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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Steter Schutz unterm Schirm der Freunde

18.04.2019

Oldenburg Kein Bühnenbild, keine Kostüme – trotzdem hat das Stück mächtig Eindruck gemacht. Mädchen einer Oldenburger Schulklasse durften einer Probe des Dramas „Ellbogen“ nach der Romanvorlage von Fatma Aydemir beiwohnen. Die anschließende Diskussion und der Austausch mit den Schülerinnen waren sehr lebhaft und haben Dramaturg Matthias Grön begeistert. Beste Voraussetzung also für ein Theaterstück, das heute Premiere feiert.

Die junge Hazal wächst in Deutschland in einem Haushalt auf, in dem ihre türkischen Eltern noch sehr ihren heimatlichen Traditionen verbunden sind. Sie wird als Mädchen sehr streng erzogen und darf sich nur selten mit Freundinnen treffen, abends schon gar nicht. Aber auch außerhalb des familiären Umfelds hat sie kaum Chancen. In der Schule lief es schlecht und nun sitzt sie ihre Zeit in einer berufsvorbereitenden Maßnahme ab. Sie jobbt bei ihrem Onkel in der Bäckerei, weil sie andernorts nur Absagen bekommen hat. Und wenn sie dann doch Zeit mit ihren Freundinnen, die aus ähnlichen Verhältnissen kommen, verbringt, sind kleinkriminelle Aktionen und aggressive Sprüche an der Tagesordnung. Hazals 18. Geburtstag soll für ein bisschen Spaß in ihrem tristen Leben sorgen. Eine Tante hat sich für sie eingesetzt und so darf sie mit ihren Freundinnen abends endlich mal Party machen – und zwar im angesagtesten Club Berlins. So ist der Plan. Doch dort werden sie vom Türsteher abgewiesen. „So wie sie immer abgewiesen werden und das hat etwas mit sozialer Klasse zu tun“, erläutert Dramaturg Grön den Wendepunkt der Geschichte, ab dem alles eskaliert.

Trio meistert Hazal

Regisseurin Jana Milena Polasek, die am Oldenburgischen Staatstheater keine Unbekannte ist und schon „Supergute Tage“ und „Hiob“ inszenierte, hat die Bühnenfassung selbst geschrieben. In ihrer Inszenierung besteht die gesamte Rollenbesetzung aus drei Schauspielerinnen. Sie alle spielen die Hazal und geben ihr eine Stimme.

Im Laufe des Stückes teilen sie sich auf und spielen auch Hazals Freundinnen und mit der großen Katastrophe bleibt nur noch eine Hazal übrig. Der Freundschaftsaspekt interessiert das Team um Polasek besonders und steht entsprechend im Mittelpunkt.

Für die Musik, die auch im Roman eine wichtige Rolle einnimmt, sorgt Johannes Winde. Wie ein Leitmotiv zieht sich der Song „Umbrella“ von Rihanna durch die Geschichte. Er hat für die Mädchen eine besondere Bedeutung, denn inhaltlich spiegelt er das Verständnis von ihrer Freundschaft wider, wie wichtig sie einander sind und dass sie beieinander wie unter einem Schirm Schutz finden. Helen Wendt entwickelt Choreografien, die als Ausdrucksmittel dienen, um die Freundschaft der Mädchen auf der Bühne noch besser zu verdeutlichen.

Mitleid mit Figur

„Nach meinem Gefühl bietet das Theater die Chance, Hazal näher zu kommen. Im Roman bleibt man auf Abstand, ihr Charakter bleibt unbegreiflich. Im Theater wird Hazal durch die physische Präsenz deutlich sympathischer. Dadurch haben wir eher den Eindruck, dass wir an einer Tragödie teilhaben und geradezu Mitleid mit der Figur empfinden“, fasst Grön seinen Eindruck der Inszenierung zusammen.

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