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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Oldenburg: Rotlichtszene breitet sich immer mehr aus

13.07.2012

OLDENBURG Drogen, Alkohol, Rotlichtszene: Anwohner und Geschäftsleute rund um die vordere Nadorster Straße in Oldenburg haben Sorge, dass dieses Milieu ihr Viertel übernimmt. Die Werbegemeinschaft Nadorst behandelte das Thema daher am Mittwochabend beim bereits zweiten Runden Tisch. Im Gesellschaftshaus Bei Meyer trafen Anlieger auf Vertreter von Polizei, Verwaltung, Politik, Ordnungsamt, Diakonie und Rose 12.

Es sind Dinge wie Drogenhandel, Alkoholismus auf offener Straße und Prostitution, die Anwohnern und Geschäftsleuten derzeit die Lust an ihrem eigenen Stadtteil nehmen. Mehrere Redner wiesen darauf hin, dass das Problem zuletzt weiter zugenommen habe. Als negatives Beispiel nannten sie die Eröffnung eines Bordells, das zur Rocker-Szene gehören soll.

Anziehungspunkte für diese Szene sind die Suchtberatungsstelle Rose 12 kurz vom Pferdemarkt sowie der Obdachlosen-Tagesaufenthalt der Diakonie an der Ehnern­straße. Oftmals halten sich größere Gruppen vor diesen Einrichtungen auf. Anwohner berichteten von Pöbeleien, vom Urinieren in Hauseingänge und von Diebstählen. Zudem wiesen sie auf den problematischen Schulweg der Kinder der Heiligengeisttorschule hin, der am Tagestreff vorbeiführt.

Erste Ideen

Bereits Anfang des Jahres hatte es einen Runden Tisch gegeben, daraus resultierende handfeste Ergebnisse konnte Sozialdezernentin Dagmar Sachse allerdings ein halbes Jahr später noch nicht präsentieren. „Wir haben eine dezernatsübergreifende Arbeitsgruppe gegründet“, berichtete sie. Erste Ideen seien eine Umgestaltung des Straßenraumes, mehr Streetworker, aber auch ein Umzug des Tagesaufenthalts. Man habe zwar eine Immobilie im Auge, es gebe allerdings noch keinen Abschluss zu vermelden.

Der Leiter des Diakonischen Werkes Oldenburg Stadt, Heinz-Hermann Buse, betonte, dass es daher keinen schnellen Umzug in den nächsten Monaten geben werde. Zudem warnte er, einen neuen Standort als Allheilmittel anzusehen. „Ich kann ihnen nicht versprechen, dass die Leute dann weg sind – es ist ein Versuch.“

Die Polizei wies darauf hin, dass die vordere Nadorster Straße so oft kontrolliert werde wie kaum ein anderer Ort. Es fehle aber die Handhabe, wenn keine Straftaten/Ordnungswidrigkeiten vorlägen.

Auch die Politik will sich des Themas annehmen. SPD-Ratsfrau Gerti Suntrup hatte bereits eine Liste mit Forderungen dabei, zum Beispiel eine größere Verteilung der Hilfseinrichtungen übers Stadtgebiet (was auch Rose-12-Leiter Winfried Wigbers vorschlug). Bürgermeisterin Susanne Menge (Grüne) sprach sich für die kostenlose Abgabe von Heroin aus und schlug ein gesondertes Sanierungskonzept für das Viertel vor. CDU-Ratsherr Hans-Peter Blöcker versprach, einen Antrag in den Rat einzubringen (ohne allerdings zu sagen, was er beantragen wolle).

Erfreut und enttäuscht

Hans-Joachim Neumann, 2. Vorsitzender der Werbegemeinschaft, zeigte sich nach der Runde einerseits erfreut über den offenen Austausch, andererseits enttäuscht über die fehlende Entwicklung. „Ich hatte gehofft, dass in dem halben Jahr seit dem ersten Runden Tisch mehr passiert.“

Entwickeln soll sich bald etwas auf der Wiese hinterm Lindenhofsgarten, auf der sich früher ebenfalls problematische Gruppen versammelt hatten. Derzeit verschließt ein Zaun den Zugang, einige Sportgruppen haben auf Anfrage einen Schlüssel erhalten. Das soll nicht so bleiben, berichtete Heiner Vahlenkamp vom Liegenschaftsamt. Er arbeite an einem Konzept, das den Platz durch weitere Zugänge öffnen und so die Hinterhofsituation beenden soll. Dafür erntete Vahlenkamp sowohl Ablehnung (von Anwohnern, die ihre Ruhe haben wollen) als auch Zustimmung (von anderen, die jederzeit dort Fußball spielen wollen).

Patrick Buck Redakteur / Redaktion Oldenburg
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