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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Sieben Frauen, ein Mord – und die Ostfriesischen Inseln

22.11.2019

Oldenburg Eigentlich hatten sie damals ja am Erwachsenenclub teilnehmen wollen. Dabei handelt es sich um ein Angebot der Theaterpädagogik des Oldenburgischen Staatstheaters: Im Laufe einer Spielzeit entwickelt eine etwa zwölfköpfige Gruppe unter fachkundiger Anleitung ein Theaterstück zu einem vorgegebenen Thema und bringt es zur Aufführung. Da die Resonanz auf dieses Angebot aber so enorm ist, kann das Staatstheater nicht jedem Interessenten einen Platz anbieten. „Und wir sind alle nicht genommen worden“: Es schwingt ein leichtes Vergnügen mit, wenn Gila Schmidt die Entstehung ihrer privaten Theatergruppe zusammenfasst.

Die Theater-Begeisterung einiger Oldenburger Frauen – darunter Gila Schmidt – war nämlich so groß, dass sie vor zwei Jahren kurzerhand beschlossen: „Lasst uns doch selber was machen!“ Sie inszenierten ein eigenes Stück und brachten es auf der Bühne des Theater k zur Aufführung. Weil sie ursprünglich zu acht waren, gaben sie ihrer Gruppe den Namen „8°Nord“.

Neue Inszenierung geplant

In diesem Jahr haben sich die inzwischen sieben Frauen – unter ihnen vor allem Lehrerinnen, die auch Darstellendes Spiel unterrichten – erneut vorgenommen, gemeinsam etwas zu inszenieren. Eine Theaterpädagogin des Oldenburgischen Staatstheaters hatte ihnen damals das Stück „8 Frauen“ vorgeschlagen: In einem Landhaus wird der Hausherr tot aufgefunden. Es ist mitten im Winter, das Haus ist abgeschnitten von der Außenwelt. Eine der acht Frauen, die sich in dem Haus befinden, muss den Mord also begangen haben. Nach und nach bricht die Fassade, kommen Geheimnisse ans Licht; Geheimnisse, die jeder einzelnen Frau ein Mordmotiv bescheinigen. Die Geschichte ist auch verfilmt worden.

Da nicht jede der „8°Nord“-Frauen von dem Stück begeistert war, entschloss sich die Gruppe, ein Stück über eine Amateur-Schauspielgruppe zu entwickeln, welche über die Ostfriesischen Inseln tingelt, um dort das Stück „8 Frauen“ aufzuführen. Titel des Oldenburger Stücks: „Frag nicht nach Sonnenschein“. „Es geht um die Beziehungen der Frauen untereinander“, erklärt Gila Schmidt, „parallel zum Stück ,8 Frauen‘. Schafft es die Gruppe, zusammenzubleiben – oder bricht sie auseinander?“ Zentrales Thema ist außerdem das Älterwerden. Die Aufführungen sind für den 7., 8., 14. und 15. Februar 2020 im Theater k geplant. Da das Stück am Ende der Saison auf Wangerooge spielt, hegt die Gruppe außerdem eine kleine Hoffnung, dass sie es womöglich auch auf eben dieser Insel aufführen könnte...

Persönliche Erinnerungen als Basis

Probenbild: privat

Anspielungen wird es sicher auf ihr erstes Stück „Nachtschicht“ geben, in dem es um Frauen und Kleidung ging. „Die Textvorlage zu dem Stück stammt aus den USA“, erzählt Gila Schmidt, „ein Stück für Frauen, die Kleidung mögen, und für Männer, die Frauen mögen, die Kleidung mögen.“ Die Frauen erinnern sich in dem Stück anhand von Kleidungsstücken an ihre damit verbundenen Erlebnisse. „Das Persönliche steht im Vordergrund“, erklärt Gila Schmidt, die auch Regie führte, „uns war es wichtig, dass sich die Zuschauer hinterher selbst an Erlebnisse erinnern, die sie mit einem bestimmten Kleidungsstück verbinden.“

Die Gruppe schwärmt von der freundschaftlichen Ebene und dem Vertrauen, das unter den Teilnehmerinnen herrscht. „Was ich total gut finde“, bekräftigt Susan Wiraeus: „Alle sind zuverlässig. Es kommt kaum vor, dass jemand kurzfristig absagt.“ Geprobt wird wöchentlich in einer Oldenburger Turnhalle, zusätzlich an einigen Wochenenden oder Feiertagen. Wichtig sei auch, so Susan Wiraeus, dass es eine Regie gebe, dass jemand den Hut aufhabe. Zum Regie-Team gehören dieses Mal neben Gila Schmidt die beiden Studenten Kiyan Naderi und Hannah Koppermann.

Beim Planen einer Szene ihres neues Stücks: Kiyan Naderi (von links), Hannah Koppermann, Gila Schmidt, Kerstin Denkena, Susan Wiraeus von der Oldenburger Amateurtheatergruppe „8°Nord“ Bild: Ziegeler

Naderi führte im vergangenen Jahr bereits Co-Regie, Gila Schmidt ist seine ehemalige Lehrerin vom Herbartgymnasium Oldenburg. „Ich hab‘ mich hier sofort total wohl gefühlt“, berichtet Hannah Koppermann, die über ihren Kommilitonen Naderi zur Gruppe fand. Die gute Atmosphäre innerhalb der Gruppe dürfte auch dazu beitragen, dass „alle bereit sind, ihre Freizeit reinzubuttern, weil es keine Arbeit ist, sondern wir Spaß haben“, sagt Gila Schmidt.

Hier finden Sie eine Multimedia-Dokumentation über den Erwachsenenclub 2017/18 des Oldenburgischen Staatstheaters:

Jantje Ziegeler Redakteurin / Online-Redaktion
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