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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

„Op Platt“ beim japanischen Grünkohlessen

09.02.2019

Oldenburg /Tokio Was fällt Ihnen zu Tokio ein? Japan! Millionenstadt! Der Tennō (Kaiser)! Käme Ihnen Grünkohl in den Sinn? Nein. Sollte es aber. Denn während Oldenburg seit 1956 mit dem „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ in der deutschen Hauptstadt Werbung für das Wintergemüse macht, feiern in Tokio lebende Deutsche seit 1994 in der japanischen Hauptstadt das „Internationale Norddeutsche Grünkohlessen Tokyo“. Zur 25. Veranstaltung lässt es das Tokioter Grünkohlkomitee richtig krachen. Stargast des Abends ist die norddeutsche Antwort auf Frohsinn und Unterhaltung: Annie Heger (35).

Annie heger

Die in Aurich geborene und inzwischen in Berlin lebende Annie Heger ist Sängerin, Schauspielerin und Moderatorin. Für das Grünkohlessen in Tokio wird sie quasi NWZ-Korrespondentin und berichtet am 22. Februar nach der Veranstaltung auf nwzonline.de von ihren Eindrücken.

Grünkohl-Party als Exportschlager?

Am 19. Februar steigt Annie in den Flieger, um Luftlinie 9100 Kilometer vom Oldenburger Land entfernt eine Grünkohl-Polonaise anzuführen. „Um eine Polonaise hat mich das Festkomitee ausdrücklich gebeten“, sagt die Plattdeutsch-Expertin und schmunzelt etwas. Vermutlich hätte sie das sowieso gemacht, aber egal. Lieder und Gags gibt es natürlich auch. Womit wir beim Sprachproblem wären. Nicht einmal alle Norddeutschen verstehen platt, wie soll das dann erst Tausende Kilometer von der norddeutschen Küste entfernt sein. Nun ja, in Tokio ist man vorbereitet. Die Pointen – auch die auf Hochdeutsch – werden sicherheitshalber ins Japanische übersetzt und auf eine Leinwand projiziert. Schließlich sind unter den inzwischen 200 Gästen im Saal des vornehmen Westin-Hotels gut die Hälfte Japaner. Es soll ja nicht nur schmecken, es soll auch gelacht werden. Norddeutsche Herzlichkeit im Land der aufgehenden Sonne. „Wer sagt übrigens, dass nur das Oktoberfest ein Exportschlager ist?“, fragte Annie. Grünkohl-Partys holen auf.

Fischerhemd und Halstuch sind Pflicht

In Annies Koffer dürfen zwei Dinge nicht fehlen: ein traditionelles Fischerhemd und ein rotes Halstuch. Das ist quasi der Dresscode für den Abend. „Ich nehme natürlich noch meine Prinz-Heinrich-Mütze mit“, sagt sie. Da Original-Fischerhemden in Tokio nicht in jedem Geschäft der Neun-Millionen-Stadt zu finden sind, kann die passende Garderobe direkt beim Grünkohlkomitee bestellt werden. Das Hemd gibt es für 5000 japanische Yen (etwa 40 Euro), das Halstuch für 1000 Yen (acht Euro). Am 22. Februar geht es Ortszeit Tokio um 19 Uhr los. In Deutschland ist es dann 11 Uhr. Gegen 21.30 Uhr (Japan-Zeit) hat Annie ihren Auftritt. Was macht die gebürtige Ostfriesin sonst noch so in Tokio? „Durch die Häuserschluchten gehen und eine Becks-Kneipe besuchen. Dort bestelle ich mir dann ein Jever.“

In diesem Ambiente wird in Tokio einer norddeutschen Tradition nachgegangen. Bild: Grünkohlkomitee Tokyo

Stargast gebucht, Kleidung gekauft… fehlt noch was? Richtig, der Hauptdarsteller, der Grünkohl. Der kommt seit drei Jahren nicht mehr aus Deutschland. Bis 2016 wurde er immer zum Grünkohlessen eingeflogen. Inzwischen ist das auf internationalen Flügen aber so eine Sache mit verderblicher Ware. Der Grünkohl wird nun in einer Region am Fuße des für viele Japaner heiligen Berges Fuji angebaut und beim Grünkohlessen in Tokio verzehrt. Dazu gibt es Kartoffeln, Kassler und Pinkel. Der Schnaps fehlt ebenso wenig wie ein frisch gezapftes Jever. Wenn schon Norddeutsch, dann richtig.

Grünkohl ist übrigens kein unbekanntes Gemüse in Japan. Allerdings wird es häufiger als grüner Smoothie getrunken.

Lars Reckermann Chefredakteur / Chefredaktion
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