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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Premiere Am Staatstheater: Vitellia sinnt auf Rache

03.05.2019

Oldenburg Am Oldenburgischen Staatstheater scheint sich Laurence Dale zu einem Experten für antike römische Herrscherhäuser zu entwickeln. Nach „Agrippina“ von Georg Friedrich Händel in der Spielzeit 2016/2017 inszeniert er nun „La Clemenza Di Tito“ von Wolfgang Amadeus Mozart. „Wir fanden es ganz lustig, dass es jetzt wieder römische Geschichte ist und das eigentlich nur ein paar Jahrzehnte später. Also quasi eine Fortsetzung“, amüsiert sich Dramaturgin Annabelle Köhler.

In „La Clemenza Di Tito“ erlebt man die Geschichte über einen Aufstand gegen den Kaiser Tito Vespasiano. Vitellia ist erzürnt, dass Tito ihr eine andere Frau vorzieht, denn ihrer Meinung nach sollte sie rechtmäßige Herrscherin über Rom sein. Schließlich war ihr eigener Vater Kaiser, bevor er von Titos Vater entmachtet wurde. Vitellia schmiedet also Rachepläne und nutzt die Liebe von Titos Freund Sesto zu ihr aus. Sesto soll einen Aufstand gegen Tito anzetteln und ihn töten. Tito überlebt und begegnet den Rebellen mit außergewöhnlicher Milde. Auch die von Tito auserwählte potenzielle Ehefrau Servilia wird verständnisvoll von ihm behandelt, als sie ihre Liebe zu einem anderen Mann gesteht.

Oper zur Krönungsfeier

Diese Güte des Herrschers ist einer der Gründe, warum für Mozarts Auftragswerk von 1791 ein älteres Libretto von Pietro Metastasio als Vorlage gewählt wurde. Auf Geheiß der Stände wurde die Oper anlässlich der Krönungsfeierlichkeiten Leopolds II. zum König von Böhmen geschrieben. „Zum Einen war das Stück ein Wunsch an den Herrscher, dass er genauso mild wie Tito auftreten soll“, erklärt Köhler die Hintergründe der Entstehung. „Zum Anderen wollten die Stände eine Oper haben, die ein Herrscherlob darstellt, eine Huldigung an den neuen Kaiser.“ Um dies zu erreichen, wendete sich Mozart von den modernen Da-Ponte-Opern mit ihren menschlichen Schicksalen und den verschwimmenden Standesgrenzen ab und widmete sich wieder dem alten Stil, der Opera seria, die den Absolutismus repräsentiert. „Mozart macht das aber sehr geschickt. Er hat die alte Form mit menschlichen Inhalten gefüllt und zeigt die Figuren in ihrem inneren Ringen“, erläutert Köhler.

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Erfolgreicher Feldherr

Gerade die Figur des Tito wird durch diesen inneren Konflikt zwischen persönlichen Empfindungen und staatsmännischer Pflicht zu einem spannenden Charakter. Doch auch die Geschichte des historischen Tito ist für Laurence Dale und seine Inszenierung äußerst interessant. In jungen Jahren war Tito ein erfolgreicher Feldherr, der mit seinem Vater im Nahen Osten gekämpft und Jerusalem eingenommen hat. In seiner Zerstörung und seinem Gemetzel zeigte er sich rücksichtslos, doch als er Kaiser wurde, machte er eine Kehrtwende und wurde ein sehr menschlicher Regent. Diese Entwicklung versucht auch Dale in seiner Aufführung zu verdeutlichen, indem er einzelne Reminiszenzen an den „alten“ Tito einbaut.

„Bühne und Kostüme zeigen eine abstrakte Welt, die mit Assoziationen spielt“, erklärt Köhler. „Es werden einzelne Versatzstücke zu sehen sein, die an die römische Antike erinnern. Auch in den Kostümen gibt es Anlehnungen an die römische Mode.“

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