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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Wenn Welten auf der Bühne aufeinandertreffen

24.01.2018

Oldenburg Die zweite Premiere der Ballettcompagnie des Oldenburgischen Staatstheaters in der aktuellen Spielzeit trägt die Namen der beteiligten Choreografen im Titel: „Schläpfer/Jully/Blaska“. Doch was hier im ersten Moment so schlicht erscheint, ist für die Ballettszene etwas ganz Besonderes. Neben Antoine Jully, dem Ballettdirektor und Chefchoreografen der Oldenburger Compagnie, werden zwei weitere bedeutende Tanzschaffende diesen Ballettabend gestalten.

Martin Schläpfer ist der Chefchoreograf und Künstlerische Leiter des Balletts am Rhein Düsseldorf Duisburg und hat bewusst nur mit wenigen Ensembles außer dem eigenen gearbeitet. Dass er nun eine Choreografie mit der Ballettcompagnie einstudiert und erarbeitet, sei eine große Ehre. Wurde doch Schläpfers Ballett am Rhein vom Magazin Tanz zum vierten Mal in Folge als Compagnie des Jahres gewählt. Antoine Jully war jahrelang selbst Tänzer bei Schläpfer.

In Oldenburg wird Schläpfers Stück „Violakonzert“ zu Alfred Schnittkes „Konzert für Viola und Orchester“ (1985) zur Aufführung gebracht. Es entstand in verschiedenen Etappen und hatte eine „erste“ Premiere 2002. Damals hatte Schläpfer durch eine Erkrankung lediglich zwei der drei Sätze choreografieren können. 2004 gab es eine weitere Premiere mit dem vollständigen Stück. Hier in Oldenburg werden mit der Compagnie Teile neu erarbeitet und verändert. Die Choreografie selbst hat keine direkte Handlung. Sie ist jedoch sehr stark von Schnittkes polystilistischer Musik inspiriert, die zusätzlich durch schwere Erkrankungen geprägt wurde. Dramaturgin Nastasja Fischer erläutert, wie die Komposition von Schnittke selbst gesehen wurde: „Er sagt selbst, es ist eine Art Abschied. Die ersten beiden Sätze bezeichnet er als Leben, bzw. eine rastlose Jagd durch das Leben und der dritte Satz ist der traurige Rückblick auf das Leben, wenn es zu Ende geht.“

Den zweiten Teil des Abends bildet mit einer deutschen Erstaufführung die Choreografie „Tam Tam et Percussion“ des französischen Choreografen Félix Blaska aus dem Jahre 1970. Blaska, der 1941 geboren wurde, blickt auf eine lange und erfolgreiche Karriere als Tänzer und Choreograf zurück und ist immer noch beruflich aktiv. Wie bereits in der ersten Spielzeitpremiere der Ballettcompagnie mit „Tensile Involvement“ von Alwin Nikolais setzt sich das Ensemble hier mit einem Stück Tanzgeschichte auseinander. „Das Besondere an diesem Stück ist, dass zwei Welten oder Gegensätze zueinander finden, von denen man auf den ersten Blick nicht denken würde, dass das möglich ist: Klassisches Ballett und Percussion-Musik“, beschreibt Fischer die Choreografie. Einerseits tragen die Tänzerinnen Spitzenschuhe, andererseits stehen zwei Musiker mit auf der Bühne, die Percussions und afrikanische Trommeln live spielen.

Der Abend wird mit einer Uraufführung beschlossen. Antoine Jullys Choreografie „Der Tod und das Mädchen“ wurde musikalisch inspiriert durch das d-moll Streichquartett von Franz Schubert, der sich seinerseits auf das gleichnamige Gedicht von Matthias Claudius bezog. Antoine Jully orientierte sich in seiner Bearbeitung des Themas an der Tatsache, dass jeder Mensch seinen eigenen Tod hat. Er kommt definitiv, aber zu jedem unterschiedlich.

Dramaturgin Telse Hahmann erklärt Jullys Umsetzungen: „Antoine Jully hat das Thema so gegriffen, dass er nicht nur ein Mädchen und einen Tod auf die Bühne bringt, sondern verschiedene Frauen und Mädchen, die auf unterschiedliche Tode treffen.“ Wie im Gedicht von Claudius wird der Tod jedoch nicht als der große Schrecken gesehen, sondern auch als möglicherweise etwas Befreiendes oder Beruhigendes. Auch bei dieser Aufführung wird es Live-Musik auf der Bühne geben. Zur Premiere werden alle drei Choreografen in Oldenburg sein.

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