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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Theater Hof/19 In Oldenburg: „Grimmes Wörter Wahnsinn“ ist ein märchenhafter Spaß

07.10.2019

Oldenburg Zuerst kommen die Fakten auf den Tisch: Das Deutsche Wörterbuch, auch „Der Grimm“ genannt, weil es von den Brüdern Jakob und Wilhelm Grimm begonnen wurde, ist das größte und umfassendste Wörterbuch der deutschen Sprache. 32 Bände, 38 000 Seiten rund 320 000 Stichwörter, Gesamtgewicht etwa 84 Kilogramm. Wobei die Brüder selber nur einen Bruchteil bearbeiteten. Wilhelm kam bis zum Buchstaben D und Jakob verstarb während seiner Bearbeitung des Eintrages für „Frucht“. Sprachwissenschaftler setzten ihre Arbeit fort und erst 123 Jahre nach Beginn konnte das Werk vollendet werden.

Es handelt sich also um reichhaltiges Quellenmaterial, auf das René Schack und Christian Klein für ihr neues Bühnenprogramm „Grimms Wörter Wahnsinn“, das am Wochenende im theater hof/19 Premiere feierte, zurückgreifen können. Als ob sie durch ein Wörterbuch blättern würden, widmen sich Schack und Klein dem Alphabet und teilweise auch den grammatischen Variationen des Deutschen in einer äußerst bunten Mischung.

Die Vielfalt der deutschen Sprache und die sprachliche Virtuosität der beiden Verfasser des Stückes werden direkt beim Buchstaben A deutlich. Wenn Schack die Geschichte von Anne erzählt und dazu nur Wörter verwendet, die mit A beginnen, dann ist man schon überrascht, was dieser einzelne Buchstabe allein an sprachlicher Fülle zu bieten hat. Auch die Analyse der deutschen Artikel der/die/das – womit wir beim Buchstaben D wären – und insbesondere der Geschlechterzuordnung bestimmter Wörter amüsiert und erstaunt zugleich. Beim Buchstaben E wie Entwicklung oder Evolution widmet sich Schack seiner Paradedisziplin, der Pantomime. Mit fast schon tänzerischer Anmut stellt er die Entwicklung des Menschen vom steinzeitlichen Jäger und Sammler über den mittelalterlichen Kontrast zwischen Adel und Bauern bis hin zur Neuzeit mit Eisenbahn, Kriegselend, Hektik der Großstadt und schließlich moderner Technik wie Smartphones und virtueller Realität dar.

Christian Klein ist in erster Linie für die musikalische Komponente zuständig, aber auch sein schauspielerisches Talent kann sich durchaus sehen lassen. Die beiden Akteure arbeiten sich durch das Alphabet und sind dabei manchmal makaber bis dramatisch, manchmal richtig lustig und manchmal einfach nur albern. Beim Buchstaben G verlieren sie sich in einem „Gras-Rausch“ und scheren aus zu „Grimms Gruselgeschichten“. Sprachliche Phänomene und Wortspiele werden nun mit den bekannten Märchen kombiniert. Hier driftet das Programm zeitweise Richtung Nonsens ab, beispielsweise, wenn Klein und Schack als Hänsel und Gretel das nach ihnen benannte Kinderlied auf der Blockflöte intonieren.

Und plötzlich ist man beim Buchstaben Z angelangt und Schack gesteht selbst: „Ziellos, zerfahren, zusammengewürfeltes Zeug.“ Das Publikum, welches bester Stimmung ist, wird mit einem Zungenbrecher-Chor verabschiedet.
 Das Stück im theater hof/19 war vorerst nur an einem Wochenende zu sehen. René Schack erleben können erwachsene Zuschauer im Wilhelm Busch-Abend (13. und 14. Dezember) und Kinder in der Kleinen Zoogeschichte (10., 11. und 12. Dezember). Der komplette Spielplan unter:


     www.theaterhof19.de 
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