• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Feiern mit Blick über den Tellerrand

28.07.2017

Oldenburg „50 Jahre Fußgängerzone sind natürlich ein Grund zum Feiern“, sagt Sigrid Osterloh von Werkstattfilm. „Sie sind zugleich auch ein Anlass, zurückzuschauen auf die gravierenden städtebaulichen Veränderungen, die sie mit sich brachte.“ Aus diesem Grund widmet der Verein dem Jubiläum eine Ausstellung und eine Veranstaltungsreihe mit Filmen, Vorträgen und Workshops rund um das Thema Städtebau. „Wir wollen mit der Ausstellung zeigen, wie es früher aussah und mit dem Begleitprogramm auch gleichzeitig zum Nachdenken über zukünftige Entwicklungen des Städtebaus anregen.“ Die Oldenburger Innenstadt steht dabei für Werkstattfilm-Leiter Farschid Ali Zahedi „mit ihrer Bedeutung als öffentlicher Raum und Mittelpunkt des städtischen Lebens über den Konsum hinaus“ im Fokus.

In der Ausstellung „Von der Markthalle bis zur Mall“ zeigt Werkstattfilm ab Sonntag, 6. August, anhand zeitgenössischer Fotos, wie sich die Stadt durch die Baumaßnahmen zur Fußgängerzone verändert hat. Die Bilder stammen aus dem Nachlass des 2005 verstorbenen ehemaligen Stadtbaurat Horst Neidhardt, in dessen Amtszeit die Fußgängerzone gebaut wurde. Neben den ausgestellten Fotos können die Besucher an zwei Terminals Hunderte weiterer Fotos betrachten. „Horst Neidhardt hat die Bauphasen umfangreich dokumentiert und zum Beispiel auch Vorher-Nachher-Fotos von allen relevanten Orten gemacht“, sagt Ali Zahedi. „Die Besucher können satt zwei Stunden hier verbringen um sich Bilder anzusehen.“ Dabei zeigen sich ihnen oft verblüffende Einblicke, etwa in die alte Bebauung der Mühlenstraße, die dem Kaufhaus Horten und dem zugehörigen Parkhaus komplett weichen musste. Entlang einer großen Übersichtskarte des Stadtzentrums zeigt die Ausstellung außerdem Ansätze „alternativer“ Konzepte. So gab es etwa die Idee, die Innenstadt mit einer Hochstraße nach Osternburg zu überbrücken oder gar eine vierspurige Straße direkt hindurch zu bauen. Damalige Studenten der Universität regten außerdem an, die Innenstadtbebauung komplett durch Hochhäuser zu ersetzen.

Ein anderes Konzept hatte ursprünglich auch Werkstattfilm für seine Ausstellung. „Unsere erste Idee war, die ganze Innenstadt als Ausstellungsraum zu nutzen“, erzählt Ali Zahedi. „Wir wollten mit überlebensgroßen Bilden an den entsprechenden Orten zeigen, wie es vor und während der Bauarbeiten aussah.“ Die Stadt und das City Marketing Oldenburg (CMO) machten dem Verein aber einen Strich durch die Rechnung. „CMO sah darin keinen Profit und wollte sich selbst nicht beteiligen. Und die Stadt sagte uns, dass ohne Zustimmung von CMO nichts daraus wird.“ Ali Zahedi ärgert sich immer noch darüber. „Nicht nur, dass für uns dadurch ein halbes Jahr Vorbereitung für die Katz war und uns Sponsorengelder von Cewe und der LzO für das Konzept verloren gingen“, sagt er. „Mich ärgert vor allem die Einstellung dahinter. Unser Auftrag ist die Bildung. Die Innenstadt orientiert sich aber absolut nur noch am Konsum. Das wird ihrer Bedeutung als Lebensraum und Begegnungsstätte nicht gerecht.“

Die Ausstellung wird am Sonntag, 6. August, um 11 Uhr im KinOLaden eröffnet. Der Eintritt ist an diesem Tag frei, um Spenden wird gebeten. Zur Eröffnung kann außerdem ein historischer Übertragungswagen des NDR aus den 50er Jahren vor dem KinOLaden besichtigt werden. Die Ausstellung ist nach der Eröffnung jeweils samstags und sonntags zwischen 14 und 18 Uhr zu sehen. Der Eintritt kostet zwei Euro. Als besondere Zeitreise bietet der Verein Stadtrundfahrten in einem historischen Pekol-Bus an. Die rund 30-minütigen Touren führen die Teilnehmer an die Orte der größten baulichen Veränderungen. Auch Rundgänge durch die Innenstadt werden zu diesem Thema angeboten. Zum weiteren Programm rund um die Ausstellung gehört unter anderem eine Filmreihe, in der von August bis Dezember zehn Filme verschiedene Aspekte des Städtebaus beleuchtet werden. Außerdem gibt es einmal im Monat Vorträge und Diskussionen mit Experten rund um städtebauliche Themen. Moderiert wird die Vortragsreihe – hier schließt sich metaphorisch der Innenstadtring – von Roland Neidhardt, dem Sohn des Begründers der Oldenburger Fußgängerzone.

Von der Markthalle zur MallAusstellung, Eröffnung 6. August, 11 Uhr. Ab 12. August jeweils samstags und sonntags, 14 bis 18 Uhr.

Stadtrundfahrten im historischen Bus, 13. August, 3. September und 8. Oktober, jeweils 15 Uhr

Oldenburgs Innenstadt Vortrag von Daniel Fuhrhop. 18. August, 19.30 Uhr

Stadtrundgang 27. August, 24. September, 22. Oktober, jeweils 14 Uhr

Human ScaleFilm, 6. und 7. September, 19.30 Uhr

Neues BauenKurzfilme, 20. und 21. September, 19.30 Uhr

Was macht eine Stadt lebenswertVortrag von Gabriele Nießen, 22. September, 19.30

Wohnen und Urbanität der 50er/60er JahreKurzfilme, 4. + 5. Oktober, 19.30

Verdrängung hat viele GesichterFilm und Diskussion, 13. Oktober 19.30 Uhr

Göttliche LageFilm, 18. und 19. Oktober, 19.30 Uhr

Die Stadt als BeuteFilm, 1. und 2. November, 19.30 Uhr

Die Kultur der StadtVortrag von Walter Siebel, 10. November, 19.30 UhrWem gehört die Stadt?Film, 15. und 16. November, 19.30 Uhr

The Gruen EffectFilm, 29. und 30. November 19.30 Uhr

Migration und StadtentwicklungVortrag von Dr. Norbert Gestring, 8. Dezember, 19.30 Uhr

Bikes vs. CarsFilm, 13. + 14. Dezember, 19.30 Uhr

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.