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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Lilith und ihre Liebe auf Bestellung

06.09.2018

Oldenburg Verknallt sein – was für ein herrliches Gefühl. Und das Wort beschreibt so wunderbar, was passiert, wenn die Empfindungen förmlich explodieren. Aber kann man diesen komplizierten Zustand planen und programmieren?

Genau das probiert Lilith, die Protagonistin im Jugendtheaterstück „!Knall! – Wasnlosalter –“ des Jungen Staatstheaters. Lilith möchte sich nämlich unbedingt verknallen, nur leider hat das bisher nicht funktioniert. Die Jungs in ihrem Alter sind aber auch zu albern, mit denen kann man einfach nichts anfangen. Zufällig fällt ihr ein Prospekt in die Hände, auf dem dafür geworben wird, dass man sich den perfekten Lebenspartner bestellen kann. Da Lilith ziemlich technikbegeistert ist (schließlich versorgt sie ihr Instagramprofil laufend mit frischem Videomaterial) und in dieser Angelegenheit davon reichlich im Spiel ist, zögert sie nicht lange und bestellt „den idealen Mann“. Geliefert wird ihr David, eine Art Mensch-Puppenmaschine, der erstmal programmiert werden muss. Eigentlich gar nicht schlecht, dass man dem Mann sagen kann, was er machen soll, und er tut es dann auch tatsächlich. Egal, ob Komplimente verteilen oder sich auf einem Bein im Kreis drehen – David macht, was Lilith möchte. Wie lange ihre Begeisterung anhält, können junge Zuschauer ab elf Jahren in der Exerzierhalle erfahren.

Das Stück erlebt dann seine Uraufführung. Es wurde von Regisseur Marc Becker, dessen bekanntes und beliebtes Stück „Die Glücksforscher“ weiterhin auf dem Spielplan steht, selbst verfasst. Inspiriert haben ihn laut Dramaturgin Anna-Teresa Schmidt seine eigenen Kinder, die ihm mit ihrem technischen Wissen meilenweit voraus sind. In unserer digitalisierten Welt nimmt die Technik einen immer größer werdenden Stellenwert ein. Teilweise hat sie fast schon religiöse Ausmaße. Aber was würde ein Gott zu dieser Wendung sagen? Hätte er damit gerechnet?

Auch in „!Knall!“ wird diesen Fragen nachgegangen. Eine Art Schöpferfigur mit Namen „Alter“ ist zugleich der Erzähler von Liliths Geschichte. Als Überthema des Stückes ist laut Dramaturgin Schmidt das Verhältnis von Mensch und Maschine zu sehen: „Die Technik nimmt immer mehr Raum ein, sie kann immer mehr und sie ersetzt immer mehr.“ Und da ist nicht nur der Glaube an technischen Fortschritt und seine verschiedenen Ausprägungen wie Handy, Computer oder eben ein Android wie David zu nennen, sondern auch die Ersatzfunktion in Sachen Liebe.

„Das ist schon eine große Diskrepanz. Kann man sich Liebe von einer technischen Figur holen?“ Trotz dieser schwierigen und unbequemen Fragen verspricht Schmidt: „Es wird sehr lustig!“

In der Rolle der Lilith ist Agnes Kammerer zu sehen. Jan Breustedt spielt den David und Fabian Kulp tritt als Alter auf. Für die Musik sorgt Peter M. Glantz. Sandra Münchow zeichnet für Bühne und Kostüme verantwortlich.

Das Stück feiert an diesem Donnerstag um 20 Uhr seine Uraufführung in der Exerzierhalle. Es gibt im September elf weitere Vorstellungen, viele davon vormittags.

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