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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Virtueller Gottesdienst: Christus ist auferstanden – lebensfroher Gruß am Ostersonntag

11.04.2020

Oldenburg „Ruft es euren Nachbarn und Arbeitskollegen zu. Schreibt es den Rettungskräften und Mitarbeitenden in den Krankenhäusern. Mailt es den Fröhlichen und den Ängstlichen. Macht es durch praktische Hilfe den Alleingelassenen klar. Tröstet so die Verzagten, erbittet es auch für die Sterbenden: ‚Wir haben den Herrn gesehen.‘“, so ermutigt der Oldenburger Bischof Thomas Adomeit die Menschen im Oldenburger Land zum Osterfest. „Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden!“ – dies sei der lebensfrohe Gruß am Ostersonntag.

Auch zum Osterfest gibt es keine öffentlichen Gottesdienste in den Kirchen im Oldenburger Land. Der Evangelische Kirchenfunk (ekn) hat daher auch für die Nordwest-Zeitung einen Ostergottesdienst mit Bischof Thomas Adomeit, Oberkirchenrätin Gudrun Mawick und Capella St. Lamberti Oldenburg unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Tobias Götting in der Oldenburger St.-Lamberti-Kirche aufgezeichnet.

Hier wurde der Ostergottesdienst aufgezeichnet: die Oldenburger St.-Lamberti-Kirche (Bild: ELKiO/Tobias Frick)

Die Predigt

Bischof Thomas Adomeit (Bild: ELKiO/Tobias Frick)
von Bischof Thomas Adomeit

Christus ist auferstanden

„Liebe Schwestern und Brüder! Es ist Ostern – trotz allem. Das Fest wird nicht ausfallen, auch wenn es keine Gottesdienste mit Gemeinde in unseren Kirchen gibt! Ostern ist der Beginn unseres Glaubens, der Anfang von allem, was uns als Christinnen und Christen wichtig ist. Und darum feiern wir dieses Fest, das ins Leben führt. Ein Fest der Helligkeit, des Lichts. Christus ist auferstanden.

Aber: Zu Ostern gehört auch Karfreitag. Der Ort der tiefsten Trauer, der größten Verzweiflung; wo es nicht mehr weitergeht, keine Perspektive zu erkennen ist, wo kein Licht in den Tunnel scheint und keine Hoffnung.

Verzweiflung und Sorgen kennen wir auch: Wer von uns hat nicht bedrängende Bilder vor Augen: Bilder von Leiden und Sterben, die unvorstellbare Zahl der Covid-19-Toten. Es ist ein Virus, das näherkommt, Menschen erreicht, die uns nahe sind, und Menschen bedroht in der Ferne, von deren Not und Tod wir täglich hören.

Aus dem Evangelium des Johannes, Kapitel 20: „Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie nun weinte, beugte sie sich in das Grab hinein und sieht zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, einen zu Häupten und den andern zu den Füßen, wo der Leichnam Jesu gelegen hatte. Und die sprachen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Und als sie das sagte, wandte sie sich um und sieht Jesus stehen und weiß nicht, dass es Jesus ist. Spricht Jesus zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir: Wo hast du ihn hingelegt? Dann will ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm auf Hebräisch: Rabbuni!, das heißt: Meister!“

An Ostern erscheint das Kreuz in neuem Licht. Es wird zum Zeichen des Lebens: „Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden!“ Ostern beginnt allerdings damit, dass Maria Magdalena sich aufmacht, ganz früh am Morgen, und zum Grab Jesu läuft. Sie kann es nicht fassen: Er ist tot, ihr Jesus, liegt da im Grab, einsam in Kälte und Dunkelheit.

Ob sich da sogar Gott einmal wundert? Nämlich über den Menschen, der sieht und doch nicht sieht, der das Leben vor lauter Traurigkeit und Glaubenszweifeln nicht begreift, der Ostern nicht glauben kann und lieber am Karfreitag festhält?

„Wo bist du Gott?“, fragen wir und trauen ihm nicht zu, dass er immer schon da ist – neben uns, in uns, unter uns, an unserer Seite, um uns zu tragen, uns zu trösten.

Ja, das Leben ist schwer genug. Wer würde es verleugnen angesichts der Corona-Pandemie? Aber: Inmitten einer schweren Zeit begegnet uns eine Welle der Hilfsbereitschaft. Jugendliche kaufen für Ältere ein. Frauen und Männer stellen sich als Hilfe bei der Ernte zur Verfügung. Studierende entwerfen Plattformen und digitale Zugänge, damit Hilfe ankommt. Wir achten aufeinander. Das ist Ostern. Das ist Auferstehung. Das ist Ausrichtung auf das Leben. Nein, keiner soll verloren gehen. Deshalb geht und verkündigt es allen: Christus lebt. Und mit ihm werden auch wir leben! Wir werden durch die Krise hindurchgehen. Und das Leben wird gewinnen.

„Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm auf Hebräisch: Rabbuni!, das heißt: Meister.“ Maria hat den Toten gesucht, sie hat den Auferstandenen gefunden. Maria stand da und weinte. Leicht ist es nicht, von Tod und Trauer ins Leben zu finden. Maria wird einfach nur beim Namen genannt. Und was mit einem Wort beginnen kann, kann das ganze Leben verändern – sogar die ganze Welt, denn jede Veränderung beginnt mit einem ersten, kleinen Schritt. „Auferstehen“ hat auch etwas mit „Aufstehen“ zu tun. Sich erheben, bewegen, aufmachen, aufrichten!

Machen wir es so wie Maria: Sie geht und verkündigt es den Jüngern: „Ich habe den Herrn gesehen!“ Diese Frau spricht es aus gegenüber der Gemeinde. Und „verkündigen“ ist eben viel facettenreicher als das hergebrachte Predigen. Ruft es Euren Nachbarn und Arbeitskollegen zu. Schreibt es den Rettungskräften und Mitarbeitenden in den Krankenhäusern. Mailt es den Fröhlichen und den Ängstlichen. Macht es durch praktische Hilfe den Alleingelassenen klar. Tröstet so die Verzagten, erbittet es auch für die Sterbenden: „Wir haben den Herrn gesehen.

So wird es ein lebensfroher Gruß auch an diesem Ostertag: „Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden!“ Amen.“

Das Gebet

Hier wurde der Ostergottesdienst aufgezeichnet: die Oldenburger St.-Lamberti-Kirche (Bild: ELKiO/Tobias Frick)
„Gott, der du das Leben willst,

du hast das Kreuz zum Zeichen des Sieges gemacht, und doch: Ungewissheit und Angst erfüllen in diesen Tagen unsere Gedanken. Wir sind in Unruhe. Wir sorgen uns um unsere Lieben. Wir vertrauen sie deiner Fürsorge an. Behüte und bewahre sie.

Wir bitten dich für alle, die in Krankenhäusern und Laboren arbeiten. Wir bitten dich für alle, die Kranke pflegen. Schenke ihnen Kraft. Behüte und bewahre sie.

Wir bitten dich für alle, die in unserem Land in diesen Wochen schwierige Entscheidungen zu treffen haben, die unser Leben so unmittelbar berühren: Behüte und bewahre sie.

Wir bitten dich für die Menschen, die wir aus den Augen verlieren: In den Flüchtlingslagern vor den Toren Europas, in den Kriegsgebieten dieser Welt: Wir bitten dich für alle, die Unheil erleben, die Friedlosigkeit erfahren und Bedrohung erleiden, dass sie deine tröstende Nähe spüren. Behüte und bewahre sie.

Amen.“

Das Lied

Die Nacht ist vorgedrungen

Führen durch den Ostergottesdienst (v.l.): Oberkirchenrätin Gudrun Mawick, Bischof Thomas Adomeit und Capella St. Lamberti Oldenburg (Bild: ELKiO/Tobias Frick)
[Strophe 1]

Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern!

So sei nun Lob gesungen dem hellen Morgenstern!

Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein.

Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein.

[Strophe 2]

Dem alle Engel dienen, wird nun ein Kind und Knecht.

Gott selber ist erschienen zur Sühne für sein Recht.

Wer schuldig ist auf Erden, verhüll nicht mehr sein Haupt.

Er soll errettet werden, wenn er dem Kinde glaubt.

[Strophe 4]

Noch manche Nacht wird fallen auf Menschenleid und -schuld.

Doch wandert nun mit allen der Stern der Gotteshuld.

Beglänzt von seinem Lichte, hält euch kein Dunkel mehr,

von Gottes Angesichte kam euch die Rettung her.

[Text: Jochen Klepper 1938, Melodie: Johannes Petzold 1939, Ev. Gesangbuch 16]

Hier wurde der Ostergottesdienst aufgezeichnet: die Oldenburger St.-Lamberti-Kirche (Bild: ELKiO/Tobias Frick)
Dem Predigttext liegt folgender Bibeltext zugrunde (Johannes 20,11-16: Neue Genfer Übersetzung):

11 Maria aber blieb draußen vor dem Grab stehen; sie weinte. Und während sie weinte, beugte sie sich vor, um ins Grab hineinzuschauen. 12 Da sah sie an der Stelle, wo der Leib Jesu gelegen hatte, zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen am Kopfende und den anderen am Fußende. 13 "Warum weinst du, liebe Frau?", fragten die Engel. Maria antwortete: "Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin sie ihn gebracht haben." 14 Auf einmal stand Jesus hinter ihr. Sie drehte sich nach ihm um und sah ihn, erkannte ihn jedoch nicht. 15 "Warum weinst du, liebe Frau?", fragte er sie. "Wen suchst du?" Maria dachte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: "Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir bitte, wo du ihn hingelegt hast, dann hole ich ihn wieder." – 16 "Maria!", sagte Jesus. Da wandte sie sich um und rief: "Rabbuni!" (Das bedeutet "Meister"; Maria gebrauchte den hebräischen Ausdruck.)

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