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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Oldenburger Koch Bei „the Taste“: Seine Freundin lässt ihn im Fernsehen schmoren

11.10.2017

Oldenburg Männer ganz schnell zum Kochen bringen? Oh, das können Frauen allemal. Auch Schmoren lassen. Oder abschrecken. Binden sowieso. Dressieren – aber ja! Und mal ehrlich: So schlecht scheint das alles ja tatsächlich auch gar nicht zu sein. Thomas Kloppenborg zumindest hätte sich möglicherweise nie, nie, nie auf ein so öffentlichkeitswirksames Unterfangen mit Blamage-Risiko wie „The Taste“ eingelassen. Weil ihn aber seine Freundin (sic!) so klammheimlich wie überzeugt beim erfolgreichen Koch-TV-Format angemeldet hat, muss er da nun durch.

Thomas ist 41 und lebt in Oldenburg. Der gute Mann weiß ein Omelett von einem gekochten Ei durchaus zu unterscheiden – und das nicht nur optisch. Eine punktgenaue Minutenangabe für den perfekten Dotter vermag er aber nicht zu benennen: „Ich lege das Ei in den Topf, drehe den Herd auf, warte, bis das Wasser kocht, dann stelle ich den Herd ab und hole das Ei nach Gefühl wieder raus“, sagt er, „meine Freundin sagt oft, dass sie es genauso haben wollte. Aber vielleicht will Rebecca da nur nett sein ...“

Nicht aus dem Lehrbuch

Auf so viel Nettigkeit wird der einst gelernte Bauzeichner bei Cornelia, Alexander, Frank und Roland kaum hoffen können. Das sind jene vier Profiköche, die wahrscheinlich im Zwischengrad- und Sekundenbereich ihre Eier perfektionieren. Auf den Punkt. Immer gleich. Und wenn dann ein Kandidat daher kommt und sagt: „Ich will beweisen, dass man zum Kochen keine klassische Ausbildung braucht, sondern dass Kochen etwas mit Leidenschaft, Emotionen und Herzblut zu tun hat“ – na, dann ist die Vorfreude in der Jury ganz bestimmt besonders groß ...

„Ach, das war etwas anders gemeint“, sagt Thomas da auf NWZ-Nachfrage mit einem deutlichen Lächeln in der Stimme, „Genuss kann man nicht im Lehrbuch nachlesen – aber wäre ich Koch geworden, hätte natürlich auch eine klassische Ausbildung sein müssen.“

Mindestens, um diesen einen perfekten Löffel auf den Tisch zu zaubern. In jenem kleinen Happen also all jene Einzelkomponenten gewinnbringend zu platzieren, wofür man sonst einen Topf, zwei Pfannen und einen Dampfgarer benötigen würde. Gleichzeitig. Das sei eine Mega-Herausforderung, sagt er.

Thomas arbeitet heuer für ein bundesweit agierendes Gastrounternehmen – dies allerdings nicht hinter dem Herd, sondern in Marketing und Werbung. Mit gutem Essen kennt er sich also aus – so oder so. Vor Meeresfrüchten hat er zwar Respekt, von Kreuzkümmel und Fenchelsamen indes nie genug. Davon profitieren in erster Linie Freundin Rebecca (gerade bei Risotto, Gulasch und Klopsen) und die Kinder (Hackbällchen), aber auch Freunde und Familie kommen gern wieder am Esstisch zusammen. Immer und immer wieder. Müssen sie ja auch. Denn seine Rezepte gibt Thomas nicht heraus.

Nicht etwa aus Arroganz oder in monopolistischer Stellung. I wo. Thomas schreibt sich nur einfach nichts auf, kocht auch nicht nach Rezepten, sondern einfach Freistil. Chaotisch und unkonventionell, aber immer kreativ. „Das Tolle in der Küche ist doch, dass man einfach loslegen und ausprobieren kann“, sagt er, „ich mache einfach!“

Deshalb ist dem 41-Jährigen eigentlich zu wünschen, dass er die Show „The Taste“ nicht gewinnt. Denn einer der Hauptpreise ist das eigene Kochbuch in zigfacher Auflage für den deutschen Buchhandel – und dafür müsste er mit Begriffen wie „Messerspitze“, „Zentiliter“ und „Prise“ hantieren... „Ganz ehrlich? Nein, das wäre nichts für mich. Ich habe früher versucht, nach Rezept zu kochen – bin aber oft gescheitert.“ Routine, Erfahrung und ganz viel Gefühl haben’s dann gebracht. Sehr zur Freude von Rebecca.

Tolle Unterstützung

Ob auch der spitzzüngige Alexander Herrmann mit seinem sympathischen Team-Kandidaten jubeln darf? Das darf Thomas natürlich noch nicht verraten. Was er aber sagen darf und dies auch von Herzen gerne macht: „Man ist beim Castingkochen schon auf sich allein gestellt, aber wenn man danach einen Tipp benötigt, dann bekommt man von den Profis auch den passenden Support, wie man es in den früheren Staffeln schon gesehen hat – das ist ganz phänomenal und hatte ich so auch nicht erwartet.“

Oder dass er es überhaupt bis in die TV-Show schaffen könnte – „ich war der Meinung, dass das Niveau zu hoch für mich sei.“ Auch kam er sich oftmals „fehl am Platze“ vor. Offenbar unbegründet, sonst hätten sie ihn hier ja kaum angenommen.

Sei’s drum. Nun ist Thomas also Kurzzeit-TV-Star – wegen des geheimen, hinterhältigen Vorstoßes seiner Freundin. Damit ist er im Übrigen nicht allein. Vor drei Jahren erging es dem gebürtigen Oldenburger Kai Niemann angeblich ganz ähnlich: „Meine Freundin hat mich heimlich bei ,The Taste’ beworben“, verriet der Berliner Küchenchef („Foodpol“) seinerzeit der NWZ.

Es sollte küchenkreativen Männern allemal eine Warnung sein! Sie sollten also besser nicht allzu gut kochen, ab und an auch mal das Spiegelei anbrennen lassen – sonst landen sie womöglich noch unfreiwillig in einer TV-Show ...

„The Taste“ startet an diesem Mittwoch, 11. Oktober, um 20.15 Uhr auf dem TV-Sender Sat.1 in die fünfte Staffel.

Die Spitzenköche Cornelia Poletto (46), Alexander Herrmann (46), Frank Rosin (51) und Roland Trettl (46) bilden die hochdotierte Jury, vor der auch Thomas bestehen muss.

20 statt bisher 16 Kandidaten treten diesmal in einen kulinarischen Wettstreit – das sind Hobby-, aber eben auch Profiköche. „Die besten“, heißt es dazu vollmundig in der Ankündigung zur Sendung.

Ziel ist es, den perfekten Genuss-Löffel zu kreieren und somit 50.000 Euro sowie ein eigenes Kochbuch und eine Reise nach Australien zu gewinnen.

Diese Staffel ist bereits abgedreht worden, der oder die Gewinner(in) steht schon fest – wird aus dramaturgischen Gründen aber geheim gehalten.

Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
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