• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Erinnerung an die Opfer schwindet mit Zeitzeugen

20.11.2017

Oldenburg Bundesweit wurde am Volkstrauertag wieder der Toten zweier Weltkriege und der Opfer von Gewaltherrschaft gedacht. Auch in Oldenburg fanden offizielle Gedenkveranstaltungen statt. Am Mahnmal und am Leobschützer Gedenkstein gegenüber vom Kulturzentrum PFL versammelten sich dazu Vertreter der Stadt Oldenburg, der Parteien und der Bundeswehr und legten Kränze für die Opfer nieder. An der Garnisonskirche wurde ihnen von der Marinekameradschaft mit einem Kranz gedacht.

„Heute werden wir fast täglich mit Bildern von Kriegen und Unterdrückung weltweit konfrontiert“, erklärte Bürgermeisterin Germaid Eilers-Dörfler. „Vor diesem Hintergrund hat auch die Erinnerung an die Opfer der Vergangenheit höchste Aktualität. Außerdem gedenken wir der Menschen, die hier bei uns Opfer von Hass und Gewaltbereitschaft geworden sind.“

Die offizielle Gedenkfeier zum Volkstrauertag fand in diesem Jahr erstmals nicht im Oldenburgischen Staatstheater, sondern im Alten Landtag statt. Dort wurde das Totengedenken vom 1. Vorsitzenden des Volksbund-Bezirksverbands Weser-Ems, Franz-Josef Sickelmann, gesprochen. Außerdem stellten Mitglieder der Jugendarbeit ihre Tätigkeiten vor. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von Kammersänger Paul Brady, Ill-Hoon Choung und Alexandra Scherrmann vom Staatstheater, die von Anorthe Eckert am Klavier begleitet wurden.

„Wir gehen neue Wege“, sagt der Bildungsreferent des Bezirksverbands, Marco Wingert. Das sei notwendig, weil sich die Arbeit des Volksbundes in den vergangenen Jahren zunehmend schwieriger gestaltet habe. „Die Generation, die den Krieg selbst erlebt hat, verschwindet“, so Wingert. „Und ohne sie wird es schwerer, in der öffentlichen Wahrnehmung zu bleiben.“ Wie wichtig die Arbeit des Volksbunds bleibt, zeigt die Zahl von 28 000 Gräbern, die allein im letzten Jahr noch gefunden und deren Tote umgebettet wurden. Insgesamt kümmert sich der Verein um 2,8 Millionen Gräber.

Neben der Kriegsgräberfürsorge nimmt die Bildungsarbeit des Volksbunds einen immer größeren Raum ein. In Jugendbegegnungen und Sommercamps setzen sich Jugendliche mit den Kriegs- und Gewalterfahrungen des 20. Jahrhunderts auseinander und entwickeln Botschaften für ein friedliches Miteinander. Im Foyer des Landtags etwa luden sie die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung ein, Baumwolltaschen mit Friedensbotschaften und -symbolen zu gestalten. „Die Aktion ist erstaunlich gut angekommen“, sagt Silja Lossin von der Jugendarbeit des Volksbundes. Schon nach kurzer Zeit hingen 25 Taschen zum Trocknen der Farbe an einer provisorischen Wäscheleine. „Das ist eine gute Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen“, so Lossin. „Es zeigt, dass wir ein gemeinsames Ziel haben und hier kann jeder dabei mitmachen.“

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.