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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Der Ex-Polizist mit den vielen Talenten

23.07.2018

Dorfrichter Adam, Hauptwachtmeister Fritze, Fred, Janferdinand, Philipp Klapproth, Opa Karl, Onkel Georg, Paul, Amandus Rosenbach, „Difri“ … Man kommt mit dem Aufzählen kaum nach. Dieser Mann hat viele Namen. Geboren und getauft wurde er 1939 in Oldenburg jedoch als Dieterfritz Arning.

Wer seine Bücher kennt, seine zahllosen Auftritte auf plattdeutschen Bühnen oder Stücke der August-Hinrichs-Bühne besucht, dem sind diese Namen sehr vertraut. Denn das sind Personen seiner literarischen Arbeiten und seiner Auftritte als Schauspieler im Niederdeutschen Theater.

Mittwochs nur Platt

Die plattdeutsche Sprache geht ihm fließend von den Lippen. Gelernt hat „Difri“ das Ostfriesische schon als Kind bei seiner Großmutter in Jemgum, und das Oldenburger Platt, eigentlich „Ammerländer Platt“, wie er betont, hat ihm seine andere Großmutter in Oldenburg vermittelt. Und nicht nur auf der Bühne ist er im Plattdeutschen zu Hause. „Jeden Middeweek is min Plattsnackdag“, schreibt er in seinen „Plattdütsch Vertelljes – Leven in min Ollnborg“. Darin rät er, „enmal in de Week en Platt-snackdag intoleggen.“

Wenn Dieterfritz Arning von seinen künstlerischen Aktivitäten erzählt, vergisst man leicht, dass seine eigentliche Profession nicht die Kunst, sondern sein Beruf als Polizist war. Und da hat er Beeindruckendes vorzuweisen. Vom Mittelschüler, der ursprünglich zur Feuerwehr wollte, sich dann aber für den Polizeiberuf entschied, hat er es vom Polizeiunterwachtmeister, so hieß das 1957, als er in den Polizeidienst trat, bis zum Leitenden Polizeidirektor und FH-Professor gebracht – mit Fleiß, Talent, überdurchschnittlichen Führungsqualitäten und einer zugewandten Haltung. So konnte er mit hoher Anerkennung seiner Vorgesetzten 1998 in den Ruhestand gehen – und sich von da an der Schriftstellerei, der Malerei und dem Theaterspielen widmen.

Vorausgegangen waren seinem Abschied viele Verwendungen im Polizeidienst, unter anderem als Hundertschaftsführer, Dozent in der Polizeiausbildung, ab 1990 als Kommandeur der III. Abteilung der Landesbereitschaftspolizei in Oldenburg und danach als Leiter der Polizei-Fachhochschule Oldenburg, mit deren Aufbau er beauftragt worden war, was ihm den Titel „Professor“ einbrachte.

Und dann der Ruhestand! Eine Herausforderung für diese Universalbegabung. Aber er hatte „Erfahrungen“. Als Schüler beeindruckte er bereits 1955 mit der Rolle des Dorfrichters Adam in Kleists „Der zerbrochene Krug.“ Während seines Polizeidienstes brillierte er auf vielen Polizeischauen und ungezählten Veranstaltungen als Moderator und vor allem als „Hauptwachtmeister Fritze“ in historischer Uniform.

Mehrere Bücher in Hoch- und Plattdeutsch hat Arning inzwischen verfasst, und einiges hat er noch in der „Schublade“. „Difri“ sprüht vor Kreativität und Fantasie. Über viele Jahre hat er für die NWZ-Weihnachtsaktion Lesungen aus seinen Büchern gestaltet. Er moderiert nach wie vor Veranstaltungen unterschiedlichster Art, von Konzerten über Jubiläumsfeiern bis zu Weihnachtsvorstellungen.

Höhepunkt seiner künstlerischen Laufbahn ist die Schauspielerei. Das waren zahlreiche Auftritte bei der Theatergruppe Bloherfelde, inzwischen bei der August-Hinrichs-Bühne des Oldenburgischen Staatstheaters. Mit der Hauptrolle 2005 in „Pension Schöller“ fing es dort an und ist nach 16 Stücken noch lange nicht zu Ende: Ganz aktuell in der kommenden Spielzeit mit der Hauptrolle in „Honnig in’n Kopp“. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm, dass er in einem Stück den Bühnentod sterben musste. Niesen oder husten geht dabei selbstverständlich gar nicht, und „flach“ atmen ist angesagt, bis der Vorhang fällt. Im Publikum immer dabei Ehefrau Ursula, mit der er seit 55 Jahren verheiratet ist und die ihm hilfreiche „Rückmeldungen“ gibt – beim Üben und mit einer Tasse Ostfriesentee hilft sie ebenfalls.

Morgens aufs Laufband

Kommt er neben dem Theaterspielen, dem Schreiben und Moderieren und seinem weiteren Hobby, dem Malen, auch zu anderen Dingen? „Selbstverständlich“, sagt er, „dazu muss Zeit sein.“ Regelmäßig nimmt er an seinem Stammtisch mit Oldenburger Persönlichkeiten, den „GSG 10“, teil, lässt kein Jahr „Fokkis Weidenfest“ aus, trainiert allmorgendlich auf seinem neuen Laufband, nachdem er in aller Frühe bereits seine NWZ gelesen hat. Beim Polizeisportverein ist er Mitglied im Ältestenrat, den Rotary-Club Oldenburg Graf Anton Günther hat er 1995 mitgegründet und war dort Präsident. Er ist Mitglied der Universitätsgesellschaft und des Horst-Janssen-Fördervereins, seit mehr als 60 Jahren in der Gewerkschaft der Polizei. Für seine 25-jährige SPD-Mitgliedschaft bekam er im Mai die Silberne Ehrenurkunde.

Das Ehepaar Arning hat zwei Enkelkinder von ihrem Sohn Tim: Nick (16) und Fynn (15). „Langeweile“, sagt er, „ist für mich ein Fremdwort.“ Im kommenden Jahr wird Dieterfritz „Difri“ Arning 80.

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