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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Wer schreibt denn noch Karten?

26.06.2019

Oldenburg Sommerzeit ist Postkartenzeit. Oder etwa nicht? Haben in der Ära von Kurznachrichten per Mobiltelefon die handschriftlichen Grüße ausgedient? Eine Spurensuche in Oldenburg.

Wer durch die Fußgängerzone schlendert, sieht sie noch allen Orten: mit bunten Bildchen verzierte Karten, adrett aufgereiht an drehbaren Metallständern. Aber werden sie auch noch gekauft? „Absolut“, sagt Julia Lagumdzic. Sie muss es wissen, als Mitarbeiterin bei Bültmann und Gerriets sitzt sie ja quasi an der Quelle: „Es gibt Touristen, die kaufen gleich einen ganzen Packen, um sie zu verschicken.“ Und so drehen sich auch klassische Karten mit unterschiedlichen Oldenburg-Motiven im Ständer der Buchhandlung. Aber auch moderner gestaltete Motive finden Abnehmer. „Oldenburger selbst kaufen mehr Glückwunschkarten“, weiß Lagumdzic. Die Nachfrage danach war so hoch, dass bei Bültmann und Gerriets das Angebot sogar aufgestockt wurde. „Vor allem die Kunstpostkarten gehen gut“, sagt Lagumdzic.

Besonderes ist gefragt

Eine ähnliche Erfahrung hat auch Silke Blomenkamp von der Buchhandlung Thye gemacht. Diese sitzt am Schlossplatz nahe dem Haus, in dem im Jahr 1870 angeblich die Ansichtskarte erfunden wurde (siehe Text unten). Kein Wunder also, dass auch bei Thye Karten im Angebot sind. „Was wie verrückt läuft“, weiß Blomenkamp, „sind Grußpostkarten“. Und dafür sind die Oldenburger gern bereit, auch etwas tiefer in die Tasche zu greifen. „Alles, was ein bisschen aufwändiger gestaltet ist, wird gern genommen“, sagt Blomenkamp. Schleifchen oder Bändchen dran, zum Falten oder Aufklappen – das Besondere kommt an. Natürlich führt Thye auch „Gruß aus Oldenburg“-Karten mit klassischem Schriftzug und vertrauten Motiven, aber „etwas ausgefallenes, das gern genommen wird, sind unsere Pop-up-Karten“. Bei diesen entfächert sich das Motiv in 3D-Optik, wenn die Karte aufgeklappt wird. „Am häufigsten verkaufen wir das Schloss“, sagt Blomenkamp. Bis dahin sind es von der Buchhandlung aus nur ein paar Schritte. Im Foyer hat der Besucher die Qual der Wahl: von Rubens „Kopf einer alten Frau“ über „Kauernder Akt“ von Moissey Kogan bis zu Karl Schmidt-Rotluffs „Sommer in Dangast“ reicht die Auswahl. Und natürlich prangt das Schloss selbst als Motiv auf den Karten. Ein Magnet für Touristen. Mit diesen kennt sich auch die Touristen-Information im Lappan aus. Bislang sind dort in diesem Jahr 1500 Postkarten über den Ladentisch gegangen. Die Motive variieren von klassisch über modern bis zu witzigen Grünkohl-Karten.

1000 Karten verschickt

Welche genau der Kassenschlager ist, kann Bettina Koch von der Tourist-Info nicht sagen, da nicht genau Buch geführt wird. Aber eine Tendenz ist erkennbar: „Nach unserem Bauchgefühl“, erklärt Koch, „laufen besonders gut die Motive Oldenburg – je Karte jeweils acht unterschiedliche Fotomotive von Oldenburg –; die Motive von Ole West (Kunstkarten) und die Motive von Sabine Gehrke (Kunstmotive).

Und noch eine Besonderheit gibt es im Lappan. Im Eingangsbereich können Besucher sich eigene Karten stempeln: „Die Aktion im Eingang, der eigene Postkartendruck mit dem Stempel des Lappandrucks von Erich Heckel, wird gut angenommen“, bestätigt Koch und hat dazu Zahlen zur Hand: „Von September bis Dezember 2018 wurden insgesamt 1300 Postkarten und in 2019 bis jetzt 1000 Stück versendet.“

Mareike Weberink Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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