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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

11000 Kilometer bis zum trockenen See

06.08.2019

Oldenburg Warum machen sich zwei gestandene Männer und ein gerade 18-jähriger Jüngling auf eine lange Reise zu einem See in Kasachstan. den es gar nicht mehr oder nur noch „ein bisschen“ gibt?

Nun, der Weg ist vielleicht ja auch das Ziel – Peter Dembeck aus Oldenburg, René Mann und dessen Sohn Lenny (beide Brandenburg) hatten sich den Aralsee dafür ausgesucht – dessen Wasseroberfläche hat sich innerhalb von 50 Jahren von 66 000 Quadratkilometern auf nahezu 8000 Quadratkilometer verringert hat. Stalin habe lieber seine Baumwollfelder in Kasachstan und Usbekistan bewässern wollen und schnitt deshalb die Hauptzuflüsse Amudaria und Syrdaria einfach vom Zufluss in den Aralsee ab, heißt es. Durch den geringeren Zufluss sank seitdem der Wasserspiegel des Sees kontinuierlich.

Mehr als 11 000 Kilometer hat das Trio nun im Wohnmobil vom 14. Juni bis 16. Juli zurückgelegt, um in der Nähe des russischen Raumfahrtzentrums Baikonur anzukommen. Polen hatten sie schnell hinter sich gelassen. An der weißrussischen Grenze bei Bialystok bekamen sie die erste „Zollhysterie“ der Grenzbeamten zu spüren, wie sie sagen.

Vier Stunden verbrachten sie an der Grenze. Nicht, weil die Autoschlange so lang war, sondern weil geradezu alles penibel überprüft wurde. Drogenhunde durchsuchten ihr Wohnmobil, umfangreiche Dokumente mussten vorgezeigt werden. „Die Kommunikation war sehr schwierig“, so der Dipl.-Ingenieur. „Häufig war nicht zu verstehen, was die Grenzbeamten überhaupt wollten“, sagt Dembeck.

Selfies am Zoll

Auch Weißrussland war für die drei lediglich ein Transitland. Der von ihnen angestrebte Grenzübergang war nur für Weißrussen erlaubt – also 500 Kilometer Umweg zum Grenzübergang Gomel für EU-Bürger. Jetzt wollten sie aber Strecke machen und fuhren die 600 Kilometer bis Orenburg an der europäisch/asiatischen Grenze. Zu bestaunen war die legendäre Fußgängerbrücke, die Europa von Asien trennt. An der Grenze zu Kasachstan war alles anders als die bisherigen Grenzerfahrungen.

Zollbeamte begrüßten die Deutschen mit Handschlag, Formalitäten waren schnell erledigt und man wurde reichlich mit Obst, Snacks und Getränken beschenkt. Es wurden Selfies gemacht. Die Erfrischungen kamen gerade richtig, denn ab jetzt gab es hauptsächlich kilometerlange gerade Strecken zu bewältigen. Ermüdungszustände mussten immer wieder mit Pausen überbrückt werden.

Wo man konnte, hat man sich „mit Händen und Füßen“ verständigt. Das Smartphone war ein hilfreiches Gerät bei Übersetzungen. Auch bei der Menüauswahl. Schaschlik war eins der Hauptspeisen, die immer wieder auf dem Speiseplan standen, aber auch Fisch und Salat. Getrunken wurde Bier und wenn man wollte jede Menge Wodka. Die Gastfreundschaft und die Weltoffenheit der Kasachen bezeichnen die Reisenden als unbeschreiblich. Immer wieder wurde man mit Handschlag begrüßt und es wurden Selfies gemacht.

Essen zwischen Kamelen

Endlich angekommen am nördlichen Teil des Aralsees wurde Serik, ein zuverlässiger Fremdenführer samt Jeep engagiert, der die Drei für 130 Euro einen ganzen Tag durch die Wüstengegend fuhr. Dabei lernten sie auch die Heilquelle kennen, begegneten einer Bauernfamilie mit eigener Kamelherde, die sie zum traditionellen Essen einlud. Man saß im Schneidersitz auf dem Fußboden. Es gab Fisch aus dem Aralsee, Soljanka und Bortsch.

Übernachtet haben die Abenteurer nicht im Wohnmobil, sondern bei einem Preis von drei bis 30 Euro pro Zimmer und Nacht, in Hotels. Nach einer mörderischen Tour auf der Rückfahrt von 280 Kilometern in fünf Stunden über völlig aufgelöste Asphaltstraßen zwischen Atyran und Astrachan hat man sich ein fünf Sterne Hotel für 35 Euro „geleistet“. In Wolgograd residierten die Männer im Hotel Stalingrad – und fanden im Schirmständer eine Kalaschnikow, an den Zimmerschlüsseln hingen Patronen.

Bei der Einreise in Polen auf der Rücktour gab es dann doch noch ein Problem: Die Reisenden hatten nicht bedacht, dass das russische Visum nur für zwei Tage gültig war. Sie hatten den Zeitraum um einen Tag überschritten und wurden an der Grenze fünf Stunden mittels Umgitterung des Wohnmobils festgesetzt. Nach langem Hin und Her hieß es dann endlich: „You are free“ – Sie sind frei.

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