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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Altes Handwerk neu erleben

12.03.2018

Oldenburg Friedrun Fritzsches Finger greifen nach einem Spachtel. Sie senkt die Hand auf den Krug, der sich auf ihrer Töpferscheibe schnell im Kreis dreht. Gleichmäßig schält sich eine dünne Schicht Ton ab. Interessiert wird sie dabei von Jennifer Herbert und Magdalena Reiss beobachtet. Die beiden Frauen nahmen den „Tag der offenen Töpferei“ am Wochenende zum Anlass, um sich mal vor Ort über das Handwerk zu informieren.

Tag der offenen Töpferei

Das Wochenende rund um die Keramik und die Töpferei gibt es bereits seit 13 Jahren – und das bundesweit. Das Motto ist „schauen, anfassen und staunen“.

In Oldenburg und Umgebung beteiligten sich neben Friedrun Fritzsche (Großer Kuhlenweg 23) und Barbara Klump (Bernhard-Friedrich-Weg 23) auch Frauke Abel (Humboldtstraße 2), Sabine Thies (Ahornstraße 73 in Wehnen) und Anke H. Otto (Fliederstraße 13c, ebenfalls Wehnen) am Tag der offenen Tür.

Mehr Infos unter

Mehr Infos unterwww.tag-der-offenen-toepferei.de

„Das, was ich hier mache, nennt sich abdrehen“, erklärt Fritzsche. „Das ist die Arbeit, die am zweiten Tag nach dem eigentlichen Drehen passiert. Und es dauert viel länger, denn jetzt versäubere ich alles“, sagt sie. Die Form wird nachgearbeitet, der Rand versäubert und an einigen Stellen nehmen ihre Hände geschickt noch ein wenig Material ab – so, wie gerade mit dem Spachtel. Für diese Arbeit muss der Ton schon wieder fest sein, sonst würde all das nicht funktionieren – deshalb habe sie die Gefäße auch schon am Tag davor gedreht.

„Die Techniken, die ich gelernt habe, sind noch sehr traditionell“, sagt Fritzsche. „An so einem Tag der offenen Tür zeige ich gerne am Objekt, was töpfern eigentlich ist. Oft wird es ja so in die künstlerische Richtung gedrängt, aber es ist eben viel mehr ein Handwerk – wenn man dann noch künstlerisch kreativ ist, umso besser.“ Das schon mehrere Jahrhunderte bestehende Handwerk des Töpferns soll noch lange Zeit weiter bestehen bleiben – da sind sich die Keramikerinnen und Gäste des Tags der offenen Töpferei absolut einig. „Uns hat es hier total gut gefallen, vor allem, weil wir das Ganze mal in Action sehen konnten. Wenn Friedrun Fritzsche da sitzt, sieht das so einfach aus, aber das ist es nicht“, sagt Magdalena Reiss. Auch ihrer Freundin Jennifer Herbert hat der Tag gut gefallen – besonders weil die verschiedenen Gefäße auch direkt benutzt wurden. In der Küche von Fritzsche wird Tee aus ihren Tassen serviert und Kuchen, der in ihren Formen gebacken worden ist.

Nicht nur Friedrun Fritzsche hat als Oldenburgerin beim Tag der offenen Töpferei mitgemacht, auch Barbara Klump öffnete ihr Atelier. Bei ihr durften die Gäste sogar selbst an die Töpferscheibe und ein kleines Gefäß drehen. „Davon sind alle ganz begeistert – nicht nur die Kinder“, sagt sie und lächelt. Auch sie freut sich darüber, ihr Handwerk den Menschen näher zu bringen, schließlich wüssten nur noch die wenigsten, wie viel Arbeit in einem Gefäß steckt. „Vor allem die Plattenvasen sind sehr aufwenig – da arbeitet man nach einem Schnittmuster, fast so wie beim Nähen einer Bluse“, erklärt Klump. Auch wenn ihre Töpferei im Bernhard-Friedrich-Weg 37 etwas versteckt ist, ist sie ganz zufrieden mit der Besucherresonanz. Wie auch bei Fritzsche besuchten rund 50 Keramikfans am Samstag ihr Atelier. Und sonntags läuft es immer noch einmal besser, wissen die beiden Frauen. „In diesem Jahr ist der Tag hier in Oldenburg besser besucht als im vergangenen“, sagt Klump. Eine weiterer Hinweis darauf, dass sich die Töpferscheiben in Oldenburg wohl noch sehr lange drehen werden und das alte Handwerk jung bleibt.

Lina Brunnée
Volontärin, 3. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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