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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Zuschauer wollen „Über meine Leiche“ sehen

03.12.2018

Oldenburg Ein Tisch, vier Stühle, große goldene Vasen, zwei goldfarbene Teller mit Cent-Stücken, Wasserflaschen, Notizzettel. Das alles steht nett angerichtet auf einer Bühne im Oldenburgischen Staatstheater. Das Licht ist gedimmt, nur der Sitzkreis auf der Bühne ist erhellt. Auf den Stühlen sitzen Jutta Moster-Hoos (Leitern des Horst-Janssen-Museum), Sascha Schröder (Wirtschaftsingenieur, Mitbegründer des Oldenburger Vereins „Rädchen für alle(s)), Thiemo Eddiks (Gründer und Leiter des Oldenburger Computer-Museums) und Stephanie Ritterhoff (freie Textilkünstlerin und Kunststickerin). Alle Vier sind leidenschaftliche Theatergänger. Das weiß auch der Dramaturg des Staatstheaters, Jonas Hennicke, und holte sie auf das Podium.

Seit September wurden in vier Lesungen vier Stücke präsentiert und mit einem engagierten Publikum diskutiert. – „Träum weiter“, „Die lächerliche Finsternis“, „Eine Frau – Mary Page Marlowe“ und „Über meine Leiche“ heißen sie. Viele Zuschauer haben an mehreren oder gar allen Terminen teilgenommen. Stücke und deren Autoren wurden auch im Internet vorgestellt und zur Abstimmung freigegeben.

Am Samstag wird es dann ernst. Jeder der vier Diskutanten auf dem Podium übernimmt die Patenschaft für ein Stück. Stephanie Ritterhoff fängt an mit „die lächerliche Finsternis“. „Es war ein ungeheuer intellektueller Spaß für mich!“ sagt sie. „Ist das Stück zugänglich genug?“ wirft Sascha Schröder ein. „Nach dem Lesen ist es nicht fertig im Kopf, es sollte ein Muss sein, im Anschluss darüber zu reden“ so Thiemo Eddiks.

Im Großen und Ganzen sind sich die Vier einig über die Stücke, nur manchmal gibt es Kontroversen. Die Vier überlegen, was die Oldenburger demnächst sehen wollen. Welche der Stücke sind wirklich bühnentauglich? Knapp 60 Minuten hören die Zuschauer zu. Es wird jeweils eine Szene der Stücke von Darstellern des Theaters vorgelesen.

Zunächst zurückhaltend, teilen dann doch ein paar Zuschauer ihre Sichtweise mit, was wiederum die Experten interessiert, da deren Betrachtungsweise eine ganz andere ist. Das Siegerstück wird ermittelt. Das Publikum kommt nach vorne und stimmt mit jeweils zwei Cent-Stücken, die in die goldenen Wahlurnen geworfen werden, für seine Favoriten. Dort warten sich bereits die Wahlergebnisse in Cent Stücken aus dem Internet. Das Ergebnis ist eindeutig: Mit Abstand gewinnt das Stück „Über meine Leiche“, in dem es um einen krebskranken Jungen geht, der im Angesicht eines möglichen Todes die Realität mit einer lebensbejahenden und humorvollen Parallelwirklichkeit überschreibt. In der kommenden Spielzeit haben nun alle Theaterliebhaber die Möglichkeit, sich dieses Stück abzuschauen und es wie alle am Projekt Beteiligten, ganz individuell wahrzunehmen und zu interpretieren.

Den Experten hat das Projekt gefallen, auch Haus-Dramaturg Jonas Hennicke ist sichtlich zufrieden. „Ein Austausch mit dem Publikum ist sonst selten, wir wollen dem mehr öffnen.“

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