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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Porträt Des Musikers Innes Sibun: Oldenburg-Stammgast beschreitet neue Wege

21.12.2019

Oldenburg Im Grunde kann Innes Sibun recht zufrieden sein. Der englische Rock- und Bluesgitarrist erfreut sich in der Fach- und Fanwelt stetig wachsender Popularität, seine neue Band wird als „britische Blues-Supergruppe“ gefeiert und deren erstes Album, das im Januar erscheint, erntet schon jetzt hymnische Besprechungen. Alles wäre gut, wäre da nicht Boris Johnson.

Der Wahlsieg des britischen Premiers hat Sibun, einem erklärter Gegner des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union, erneut vor Augen geführt, dass sich Künstler von der Insel künftig auf härtere Bedingungen bei Auftritten auf dem Festland gefasst machen müssen. Steuern, Arbeitsgenehmigungen, Visa: Es dürfte ungemütlicher werden nach dem Brexit, vermutet Sibun.

Biografie

Innes Sibun wurde 1968 in englischen Bath geboren; dort lebt er noch heute.

1991 gründete er die Innes Sibun Blues Explosion, die es nur auf ein Album brachte. Ab 1995 veröffentlichte er elf eigene Platten, beginnend mit „Superstituous“.

Ende der 90er trat Sibun erstmals im Nordwesten auf, in der Musikkneipe „Charly’s“ in Nordenham. Seitdem macht er bei seinen Tourneen regelmäßig Station in der Region Oldenburg.

Von 2015 bis 2017 war Sibun Mitglied der Band „Sari Schorr & The Engine Room“. Nach deren Ende arbeitet er mit dem Detroiter Sänger Marcus Malone zusammen. Die erste CD „Come Together“ erscheint im Januar 2020.

    www.malonesibun.com

Immense Anhängerschaft im Norden

Dabei spielt der Mann aus Bath (Grafschaft Somerset), der 1993 weltberühmt wurde durch seine Zusammenarbeit mit Sänger Robert Plant (quasi als ein Nachfolger von Jimmy Page), „so gern in Europa und gerade bei euch im Norden“, betont Sibun. Seine Anhängerschaft hierzulande ist immens, auch dank erfolgreicher Auftritte wie in Nordenham, Stotel, Schortens und Oldenburg, wo er 2017 vor 4000 Zuschauern auf dem Schlossplatz zum Star des Kultursommer-Festivals avancierte.

Das alles liegt hinter ihm. Mit seiner neuen Band „Malone Sibun“ beschreitet der 51-Jährige neue Wege, ohne die ihm eigenen Bluespfade zu verlassen. Denn Marcus Malone, bekannter Sänger und Gitarrist aus Detroit (USA), hat dem englischen Gitarristen die zusätzliche Portion Soul und Funk verliehen, die aus alten Rhythmen Neues entstehen lässt. Das Album „Come Together“ beweist es mit zehn Songs eindrucksvoll.

Womit wir wieder beim Brexit sind. Denn wie kaum ein britischer Musiker zuvor, hat Innes Sibun aus dem Titelstück der neuen CD eine Anklage gegen die politische und gesellschaftliche Isolation, die der Brexit für Großbritannien mit sich bringen könnte, gemacht. „Genau, ,Come together’ steht für Frieden und gegen Johnson, Trump und solche Typen“, sagt Sibun im Gespräch mit dieser Zeitung. So heißt es im Text „Diese Welt ist für alle gemacht, warum also willst du uns da rausziehen? Ich bin du, du bist ich – wir sind eins, wie kommen zusammen.“

Album, das mit Gefühlen spielt

Der Soul-Rock-Song „Come together“ eröffnet ein Album, das mit Gefühlen spielt. Krachende Bluessongs wie „Let me love you“ und Balladen wie Sibuns tieftrauriges „So tired of living“ sind dort zu entdecken, ebenso Rock’n’Roll wie in „Jodie“. Unterschiedliche Stile, deren Klammer die Stimme Malones und die unverwechselbare Gitarre Sibuns sind. Und die Rhythmusabteilung mit Roger Inniss (Bass), Stevie Watts (Orgel) und Christopher Nugent (Schlagzeug) verleiht diesem Höhenflug eine solide Basis.

Nach der zweijährigen Arbeit für die New Yorker Sängerin Sari Schorr ist die Kollaboration Innes Sibun/Marcus Malone die wohl glücklichere Konstellation, um den Gitarrenkünsten des Engländers, den viele als einzig würdigen Nachfolger des Iren Rory Gallagher ansehen, ihren verdienten Raum zu geben. Lange Soli inklusive, denn: „Mit Marcus zu arbeiten, ist ganz einfach“, erläutert Sibun. „Wir haben die gleichen Einflüsse: Rock, Blues, Soul und Funk.“ So entstand eine CD, die er selbst als „meine beste überhaupt“ bezeichnet, nach immerhin elf Soloplatten. Und vielleicht tröstet die Band „Malone Sibun“ auch über die Folgen des Brexit hinweg - sollten sie denn so eintreten, wie es Innes Sibun befürchtet.

Klaus Fricke
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