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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Leidenschaftliche Stimmakrobatik

06.12.2018

Oldenburg Wie gut die Sängerinnen und Sänger eines Opernhauses sind, zeigt auch die Auswahl der Stücke. Schließlich müssen ihre Stimmen ja dazu in der Lage sein, das entsprechende Werk zu bewältigen. Die Tatsache, dass das Oldenburgische Staatstheater mit „Lucia di Lammermoor“ wieder eine Oper von Gaetano Donizetti auf die Bühne bringt, spricht für die Qualität des Ensembles.

Besonders hervorzuheben ist der Part der Lucia, den Sopranistin Sooyeon Lee übernimmt. „Für Koloratursopranistinnen ist das eine der Rollen“, erläutert Dramaturgin Annabelle Köhler. „Das ist nur etwas für Topleute.“

Zu ihrer Zeit und bis weit in die Gegenwart hinein wurden Donizetti und „seine Lucia“ manchmal als effekthascherisch diffamiert. Es handele sich „nur“ um Stimmakrobatik. Annabelle Köhler versichert jedoch, es stecke sehr viel mehr darin. Es sei eine dramatische und zudem sehr gut konstruierte Geschichte.

Als Grundmotiv ist die Geschichte von Romeo und Julia zu erkennen, die jedoch ins Schottland des 16. Jahrhunderts verlegt wurde. Lucia soll auf Wunsch ihres Bruders Enrico mit Lord Arturo Bucklaw verheiratet werden. Allerdings ist Lucia eigentlich in Edgardo verliebt, der ausgerechnet Sohn der verfeindeten Adelsfamilie Ravenswood ist. Enrico schafft es, diese Liebe zu zerstören und seine Schwester zur Hochzeit mit Lord Arturo zu zwingen. Doch in der Hochzeitsnacht erlebt das Drama seinen tragischen Höhepunkt.

Der international erfolgreiche Regisseur Stephen Lawless steht für „Lucia di Lammermoor“ hinter der Bühne. Er hat schon viele Opern von Donizetti inszeniert – allein in diesem Jahr sind es mit „Lucia“ drei – und hat durch seine Auseinandersetzung mit dessen Werk zu einer Veränderung in dessen Wahrnehmung geführt. Dramaturgin Annabelle Köhler berichtet, dass Lawless in den Komödien ernste Momente findet, die sie in Tragödien kippen lassen oder, wie in diesem tragischen Stück, Momente, die ironisch gebrochen sind.

Für seine Inszenierung in Oldenburg greift Lawless auf ein bewährtes Team zurück, mit dem schon viele erfolgreiche Produktionen gelungen sind. Allerdings gab es während der Vorbereitungen einen Todesfall. Der Bühnenbildner Benoît Dugardyn starb ganz plötzlich kurz nach der Präsentation seines Entwurfs. Es wäre die 31. gemeinsame Zusammenarbeit mit Stephen Lawless gewesen. Seine Arbeit hat Lionel Lesire fortgesetzt, der bereits eng mit Dugardyn zusammengearbeitet hat. Ihr Bühnenbild setzt relativ dicht bei dem an, was schon bei Donizetti beschrieben ist, allerdings in stilisierter Form. Zu sehen sein wird ein großer Saal, der sich verändern kann, letztendlich aber ein Gefängnis für Lucia ist. Lawless verlegt die Handlung des Stückes in seine Entstehungszeit, nämlich in das 19. Jahrhundert. „Man sieht eine typisch romantische, sehr steife Gesellschaft, in der es kocht. Die Form muss gewahrt werden, aber die Leidenschaften brennen unterirdisch“, beschreibt Dramaturgin Annabelle Köhler den Rahmen.

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Oldenburgisches Staatstheater

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