Bekannte Namen wie Klaas Heufer-Umlauf und „Simon & Jan“ fanden hier ihr erstes Publikum.

Lina Sophie Kahl: Vom Seminar zum Ehrenamt

Über das Projekt „Service Learning“, bei dem Studenten ans Ehrenamt herangeführt werden und dafür Seminarpunkte erhalten, hat sich Lina Sophie Kahl für das freiwillige Engagement begeistern lassen. Zunächst war sie in der Kleiderkammer einer Flüchtlingsunterkunft dabei. Ein Semester danach ging es für die 21-Jährige zur Oldenburger Tafel. Einmal in der Wochen sortiert sie in der Frühschicht die eingegangenen Lebensmittel. Inzwischen ist bei der Studentin genau der Fall eingetreten, für den Projekt „Service Learning“ angelegt wurde: Obwohl das begleitende Seminar vorbei ist, ist Kahl der Tafel erhalten geblieben. Zudem ist sie für das Trauerportal da-sein.de aktiv und versucht, über den Verein „Start with a friend“, Kontakte zwischen Zuwanderern und Einheimischen herzustellen.

Stefan Völker: Bringt alle auf den Stand der Technik

Wer heutzutage an der Gesellschaft teilhaben will, kommt an moderner Technik kaum vorbei. Das kann für die ältere Generation zum Problem werden. Gut, dass es Stefan Völker gibt. Der 67-Jährige hat sich selbst in den Umgang mit Computern eingearbeitet und gibt dieses Wissen seit mehr als zehn Jahren bei Kursen im Inforum weiter. „Von einem Älteren, für Ältere“, wie er selbst sagt. Dabei arbeitet er angepasst an das Lerntempo der Teilnehmer. Beliebt sind auch seine virtuellen Stadtspaziergänge, die er in Seniorenheimen für Menschen präsentiert, die nicht mehr so mobil sind.

Ilka Luckenbach: Für das Globe-Kino gekämpft

ie suchte im vergangenen Jahr eine Wohnung auf dem Gelände der ehemaligen Donnerschwee-Kaserne. Sie fand auch eine. Aber nicht nur die. Ilka Luckenbach fand auch eine „energetische Mischung von Menschen“, die sich vorgenommen hatte, das alte Globe-Kino zu retten. Dieser Initiative schloss sich die 36-Jährige an. Mit ihrem Einsatz in der Arbeitsgruppe Marketing hatte sie großen Anteil daran, das Thema in der Stadt bekannt zu machen und damit das Geld für den Kauf des historischen Gebäudes zusammen zu bekommen.

Patrick Buck
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2114

Weitere Nachrichten:

VfL Oldenburg | Volksbank | CSD Nordwest

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.