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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Premiere: Ein starkes Stück Weiblichkeit auf der Bühne

01.02.2020

Oldenburg Wenn es um die Darstellung reifer Frauen auf Theaterbühnen geht, dann muss man lange suchen, um auf den Spielplänen deutscher (aber auch weltweiter) Schauspielhäuser fündig zu werden. „Frauen ab 40 verschwinden von den Theaterbühnen. Es gibt aber unheimlich viele Stücke mit Männerrollen jeden Alters“, beschreibt Regisseurin Dorothee Hollender die Situation. „Ich finde es toll, dass wir ein Stück ausschließlich mit Frauen besetzt auf der Bühne haben.“

Dieses Stück ist „The Roommate“ von Jen Silverman, einer jungen Autorin, die sich eben nicht damit abfinden kann, dass entweder nur die junge, attraktive oder die alte, weise Frau eine Rolle spielen soll. Also hat sie die beiden grundverschiedenen Frauen Sharon (Rita Martens) und Robyn (Elfi Hoppe) erdacht. Sharon ist Mitte 60, frisch geschieden und auf der Suche nach einer Mitbewohnerin für ihr Haus in Iowa. Genau das Richtige für die gleichaltrige Robyn aus der Bronx, die ein Versteck sucht.

So unterschiedlich die Leben der beiden Frauen bisher verlaufen sind, so unterschiedlich sind auch ihre Charaktere. Sharon hatte eher ein langweiliges, unspektakuläres Leben, war immer brav und angepasst. Robyn konnte nie über mangelnde Aufregung klagen, auch das kriminelle Milieu ist ihr nicht fremd. Eines haben sie jedoch gemeinsam: Beide suchen eine neue Perspektive.

Am Oldenburgischen Staatstheater heißt „The Roommate“ „De Ruum-maten“, denn das Stück, das durch die August-Hinrichs-Bühne aufgeführt wird, erlebt nicht nur seine deutsche Erstaufführung, sondern auch seine niederdeutsche. Die Unterschiedlichkeit der beiden Protagonistinnen wird durch die unterschiedlichen Sprachen, die sie sprechen, noch verdeutlicht. Sharon vom Lande spricht Platt, die Großstädterin Robyn Hochdeutsch. Aber noch eine Besonderheit haben sich Regisseurin Hollender und ihr Team einfallen lassen. Tanya (Sabine Eilers), eine Figur, die sonst im Stück nur Erwähnung findet, wenn die Sprache auf den Buchclub kommt, den Sharon regelmäßig besucht, nimmt hier eine besondere Rolle ein. Sie verkörpert eine Art Erzählerin, die für eben jenen Buchclub das Stück über Sharon und Robyn liest, dessen Bestandteil sie gleichzeitig selber ist. Sie nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise in ihre eigene Fantasie. Man sieht, welche Bilder das Lesen in ihrer Vorstellung erzeugt, man teilt so manches Mal ihre Verwunderung. „Sie gibt uns dieses Kolorit gut wieder. Sie führt uns in die USA, in dieses Haus“, erklärt Hollender. „Sie ist ein bisschen wie eine neugierige Nachbarin.“

Unterstützt wird dieser Effekt durch ein modernes Bühnenbild mit amerikanischem Flair von Georgios Kolios, das Sharons Haus zu einer Art Puppenstube werden lässt, in der Tanya mit ihren Figuren hantiert.

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