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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Was Oldenburg mit St. Petersburg verbindet

14.08.2019

Oldenburg Vor ein paar Tagen bin ich aus meiner Heimat Russland nach Oldenburg gekommen, um als Nachwuchsjournalistin aus St. Petersburg mein Praktikum bei der Nordwest-Zeitung zu beginnen. Dabei sind mir viele Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Städten aufgefallen. Beide verbindet eine lange Geschichte mitein­ander, die architektonische Spuren in Oldenburg und auch in St. Petersburg hinterlassen hat.

Es begann im 18. Jahrhundert, als der Oldenburger Herzog Karl Friedrich von Holstein-Gottorp die älteste Tochter von Peter dem Großen, den russischen Zaren und Gründer der Stadt St. Petersburg heiratete. Ihr Sohn, Peter III, damals der zukünftige russische Thronfolger, war sowohl Vertreter der Oldenburger als auch der russischen Zarenlinie. So entstand die Romanow-Holstein-Gottorp Zarendynastie, deren Vertreter in Russland bis zum Ende der russischen Monarchie regierten.

Die Gemahlin von Peter III. war Zarin Katharina die Große, die ebenfalls aus Deutschland stammte. Sie übernahm den russischen Thron im Jahr 1762, herrschte bis 1796 und hatte auch enge Kontakte nach Oldenburg. Sie war die Cousine von Peter I Friedrich Ludwig (1785-1829), Oldenburger Großherzog, dessen Name das Peter-Friedrich-Ludwig-Hospital (PFL) trägt. Er verbrachte, genau wie sein Sohn August später, viel Zeit bei seiner Cousine Katharina in St. Petersburg und auch in den anderen russischen Städten, bevor er 1785 nach Oldenburg kam. Ein anderer Vertreter des Oldenburger Hauses, Prinz Konstantin Friedrich Peter, gründete in St. Petersburg eine Nebenlinie des Hauses Oldenburg. Durch seine Unterstützung sind mehrere Gebäude in St. Petersburg gebaut worden, unter anderen auch Krankenhäuser und eine Erziehungseinrichtung für Mädchen.

Aufgrund enger Beziehungen zwischen den Großher­zogen, Prinzen und der Zarenfamilie sieht man in den beiden Städten viele architektonische Ähnlichkeiten: Gebäude sind entweder im gleichen Stil gebaut oder einander nachgebildet worden.

Kulturzentrum PFL

Das Kulturzentrum PFL, das als Peter-Friedrich-Ludwig-Hospital zwischen 1838 und 1841 gebaut worden ist, erinnert mich an das städtische Mariinskij-Krankenhaus in St. Petersburg. Dieses wurde im Jahr 1803 nach dem Entwurf des Sohnes von Katharina der Großen, Paul I (1796-1801), gebaut. Er war ein Großherzog der Grafschaft Oldenburg aufgrund seiner mütterlichen Vorfahren. Das PFL wurde dem russischen Vorbild nachempfunden. Die Idee kam von August I, Sohn von Peter Friedrich Ludwig. Er lebte eine lange Zeit in St. Petersburg und kam im Jahre 1817 wieder nach Oldenburg zurück.

Die Leitung des Krankenhauses in St. Petersburg wurde später von einem Oldenburger übernommen: Prinz Konstantin Friedrich Peter von Oldenburg zog im Jahre 1830 nach St. Petersburg und engagierte sich hier intensiv für Wohltätigkeitsorganisationen.

Oldenburger Schloss

Das Oldenburger Schloss ist ein weiteres Baudenkmal, das mich an St. Petersburg erinnert. In St. Petersburg gibt es die Michaelsburg. Das Schloss in Oldenburg hat jedoch eine ältere Geschichte. Es ist um 1100 als Burg angelegt worden, umgebaut und erweitert wurde es erst im 17. und 18. Jahrhundert. Ab 1817 ließ Peter Friedrich Ludwig (1785-1829), der auch einen Cousin der Zarin Katharina der Großen war, einige Teile des Schlosses und die Innenräume umbauen. Das Schloss sowie die Innenräume sind in demselben Stil erbaut worden wie die Michaelsburg. Der Bau der Burg begann 20 Jahre früher in St. Petersburg, ebenfalls unter der Leitung eines ehemaligen Vertreters der Grafschaft Oldenburg. Das war der Sohn von Katharina der Großen, Zar Paul I, der die Michaelsburg für sich und seine Familie in Zentrum von St. Peterburgs errichten ließ.

Oldenburgisches Staatstheater

Das Oldenburgische Staatstheater ist die dritte Sehenswürdigkeiten in Oldenburg, die mich an meine Heimat erinnert. Das Alexandrinski-Theater hat viel Gemeinsames mit dem Theater in Oldenburg, und zwar nicht nur architektonisch: Beide Theater entstanden zunächst in Holzbauweise und wurden erst später aus Stein errichtet, 1832 das Theater in St. Petersburg, 1833 das Theater in Oldenburg. Das Petersburger Theater trägt den Namen von Zarin Alexandra, deren Sohn Nikolaus mit Alexandra von Oldenburg verheiratet war. Alexandra von Oldenburgs Vater wiederum war Prinz Konstantin Friedrich Peter von Oldenburg.

Cäcilienbrücke

St. Petersburg ist weltweit für seine Brücken bekannt. Insgesamt gibt es in St. Petersburg 342 Brücken. 21 davon werden während der Nachtstunden hochgezogen, um Schiffe passieren zu lassen. Eine der berühmtesten ist die Schlossbrücke, die 1916 gebaut wurde und zwei Stadtteile, die jeweils auf einer anderen St. Petersburger liegen, miteinander verbindet. Es gibt beim Thema Brücken zwar keine historische Verbindung, aber auch Oldenburg hat eine Brücke, die zeitweise für den Schiffsverkehr hochgezogen wird – die Cäcilienbrücke. Sie ist eine Hubbrücke – genau wie die eisernen Brücken in St. Petersburg. Sie ist zurzeit allerdings permanent hochgezogen.

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