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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Nur Wurst Maxe fehlt noch

09.06.2018

Oldenburg Einen Schatz angehäuft hat der Oldenburger Walter Piepersjohanns. Seit 1990 hat der ehemalige Abteilungsleiter der EWE vor allem alte, aber auch neue Postkarten-Ansichten der Stadt gesammelt. 7500 unterschiedliche Oldenburg-Motive von etwa 400 Verlagen hat Piepersjohanns inzwischen in seinem Arbeitszimmer im Dobbenviertel säuberlich sortiert.

Zusammen mit dem Sammler gehoben hat diesen Schatz als Buchprojekt nun der Verleger Florian Isensee, der die schönsten Ansichten in dem Bildband „Oldenburg in Bildern von gestern und heute“ herausgibt (60 Seiten, 12,90 Euro). Das Besondere: Es sind immer fünf bis sieben Postkartenansichten, die auf einer Doppelseite die 28 Orte und Plätze und über die Jahrzehnte auch ihre Veränderung zeigen – immer etwa von 1900 bis heute: Lefferseck, Lappan, Marktplatz und Rathaus, Schlossplatz, Schlossgarten, Lambertikirche, Stau und Hafen, Damm, die Brücken und viele mehr, immer mit einem kurzen Text.

Fast 30 Jahre lang hat Piepersjohanns dafür mit seiner Frau Flohmärkte und Messen abgeklappert, inzwischen läuft vieles über die Internet-Recherche, jede Karte hat er digitalisiert. Der 72-Jährige sagt: „Mein Schwager ist in den Nachkriegsjahren als Flüchtling aus Schlesien hierher gekommen und hat in der Roggemannstraße, Ziegelhofstraße und Haarenstraße gewohnt. Wir lieben Oldenburg und oft haben wir zusammen überlegt: Wie war das eigentlich damals? Da habe ich mit der Postkarten-Suche begonnen.“ Viele Postkarten wurden während des 1. Weltkriegs von 1914 bis 1918 aus der großen Garnisonstadt, in der es mehrere Lazarette gab, verschickt. Aber auch im 2. Weltkrieg wurden von Kriegsverletzten von Kreyenbrück aus an die Verwandten geschrieben. Die Texte liest Piepersjohanns allerdings nicht: „Das ist Privatsache.“

Seine älteste Bildpostkarte zeigt das Schloss im Jahr 1894. „Es gibt allerdings relativ wenige Bilder aus 1900, erst nach der Landesausstellung 1905 hat sich das hier entwickelt und es gab dann auch immer mehr Postkartenansichten“, sagt Piepersjohanns. „Man kann darauf auch erkennen, dass Eversten zum Beispiel in den 20ern überhaupt noch nicht Oldenburg war. Früher wurde an der Hauptstraße sogar noch Wegezoll verlangt. Kaum einer weiß heute auch noch, wie es war, als die Schleusenstraße ein Wasserweg war, um den Torf als Brennstoff herzubringen und hier in Torfschuppen zu trocknen. Die Lastensegler lagen direkt vor dem Augusteum.“

Flohmärkte besucht der Sammler inzwischen nicht mehr – „ich habe ja alles, nur der ,Rauchfang’, wo wir früher nach lustigen Nächten immer noch waren, und der unvergessliche ,Wurst Maxe’, die hätte ich gerne, die gibt’s aber nicht.“ Er weiß es.

Karsten Röhr
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2110

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