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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Emilys schaurig-schöne Nacht im Horror-Knast

25.10.2017

Oldenburg Auf dem Stehtisch am Einlass liegt eine Erwachsenen-Windel. Ein kleiner Scherz? „Wir hatten in den vergangenen Jahren schon mal jemanden, der hinterher eine nasse Hose hatte“, sagt die Dame am Eingang. Emily lehnt selbstbewusst ab. „Ich bin ein großer Fan von Horrorfilmen und Halloween.“ Angst vor der Angst? Fehlanzeige. Noch.

Da lächelt Emily noch.

Am vergangenen Freitag starteten die „Scream Nights“ am Posthalterweg in Wechloy. Die Mischung aus Labyrinth und Mittendrin-Theater lockt seit einigen Jahren Besucher an, die Spaß daran haben, sich erschrecken zu lassen. Emily, Moderatorin des NWZ-Youtube-Kanals „Sach an!“, gehört zu den ersten, die den Schritt in das Gefängnis wagen.

Denn das Szenario diesmal heißt „Hopes End Prison“. Jedes Jahr stehen die Organisatoren nämlich vor der Aufgaben, sich eine neue Horrorgeschichte auszudenken und in Szene zu setzen. „Serien wie ,Prison Break‘ sind ja sehr beliebt. Sie hören aber immer da auf, wo es lustig wird“, erklärt Dennis Flowers vom Veranstalter die Idee. Lustig heißt aus seiner Sicht: erschreckend.

50 Jahre Knast für Emily.

Für Emily öffnet sich also eine Gefängnistür. 50 Jahre Minimum werde sie einsitzen müssen, blafft ihr die Richterin von oben herab entgegen.

Statt in Berufung geht es sofort zur Vollstreckung. Doch schon die Wärter haben mit einem anständigen Justizvollzugsbeamten mit Beihilfeanspruch wenig zu tun. Und in ihrem Knast haben sie offenbar schon lange nicht mehr das Sagen.

Noch fünf Termine im Horror-Knast

Noch an fünf Terminen kann man die „Scream Nights“ am Posthalterweg 3 besuchen: Am Freitag, 27., Samstag, 28., und Dienstag, 31. Oktober, sowie am Freitag und Samstag, 3. und 4. November, ist jeweils von 17.30 bis 22.30 Uhr geöffnet (letzter Einlass 22.15 Uhr).

Die „Dark Hour“ findet immer im Anschluss von 22.30 bis 23.30 Uhr statt.

Das Mindestalter für Besucher, die das Horror-Labyrinth durchlaufen möchten, ist 16 Jahre.

Der Eintritt kostet 12 Euro (ermäßigt 10 Euro). Das Dark-Hour-Ticket (ein normaler Durchgang und einer durch die „Dark Hour“) ist für 19 Euro (ermäßigt 17 Euro) zu haben. Gruppentickets (ab 20 Personen mit Voranmeldung) gibt es für 10 Euro. Karten an der Abendkasse oder unter

    www.screamnights.de

Greifende Hände

Mit jedem Schritt durch die engen, verwinkelten Gänge werden die Gestalten beängstigender. Im Halbdunkel scheint plötzlich vieles nach Emily zu greifen. Sind es Fäden, die von der Decke hängen? Oder doch Hände? Die Augen wandern panisch von links nach rechts auf der Suche nach dem nächsten Erschrecker – und dem eigenen Selbstbewusstsein. Dann endlich ist der Ausgang erreicht und die Anspannung weicht freudiger Erleichterung.

Doch zu früh gefreut. Denn der richtige Horror wartet noch auf Emily. In der „Dark Hour“ ab 22.30 Uhr wird es im ohnehin schon schummrigen Gefängnis noch dunkler. Einzig eine kleine Elektro-Funzel in Emilys Hand spendet ein Rest von Licht.

Ein Virus hat das Gefängnis befallen und die Insassen in Zombies verwandelt. Emilys Schritte werden schneller und zwei Fragen tun sich auf: Wie hoch kann sie eigentlich schreien? Und war es ein Fehler, die Erwachsenen-Windel am Eingang abzulehnen? Noch befreiender als bei der ersten Runde ist der Moment, wenn man dem Labyrinth entkommen ist und sich auf der „Überlebenden-Wand“ verewigen darf.

Dennis Flowers schaut natürlich ganz genau hin und ist über jeden froh, der mit einer Mischung aus Schrecken und Amüsement im Gesicht um die Ecke kommt. „Wir sind super erleichtert, dass die Leute zufrieden sind, die hier herauskommen.“

„Ich hatte richtig Schiss“

Zu ihnen gehört Emily. „Es gab oft Momente, bei denen ich richtig Schiss hatte“, gibt sie zu, ohne dass sie es hätte sagen müssen, denn ihr Gesicht sprach während ihres Rundgangs Bände. Für sie als Horror-Fan war es aber genau das, was sie gesucht hat. „Beide Daumen nach oben.“

Emily – leicht ungehalten.

Am nächsten Tag wechselt sie die Perspektive. Emily darf selbst erschrecken. Dank Airbrush-Make-up, Kunstblut (selbst gemacht aus Rote-Beete-Saft und Speistärke) und Collodium, mit dem man Narben simulieren kann, verwandelt sich die stets lebenslustig lächelnde Emily in nur zehn Minuten in einen entstellen Häftling. Mit Hackebeil in der Hand lauert sie so den Besuchern auf.

Gleich die erste Gruppe junger Frauen fängt bei diesem Anblick laut an zu kreischen. „Dabei hatte ich genauso viel Angst, nicht in die Rolle hineinzufinden und so die Illusion zu zerstören“, erzählt Emily hinterher.

Konzentrierte Zombies

Denn auch das richtige Erschrecken ist nicht so einfach, wie es klingt. Alle Darsteller sind hochkonzentriert und wollen ihr Schauspiel so gut wie möglich herüberbringen. Nur wenn es echt genug wirkt, ist auch die erzeugte Angst echt. Das motiviert auch Horror-Fan Emily. „Zu sehen, wie die Leute dann reagieren, das ist auch ein Nervenkitzel.“


  Was Emily bei den „Scream Nights“ erlebt hat und alle anderen Videos finden Sie unter   www.youtube.com/sachanchannel 
Patrick Buck Redakteur / Redaktion Oldenburg
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