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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Frauenbewegung auf der Bühne

10.10.2018

Oldenburg Sind wir gleichberechtigt? Haben wir Macht? Müssen wir Kinder kriegen? Oder Opfer bringen?

Bühnenreife Fragen, die sich derzeit elf Frauen in der Limonadenfabrik stellen. Nach hundert Jahren Wahlrecht, fünf Jahrzehnten 68er- Frauenbewegung ist es Zeit, Theater zu machen, findet Gina Schumm vom Verein Jugendkulturarbeit. Gemeinsam mit zehn Geschlechtsgenossinnen aus Oldenburg und anderen Städten arbeitet sie seit Februar an dem Projekt mit dem verheißungsvollen Titel „Das feministische

Bühne frei


 Das Stück feiert am Freitag, 26. Oktober, um 20 Uhr in der Limonadenfabrik (Kleine Straße 8) Premiere.
 Weitere Aufführungen sind am Samstag, 27. Oktober, 20 Uhr, und Sonntag, 28. Oktober, 19 Uhr. Für Schulklassen und Gruppen gibt es nach Voranmeldung eine Vorstellung am Montag, 29. Oktober, um 10.30 Uhr.
 Karten kosten 12, ermäßigt 7 Euro. Vorbestellung unter Telefon  16464.

Paradies“.

Begonnen hat die gemeinsame Arbeit mit einer Rückschau auf die letzten hundert Jahre. Danach haben die Frauen gesammelt, welche Themen ihnen besonders wichtig sind. Und die sind so facettenreich, wie die Mitwirkenden selbst: Die Tänzerinnen, Studentinnen, Psychotherapeutinnen, Theaterpädagoginnen, Industriedesignerinnen, FSJlerinnen, Lehrerinnen, Mütter und Töchter sind zwischen 20 und 60 Jahre alt. Jede hat eine andere Sicht auf den Feminismus und hat eigene biografische Hintergründe mitgebracht. „Für eine junge Frau von heute ist es unter Umständen ganz normal, wofür ihre Mutter damals gekämpft hat“, sagt Gina Schumm. Und so wurde und wird viel diskutiert.

Frauenbewegte Zeitreise

Gemeinsam haben die Projektteilnehmerinnen Texte für das rund einstündige Stück geschrieben. Jetzt, während der Herbstferien, haben sich alle freigenommen und proben täglich auf der Bühne der Limonadenfabrik. Zwei der elf Frauen stehen hinter den Kulissen. Alle anderen haben eine Rolle in der szenischen Collage mit Tanzeinlagen und Projektionen. Performativ wird der Zuschauer zu einer Zeitreise vom weiblichen Wahlrecht über den meilensteinlegenden Satz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“, der 1949 im Grundgesetz verankert wurde, zu den Protestjahren um 1968 bis hin zu den Debatten der heutigen Zeit eingeladen.

Themen wie Bildung, Beruf und Sexualität kommen dabei genauso zum Tragen, wie der Blick über den Tellerrand. So wird die weltweite Situation der Frau beleuchtet – die Unterdrückung in Entwicklungsländern und islamisch geprägten Kulturen. Biografische Texte werden dabei mit fiktiven Passagen gemischt, Originaltöne und Bilder eingespielt, Forderungen der damaligen und heutigen Frauenbewegung gegenüber gestellt.

Das Publikum soll etwas zum Nachdenken, zum Lachen, zum Diskutieren haben, wünschen sich die Initiatorinnen. „Wir bleiben im Prozess“, sagt die 60-jährige Margit Ostern, „und stellen die Frage, ob die Forderungen von 68 erfüllt sind – mit der Frauenquote“. Generell ginge es darum, ob sich die Gesellschaft genug geändert habe, oder, was es zum Umdenken brauche. Heute gäbe es keine klaren Fronten mehr. Männer seien genauso Teil einer gleichberechtigten Welt.

Gemeinsame Ziele

Aber auch, wenn Frau ihren Beruf frei wählen, sich für oder gegen die Mutterschaft entscheiden, zur Urne schreiten könne, wäre sie noch immer nicht überall mit den Männern auf Augenhöhe. „Wie viele Politikerinnen haben wir?“, fragt Margit Ostern. Gleichzeitig sei in der gemeinsamen Arbeit auch interessant gewesen, wie manche Töchter unter ihren feministischen Müttern gelitten haben. Und wie Feministin überhaupt zum Schimpfwort werden konnte.

Das feministische Paradies, soviel steht für die elf Frauen fest, ist eine Gesellschaft, die Platz für individuelle Bedürfnisse hat, die unterschiedliche Meinungen respektiert. Zwischen Selbstoptimierung, Geburtenkontrolle, familienfreundlicher Arbeitszeit, Kind und Karriere, Frauenquote und MeToo-Debatte ist jede gleichberechtigt.

Bei aller Verschiedenheit haben wir ein gemeinsames Ziel, sagen die elf Frauen: eine gleichberechtigte Gesellschaft, in der jede bühnenreife Fragen stellen kann.

Lea Bernsmann
Redakteurin
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2106

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