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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Virtueller Gottesdienst Aus Oldenburg: Trotz geschlossener Kirchen – Gottes Tür steht immer offen

21.03.2020

Oldenburg Orgelmusik ertönt und hallt durch die leere Ohmsteder Kirche im Norden Oldenburgs. Anna Menke, Vikarin in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Ohmstede, sitzt in der ersten Reihe. Es ist warm. Und still. Das schwere Kreuz hängt an Seilen über dem Altar, wirkt beinahe schwebend. Neun Kerzen erhellen den Altarraum. Licht fällt durch die bunten Kirchenfenster.

Sitzt allein vor leeren Bankreihen: Anna Menke, Vikarin in der Kirchengemeinde Ohmstede in Oldenburg (Nild: Martin Remmers)

„Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Vor zwei Wochen haben wir hier in der Ohmsteder Kirche noch mit 150 Leuten Mitarbeiterdank gefeiert. Und nun sitze ich hier vor leeren Bankreihen.“

Eines aber ist gerade besonders wichtig: Zusammenhalt, auch wenn er physisch nur eingeschränkt möglich ist. Gemeinsam mit den Vikarinnen Anna Menke, Lina Kohring, dem Vikar Henning Menke sowie der Organistin Beater Besser hat die Nordwest-Zeitung darum einen virtuellen Gottesdienst für Sie aufgenommen und festgehalten.

PREDIGT

Von Anna Menke und Henning Menke, Vikar in der Kirchengemeinde Vier Kirchen Ovelgönne in der Wesermarsch

„Diesen Sonntag bleibt die Kirchentür zu. Wenn eines so sicher war wie das Amen in der Kirche, dann war es der Gottesdienst. Zu allen Krisenzeiten haben sich die Menschen in den Kirchen versammelt, um gemeinsam zu beten und zu singen. Sie haben aus der Gemeinschaft Kraft gezogen und im Gebet Zuversicht erfahren. Die Hände wurden einander zum Friedensgruß gereicht oder zum Segen aufgelegt.

Hält seine Predigt: Henning Menke, Vikar in der Kirchengemeinde Vier Kirchen Ovelgönne in der Wesermarsch (Bild: Martin Remmers)

Doch heute haben wir es mit einer Krise zu tun, die all das nicht mehr möglich macht. Tür zu. Keine persönlichen Kontakte mehr. Sicherheit geht vor! Wir helfen einander, indem wir körperlich auf Abstand gehen. Vieles, wonach wir uns ganz natürlich sehnen, ist im Augenblick nicht mehr möglich.

Die Einschränkungen für unseren Alltag, die wir gerade erleben, sind dabei ebenso gravierend wie nötig: Schulen und Kindergärten sind geschlossen, Spielplätze gesperrt. Vereine dürfen weder Versammlungen noch Trainingseinheiten abhalten und Seniorenheime nicht mehr besucht werden. Lange geplante Feiern und Veranstaltungen mussten abgesagt, Urlaube und sogar Operationen verschoben werden. Cafés und Kneipen schließen, Fußballspiele fallen aus. Und in manchen Geschäften werden zu Stoßzeiten Klopapier und Nudeln knapp. Diese Situation ist außergewöhnlich. Sie betrifft uns alle. Und sie bereitet vielen Sorge.

Der Reformator Martin Luther soll einmal dieses bildliche Wort gesagt haben: „Dass die Vögel der Sorge und des Kummers über deinem Haupt fliegen, kannst du nicht ändern. Aber dass sie Nester in deinem Haar bauen, das kannst du verhindern.“ Heute, 500 Jahre nach Luther, scheint diese Aussage wieder aktuell zu sein. Denn die „Vögel der Sorge und des Kummers“ kreisen derzeit über uns allen. Wir sorgen uns um unsere Gesundheit und die unserer Freundinnen und Freunde, unserer Eltern und Großeltern. Mancher bangt um seine berufliche Existenz. Und vielen macht die soziale Isolation zu schaffen. All diese Sorgen sind verständlich. Und dennoch müssen wir nicht akzeptieren, dass sie sich bei uns einnisten.

Denn auch ohne die Gemeinschaft des Gottesdienstes haben wir in Gott einen Helfer, der unsere Bitten erhören und die „Vögel der Sorge und des Kummers“ verscheuchen kann. Auf ihn dürfen wir gerade in diesen Tagen all unsere Last werfen, damit er uns hilft, sie zu tragen. Gott selbst hat in Jesus Christus Leid erfahren. Daran denken wir jetzt in der Passionszeit, der Leidenszeit, ganz besonders. Gott weiß, wie sich unsere Sorgen anfühlen. Und er fühlt mit uns mit.

