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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Spitzenmäßige Kombination im Großen Haus

15.02.2019

Oldenburg Oper und Ballett – was uns heute nur noch sehr selten in Kombination begegnet und dadurch ungewöhnlich erscheint, war nicht nur vor knapp 300 Jahren in Frankreich durchaus üblich. „In Frankreich gehörte über Jahrhunderte zu einer guten Oper immer eine sehr große Portion Tanz“, erläutert Stephanie Twiehaus, Dramaturgin am Oldenburgischen Staatstheater.

Ein Meisterwerk solch einer Kombination aus dem französischen Barock feiert am 16. Februar in Oldenburg Premiere, nämlich „Les Paladins“ von Jean-Philippe Rameau. Es handelt sich um ein Stück, das äußerst selten gespielt wird und wenn, dann durchaus auch ohne die Tanzeinlagen. Da das Oldenburgische Staatstheater jedoch über eine eigene Ballett Compagnie verfügt, kann es sich etwas leisten, was selbst die großen Opernhäuser oft nicht schaffen: „Les Paladins“ so authentisch wie möglich umzusetzen.

Durch Kontakte nach Versailles kam man mit dem künstlerischen Leiter des dortigen „Centre de Musique Baroque“ (Zentrum für Barocke Musik), Benoît Dratwicki, ins Gespräch. Der war sofort begeistert von den Oldenburger Plänen und so wurde „Les Paladins“ als eine der außerhalb Frankreichs zu fördernden Produktionen ausgewählt. Das bedeutete nicht nur eine finanzielle Unterstützung, sondern auch jede Menge Know-how, das vermittelt wurde. Es ergab sich die Möglichkeit, eine exklusive Neuedition des Werkes aufzuführen. Der ausgewiesene Barockspezialist und Rameau-Experte Alexis Kossenko wurde als Musikalischer Leiter vorgeschlagen und vermittelt. Benoît Dratwicki hat die Oldenburger Sängerinnen und Sänger in den speziellen Gesangstechniken des französischen Barockgesangs unterwiesen, welcher einen großen Unterschied zum italienischen Barockgesang bildet. Zusätzlich wurde auch in der französischen Presse Werbung für die ungewöhnliche Oldenburger Aufführung gemacht.

Neben Alexis Kossenko, dem französischen Regisseur Franҫois de Carpentries und der Kostümbildnerin Karine Van Hercke macht der in Paris geborene Oldenburger Ballettdirektor Antoine Jully das Expertenteam perfekt. Er hat für „Les Paladins“ eine ganz neue Choreographie entwickelt, denn im Gegensatz zu Musik und Gesang war es zu Rameaus Zeiten noch nicht üblich, die Details einer Tanzchoreographie zu verschriftlichen und so für die Nachwelt zu erhalten.

Den Inhalt des Stückes beschreibt Dramaturgin Twiehaus als turbulent, humorvoll und vielschichtig: „Das Stück mag auf den ersten Blick wie ein einfaches Märchen wirken, aber der Schein trügt.“ Der Paladin Atis liebt Argie. Doch deren Vormund Anselme möchte sie lieber tot als bei einem anderen Mann sehen. Mit einem Trick gelingt es Atis zunächst, Argie zu befreien, doch der zu allem entschlossene Anselme ist nur durch das Eingreifen der Fee Manto zu bezwingen.

Passend zu den vielen Stilen, die schon Rameau in „Les Paladins“ vereinte, spielt auch die Inszenierung – mit viel Augenzwinkern – nicht nur auf den französischen Barock, sondern auch auf viele andere verschiedene Stilrichtungen und Epochen an.

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