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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Als die Demokratie vor 100 Jahren in den Norden kam

12.11.2018

Oldenburg „Heute feiern wir Geburtstag“, so begrüßte der Präsident der Oldenburgischen Landschaft, Thomas Kossendey, die rund 100 Besucher im Elisabeth-Anna-Palais zum Jahrestag der Novemberrevolution in Oldenburg. „Vor 100 Jahren wurde hier der erste Schritt in eine demokratische Zukunft unseres Landes getan.“ Unter dem Titel „Die rote Fahne auf dem Schloss“ hatte die Oldenburgische Landschaft an den historischen Ort eingeladen.

Am 8. November 1918 wurde auf dem Oldenburger Schloss und dem Elisabeth-Anna-Palais die rote Fahne als Zeichen der Revolution gehisst. Wilhelmshavener Revolutionäre hatten sich Zutritt zu den großherzoglichen Räumlichkeiten verschafft und wollten zeigen, dass der Gedanke des Umbruchs nun auch das Zentrum des Großherzogtums erreicht hatte. In Vorträgen und Präsentationen wurden die Ereignisse von damals rekapituliert und die aktuelle Forschung dazu sowie kulturelle Aspekte beleuchtet.

Dr. Matthias Nistal, stellvertretender Direktor des Niedersächsischen Landesarchivs Oldenburg, ließ in seinem Vortrag die Ereignisse im Großherzogtum Oldenburg 1918/19 Revue passieren. Er nahm sich hierbei der Frage an, wie viel Revolution und Umbruch es überhaupt in Stadt und Land Oldenburg gegeben habe. Er verwies auf den friedlichen Verlauf der politischen Umbrüche in der Stadt Oldenburg, der vor allem durch gemäßigte Kräfte gelenkt wurde.

Dr. Klaus-Peter Müller von der Landesbibliothek Oldenburg stellte ein Digitalisierungsprojekt vor, in welchem auch Zeitungsausgaben von 1918 und 1919 aus dem Großherzogtum und späteren Freistaat Oldenburg über die Seite der Landesbibliothek unter https://digital.lb-oldenburg.de abrufbar sind.

Für das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte präsentierten Gloria Köpnick und Museumsdirektor Prof. Dr. Rainer Stamm das neu erschienene Buch „Beiträge zur Kunst der Moderne, Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte Neue Folge, Band 3“, in dem sieben Beiträge zur Kunst der Moderne versammelt sind. Ein klarer Fokus liegt dabei auf der Zeit der Weimarer Republik und dem Oldenburger Land.

Benno Schulz, Leiter des Projekts „1918/19 – Revolution im Nordwesten“, stellte den aktuell erschienen Tagungsband der Oldenburgischen Landschaft vor. In fünf Beiträgen renommierter Wissenschaftler werden dort die Umbrüche der Jahre 1918/19 in fünf Städten Nordwestdeutschlands nachgezeichnet. Mit den Beiträgen über Wilhelmshaven, Jever, Bremen, Emden und Oldenburg können sich die Leser ein Bild vom Demokratischen Aufbruch im Nordwesten machen und Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten in den Entwicklungen entdecken. „Bemerkenswert ist zum Beispiel, der Kontrast zwischen den Zentren wie Bremen und Wilhelmshaven, wo die Revolution kämpferischer – und zum teil leider auch blutig – verlief, und den eher friedlichen Verläufen in Oldenburg oder Jever. Die Eisenbahn hat damals zwar die Revolution auch ins Binnenland getragen, die Radikalität der Gedanken scheint sich aber unterwegs gelegt zu haben.“ Schulz betonte außerdem, dass die Revolution Errungenschaften gebracht habe, die heute selbstverständlich seien, wie etwa das Frauenwahlrecht. „Umso erstaunlicher ist es, dass die Novemberrevolution nicht so fest im kollektiven Gedächtnis verankert ist wie andere Schlüsselereignisse der deutschen Geschichte und in der Literatur oft auch als unvollendete oder vergessene Revolution bezeichnet wird.“ Angesichts der historischen Bedeutung der Revolution warb der Direktor des Sozialgerichts, Wulf Sonnemann, für ein aktives Eintreten für die Demokratie.

Wegen des großen Interesses und zahlreicher Anmeldungen findet die Veranstaltung am kommenden Donnerstag, 15. November, noch einmal statt, Beginn ist um 17 Uhr. Eine Anmeldung unter anmeldung@oldenburgische-landschaft.de ist erforderlich. Das Buch „1918/19 – Revolution im Nordwesten“ ist im Verlag Isensee erschienen und kostet 14,80 Euro.


Mehr zur Novemberrevolution unter   www.revolution-nordwest.de 
Ein Spezial unter   www.nwzonline.de/matrosenaufstand 

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