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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Theater: Ein Stück Mut und Hoffnung in düsteren Zeiten

26.01.2019

Oldenburg Vermutlich wird an diesem Samstag in der Exerzierhalle die eine oder andere Träne fließen. Dann feiert die Jugendoper „Brundibár“ von Hans Krása Premiere. Doch ihre Aufführung wird nicht der Grund für die traurigen Emotionen der Zuschauer sein.

Vielmehr ist der vorgeschaltete Prolog bestehend aus Auszügen der Chorlieder von Wilfried Hillers „Theresienstädter Tagebuch“ ein Garant für Gänsehaut. Es handelt sich hierbei um Originaltexte von Kindern aus dem Konzentrationslager Theresienstadt, die seinerzeit herausgeschmuggelt und über sechzig Jahre später von Hiller vertont worden sind. Bisher gab es erst vier Aufführungen dieses Liederzyklus für Jugendchor. Die Oldenburger Aufführung wird die erste außerhalb Bayerns sein.

Kombiniert werden diese Lieder im Prolog mit Aussagen von Kindern und Jugendlichen unserer Zeit, nämlich den Protagonisten dieser musikalischen Werke. Der Kinder- und Jugendchor des Staatstheaters, Klang Helden, wird gemeinsam mit Kammersänger Paul Brady „Brundibár“ und „Theresienstädter Tagebuch“ auf die Bühne bringen. In Workshops haben sich die Kinder und Jugendlichen im Alter von neun bis 19 Jahren unter Anleitung von Regisseur Jens Kerbel zunächst über der Geschichte dieser beiden Stücke ausgetauscht. Denn nicht nur das „Theresienstädter Tagebuch“ hat einen erschütternden Hintergrund. Nachdem Komponist Krása 1942 ins KZ Theresienstadt deportiert worden war, bedienten sich die Nazis an seiner Jugendoper und ließen die internierten Kinder „Brundibár“ über 55 Mal aufführen. Allein für den Zweck, dass man auf diese Weise externen Beobachtern suggerieren konnte, Theresienstadt sei ein Kurort für Juden.

Trotz des Zwangs, der hinter diesen Aufführungen steckte, empfanden viele Kinder diese Oper als Lichtblick in ihrer düsteren und grausamen Welt. Besonders der Finalchor „Ihr müsst auf Freundschaft bau’n, den Weg gemeinsam geh’n“ entwickelte sich zu einer regelrechten Hymne von Theresienstadt.

Der Inhalt der Oper, die 1941 in Prag uraufgeführt wurde, hat zunächst einmal nichts mit den Nationalsozialisten und der jüdischen Unterdrückung zu tun. Die Geschwister Aninka und Pepiček müssen Geld auftreiben, um für ihre kranke Mutter Milch kaufen zu können. Der Leierkastenmann Brundibár bringt sie auf die Idee, ebenfalls mit Straßenmusik Geld zu verdienen. Doch sie finden kein Gehör. Gemeinsam mit einem Spatz, einer Katze und einem Hund entwickeln die Kinder einen Plan, wie sie doch noch erfolgreich sein können.

Nach Meinung von Jens Kerbel ist das Stück bereits für Kinder ab acht oder neun Jahren geeignet. In seiner Arbeit mit den jüngsten Chormitgliedern hat er festgestellt, dass in diesem Alter das Verständnis, wenn auch nicht bis in kleinste Detail, vorhanden ist.

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