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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Projekt: Vier Hände für ein großes Halleluja

19.01.2018

Oldenburg Glauben in therapeutischen Dosen? Nun ja, die Oldenburger Klaus Abraham und Martin Seydlitz haben zwar nur die kirchenrechtliche und keine medizinische Approbation, sehen trotzdem einen neuen Ansatz gegen den offenbar um sich greifenden „Damna Fidei“ – sprich: Glaubensverlust. Oder ist’s doch eher das fehlende Vertrauen in die Oldenburger Kirche? Völlig egal. Beide haben sich zum Ziel gesetzt, wieder und weiter Leidenschaften für den Glauben an sich in jenen Menschen zu wecken, die ihn längst verloren glauben. Zumindest in dieser Stadt. Nicht, um sie gleich zurück in die Kirchen zu locken, sondern um „Christus zum Gesprächsthema und auf die reichen Schätze der christlichen Tradition aufmerksam zu machen“, wie es heißt.

„Wie eine Medizin“

Abraham ist Pastor der Friedenskirche, Seydlitz von der Kreuzkirche in Eversten – gemeinsam hatten sie schon die jüngste „Lange Nacht der Kirchen“ federführend begleitet. Nun gibt’s also ein neues Projekt, das den bisherigen Bemühungen durchaus ähnelt. Seydlitz wurde von seiner Gemeinde gar mit einer Viertelstelle für stadtmissionarische Angelegenheiten wie eben „MissionOL“ (so der Name des nun einige Monate lang durchdiskutierten Projekts) freigestellt – ausdrücklich der Ökumene dienend. „Gesprochen klingt Missionol wie eine Medizin“, so Seydlitz, „und tatsächlich geht es uns um etwas Heilsames. Wir vertrauen auf die Wirkkraft der erfrischenden christlichen Nachricht.“ Was wiederum etwas altbacken wirkt. Ist es aber nicht. Das Problem: „Als Kirchen sind wir ziemlich stark mit uns selbst beschäftigt – schließlich ist mit immer weniger Personal immer mehr Arbeit zu erledigen. Dabei erreichen anscheinend die Angebote der Kirchen viele Menschen nicht mehr.“

Jener „Therapieansatz“ des missionarischen Duos verspricht sehr viel mehr Erleben und Teilhabe denn bloßes Nehmen und Passivität: Man wolle „Menschen zusammenbringen“, so Seydlitz, „ein neues Netzwerk soll Leute verbinden, die über ihren Glauben nachdenken, beziehungsweise ihn mit anderen teilen möchten.“ Dabei handle es sich nicht um eine Einladung ins kirchliche Gemäuer, sondern um das genaue Gegenteil: „Vertraute Pfade verlassen, ungewohnte Orte aufsuchen“, so heißt es da.

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„Nicht schlaumeiern“

Denn: „Der christliche Glaube hat sich in der Kirche eingesperrt, das ist fatal“, erklärt Seydlitz, „Kirche ist nicht die Adresse, hinter der Menschen etwas Belebendes, Spannendes erwarten – ich glaube, dass Christus an ganz vielen Orten erfahrbar ist.“

Wie zum Beispiel im Burg-café, so seltsam das klingt. Abraham und Seydlitz wollen dort den „Donners-Talk“ einrichten, einen Monat lang den Gästen auf Augenhöhe begegnen. Referate würden nicht gehalten, auch werde er „nicht schlaumeiern“, so der Initiator. Kurze Impulse sollen vielmehr die Gespräche über Gott in der Welt anheizen und neue Ideen aufbringen. Die „Stadtmissionare“ verstehen sich da selbst als lernbereit, der wohl wichtigste Punkt dieses Projektes – denn die Mission soll nicht bloß als nette Anekdote im Kirchenjahrbuch verschwinden. Was unter dem Strich stehen wird? Völlig offen. Nicht aber, dass dort etwas zu finden sein wird.

Man wolle erst einmal etwas ins Laufen bringen, heißt es hier – also einen Impuls im Großen setzen. Das gilt auch für die Gesprächsreihe im Burgcafé. Sollte sich dieser „Missions-Stammtisch“ bewähren und engagierte Mitsprecher finden, könnte daraus eine regelmäßige Veranstaltung auch über den 15. März hinaus werden.

„Wir halten ganz viel davon, Sachen auszuprobieren“, sagt Seydlitz. Ideen gäbe es genug. Da wäre beispielsweise ein Newsletter über besondere christlich motivierte Aktivitäten im Stadtgebiet, oder auch der Gedanke an einen Automaten, der Bibelzitate und „Denkanmichs“ für Passanten ausspuckt. Böse formuliert: ein christlicher Glückskeks-Transformator. Etwas griffiger: „Gott-to-go“.

Im Kreise der Kirchen

Von fragwürdigen Haustürgeschäften oder blanken Anbiederungsversuchen kann da keine Rede sein. Dass man jedoch missionarisch und damit noch direkter im Stadtleben als nur mit den riesigen Kirchengemäuern auffallen möchte, hat seinen Grund im gesellschaftlichen Wandel: Die Oldenburger seien keineswegs unreligiöser geworden. Sie legten sich allerdings immer weniger gerne fest. Und: „Warum braucht man eigentlich eine Institution wie die Kirche, um nach Gott zu fragen?“, so Seydlitz, „dazu kommt die Kirche noch nicht mal einheitlich daher, sondern in verwirrender Vielfalt“. Immerhin: Dieses Projekt schwebt nicht im luftleeren Raume, sondern ist mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Oldenburg (ACKO) verbunden. „Was glaubst Du?“– der Talk im Burgcafé. Donnerstags, 15. Februar bis 15. März, von 18.30 bis 20 Uhr. Stammtisch, Kennenlernen oder Quell der Fragen – „alles Weitere wird sich ergeben“, heißt’s da. Ohne Anmeldung.

Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
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