• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

„Filme gucken ist wie zum ersten Mal Geisterbahn fahren“

10.09.2019

Oldenburg Für Mafalda Nogueira ist Filme gucken wie zum ersten Mal Geisterbahn fahren: „Ich setze mich rein, mache es mir gemütlich und habe absolut keinen Schimmer, was auf mich zukommt.“ Vielleicht steigt sie lachend wieder aus, oder verschreckt. Auf jeden Fall würde sie es definitiv noch mal machen, sagt sie, in die Bahn steigen – also einen Film schauen. Mafalda Nogueira ist 22 Jahre alt, studiert Germanistik und Sozialwissenschaften an der Uni Oldenburg und mag Filme wie „Inception“ oder „Into the Wild“. Als sie von Ina Cappelmanns Blockseminar zum Filmfest hörte, war für sie klar: unbedingt einsteigen und mitfahren!

SPEZIAL: Hier finden Sie alles zum Filmfest Oldenburg

Wie kam es zu dem Seminar? „Ich gehe gerne zum Filmfest und finde es beeindruckend, was für eine breite Kulturlandschaft wir in Oldenburg haben“, sagt Ina Cappelmann (37), die seit 15 Jahren in Oldenburg lebt und an der Carl-von-Ossietzky-Universität Medien und Literaturwissenschaften lehrt. Hin und wieder fragen Studenten die Doktorandin nach Praktikumsstellen vor Ort. „Viele kennen das Filmfest gar nicht.“ Auch Kultureinrichtungen wie etwa das Cine k seien bei den jungen Leuten nicht immer bekannt. Das wollte Cappelmann ändern und den Kulturbetrieb der Stadt aus wissenschaftlicher Perspektive beleuchten. Das Filmfest eigne sich besonders gut dazu, weil hier viele Fäden zusammenlaufen: Filmbranche, Kino-Verleih, Kulturmanagement, Medien – die Studenten könnten die verschiedenen Facetten eines Kulturevents am Beispiel kennenlernen.

Für sie ist Filme gucken wie zum ersten Mal Geisterbahn fahren: Studentin Mafalda Nogueira (Foto Filmfest Oldenburg)

Wie kommt man auf die Idee, ein Filmfest zu veranstalten? Wie wird die Veranstaltung angenommen? Wie steht es um die Barrierefreiheit beim Filmfest? Bei einem Seminartermin mit Filmfest-Chef Torsten Neumann löcherten die Studenten ihren Gast über zwei Stunden, wie Cappelmann berichtet. „Das war ein tolles Gespräch“, erinnert sich Mafalda Nogueira. Besonders faszinierend fand die 22-Jährige, zu erfahren, wie sich aus einer kleinen Idee ein renommiertes Filmfest entwickelte. Das Filmfest-Team sei sehr nahbar. „Durch das besondere Seminar haben wir nicht auf der Grundlage von Büchern gearbeitet, sondern sind auch mal rausgekommen“, sagt Mafalda Nogueira.

Welche Bedeutung hat das Kino? Auch diese Frage diskutierten die zwölf Studenten. „Die Bedeutung des Kinos erkennt man besonders gut, wenn man sich beim Filmfest einen Film in der JVA anschaut – wo es keine Plüschsessel gibt“, meint Ina Cappelmann. Nach einigen Theoriesitzungen zur Kinolandschaft und einem Einstieg in die Filmanalyse suchten sich die Studenten ihre Forschungsthemen aus: Einige entschieden sich für eine Filmanalyse oder einen Filmvergleich. Ein Student will die Filmfest-Reihe „Midnite Express“ unter die Lupe nehmen: Wer schaut sich diese Reihe an? Auch will ein Teil der Gruppe das Filmfest Oldenburg mit anderen Festivals vergleichen. Themen für Hausarbeiten gibt es genug, Ina Cappelmann freut sich aber vor allem, dass die Studenten „interessengeleitet“ arbeiteten – und nicht nur auf Credit Points schauten.

Er mag auch Filme, die anecken oder sogar wehtun: Student Jonas Vogt. (Foto: Filmfest Oldenburg)

„Mein Hauptmotivation war das Interesse am Inhalt des Seminars“, sagt Jonas Vogt, der in Oldenburg Germanistik und Philosophie studiert. „Ich musste es nicht belegen.“ Der 31-Jährige arbeitet beim Filmfest Emden mit, war aber auf das Oldenburger Festival vor dem Seminar noch nicht so richtig aufmerksam geworden. Er verglich die beiden Filmfeste miteinander. „In Oldenburg ist es beeindruckend, mit welch kleinem Kernteam sie die Veranstaltung organisieren.“ Auch sei der Programmschwerpunkt ganz anders. „Die Filme in Emden sind längst nicht so ungewöhnlich wie die in Oldenburg.“ Seminare wie das zum Filmfest findet Jonas Vogt „sehr begrüßenswert“, das Medium Film sei in der Germanistik unterrepräsentiert.

Mafalda Nogueira genoss die Freiheit, die das Seminar bot. Ihr gefiel es etwas ganz Neues zu machen, viele Stimmen zu hören und viele Perspektiven kennenzulernen. „Mitgenommen aus dem Projekt habe ich aber vor allem die Kontakte“, sagt die 22-Jährige – zum Filmfest und zur NWZ zum Beispiel. „Aber das Festival ist ja noch nicht zu Ende“, meint sie und lacht. Und das Seminar geht auch noch bis zum 20. September. Vielleicht erlebt Mafalda ja noch die ein oder andere Überraschung, sobald sie in die „Geisterbahn“ einsteigt – und sich einen der Filmfest-Streifen anschaut, die bereits auf ihrer Kino-Liste stehen.

Inga Wolter stv. Ltg. / Online-Redaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2155
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.