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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Theater: Leere und Vergänglichkeit als Tanz auf der Bühne

24.01.2020

Oldenburg Eine Komposition, die sich mit Leere beschäftigt und dies durch langsam verklingende Töne und Stille ausdrückt, soll tänzerisch umgesetzt werden. Ist das machbar? Fehlt es da nicht an Dynamik? Dramaturgin Nastasja Fischer von der Ballett-Compagnie ist sich sicher: „Eigentlich ist genau das Gegenteil der Fall.“

Bei der Komposition handelt es sich um „Vanitas. Natura morta in un atto“ (Stillleben in einem Akt) von Salvatore Sciarrino. Ballettdirektor und Chefchoreograf Antoine Jully hat eine Choreografie dazu entwickelt, die am Samstag am Oldenburgischen Staatstheater ihre Uraufführung erleben wird. Laut Fischer hat sich Sciarrino in seinem Werk mit der Frage auseinandergesetzt: „Was hören wir, wenn ein Ton verschwindet?“ Entsprechend hat Jully diese Frage auf den Tanz übertragen: „Was sehen wir denn, wenn ein Ton verschwindet? Was kann sich in der Stille entfalten?“

Das Thema Zeit und vor allem die Vergänglichkeit spielen eine wichtige Rolle, gerade die Möglichkeiten der Darstellung von Zeit. Umgesetzt wird dies z. B. durch Momente, in denen mehrere Tänzerinnen die gleiche Choreografie tanzen, aber in unterschiedlichen Tempi. Ein anderes Beispiel sind kurze Duette und Gruppenszenen, die sehr physisch sind, teilweise hart. Diese bauen sich schnell auf, verflüchtigen sich aber schnell wieder.

Begleitet wird die Choreografie „Vanitas“ durch Kostüme und ein Bühnenbild, die das Wort in seiner kunstgeschichtlichen Bedeutung („Vanitas Stillleben“) betonen. Die Kostüme, von Jully selbst erdacht, greifen das Rosenmotiv auf, das in der Kunst für das vergängliche Gefühl der Liebe und für die Sexualität steht. In abstrakter und in unterschiedlich abgeschwächten Farben zieren sie die Trikots der Tänzerinnen. Im Bühnenhintergrund hängt eine großformatige Installation von Georgios Kolios, die durch verschiedene Eingriffe, Einschnitte und auch Videoprojektionen ebenfalls für Flüchtigkeit der Zeit steht.

Sciarrinos Musik bieten drei Musiker direkt auf der Bühne dar. Violoncello und Klavier spielen gemeinsam mit einer Mezzosopranistin die reduzierte Musik und können durch ihre Nähe direkt auf die Tänzer reagieren. „Bei dieser Musik zählt jeder Atemhauch“, erklärt Dramaturgin Fischer. „Das muss ein intensives Zusammenspiel sein.“ Sie fährt fort: „Man kann dieses Ballett als genaue choreografische, fast tänzerisch-wissenschaftliche Umsetzung der Musik beschreiben. Trotzdem ist es etwas aus der Seele, weil dieses Thema jeden von uns beschäftigt und betrifft: Die eigene Vergänglichkeit, die Endlichkeit des eigenen Seins.“

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