Er ist der Gott allen Trostes, „der uns tröstet in aller unserer Bedrängnis, damit wir auch trösten können, die in allerlei Bedrängnis sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott“ (2Kor 1,4). So schreibt es der Apostel Paulus in der Epistel, der Brieflesung, die wir an diesem Sonntag im Gottesdienst gehört hätten. Im Leben, Sterben und Auferstehen Jesu hat Gott all unserem Leid und selbst dem Tod die Macht genommen. Er lässt uns nicht allein und sagt uns mit lauter Stimme zu: „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ (Jes 66,13a) Wer sein Herz für diesen Trost öffnet, der muss auch an der schwersten Krise nicht verzweifeln.

Gemeindebüros

Die Kirchenbüros der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg finden Sie unter

Kontakt zu den Kirchenbüros des Bischöflich Münstersches Offizialats für die Katholische Kirche im Oldenburger Land finden Sie unter

Mehr Infos: oder bit.ly/gemeindebüros-ev-luth

Mehr Infos: oder bit.ly/gemeindebüros-kath

Liebe Leserinnen und Leser, Gott steht an Ihrer Seite. Und auch Ihre Kirchengemeinden sind gerade jetzt für Sie da. Melden Sie sich gerne per Email oder Telefon in den Gemeindebüros oder direkt bei Ihren Pastorinnen und Pastoren, Ihren Vikarinnen und Vikaren. Gemeinsam verhindern wir das Einnisten der „Vögel der Sorge und des Kummers“! Und auch wenn manche Kirchentür in diesen Zeiten verschlossen bleiben muss, dürfen wir stets darauf vertrauen, dass Gottes Tür für uns immer offen steht. Bleiben Sie behütet!

Amen.“

LIED

Singen gemeinsam für die Hoffnung: Anna Menke (von links), Lina Kohring, Vikarin in Wiefelstede im Ammerland und Beate Besser, Organistin der Kirchengemeinde Ohmstede (Bild: Martin Remmers)

Meine Hoffnung und meine Freude,

meine Stärke, mein Licht,

Christus, meine Zuversicht!

Auf Dich vertrau’ ich und fürcht’ mich nicht,

Auf Dich vertrau’ ich und fürcht’ mich nicht.

GEBET

Von Lina Kohring, Vikarin in Wiefelstede im Ammerland

Spricht ihr Gebet: Lina Kohring, Vikarin in Wiefelstede im Ammerland (Bild: Martin Remmers)

„Gott,

hier passiert gerade so viel, ich kann es gar nicht richtig begreifen.

In manchen Momenten habe ich Angst. Finde keinen Halt. Fühle mich alleine. Wie in einem Sturm.

Dann brauche ich neuen Mut. Ich suche nach Halt. Und rufe: „Gott, hilf mir!“

Du sagst: „Ich bin da.“ Wie die warme Sonne. Du bist da. Auch wenn ich dich nicht sehe. Wenn ich dich nicht höre. Wenn ich dich nicht begreife.

Gott, wir können dir vertrauen. Auch wenn uns das manchmal schwerfällt. Du gibst uns deine Hand. Zusammen mit dir werden wir mutig. Sicher. Stark. Die Sonne durchbricht die Wolken. Wir fühlen uns nicht mehr alleine. Du gibst uns Halt. Das tut gut.

Danke, Gott.

Amen.“

SEGEN

Erteilt zum Ende den Segen: Anna Menke (Bild: Martin Remmers)

„Der HERR segne Dich und behüte Dich.

Der HERR lasse leuchten sein Angesicht über Dir und sei Dir gnädig.

Der HERR erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe Dir Frieden.

Amen.“

Der Predigttext der kurzen Predigt liegt folgender Bibeltext zugrunde (2Kor 1,3-7, Übersetzung: Luther 2017).

3 Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes,

4 der uns tröstet in aller unserer Bedrängnis, damit wir auch trösten können, die in allerlei Bedrängnis sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott.

5 Denn wie die Leiden Christi reichlich über uns kommen, so werden wir auch reichlich getröstet durch Christus.

6 Werden wir aber bedrängt, so geschieht es euch zu Trost und Heil; werden wir getröstet, so geschieht es euch zum Trost, der sich wirksam erweist, wenn ihr mit Geduld dieselben Leiden ertragt, die auch wir leiden.

7 Und unsre Hoffnung steht fest für euch, weil wir wissen: Wie ihr an den Leiden teilhabt, so habt ihr auch am Trost teil.

Es ist die Epistel, also die Lesung aus einem neutestamentlichen Brief, für diesen Sonntag “Lätare” zum Thema: Leiden // Trost

Ellen Kranz Redakteurin / Regionalredaktion
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