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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Nach Gebrauchsanweisung inszeniert

14.04.2018

Oldenburg „Was die Zuschauer an diesem Abend sehen werden, ist für Oldenburg eine sehr ungewöhnliche Formästhetik. Ich glaube, dass dieser Abend Sehgewohnheiten im allerbesten Sinne herausfordern wird.“ Wenn man Dramaturg Marc-Oliver Krampe über die neueste Theaterinszenierung am Oldenburgischen Staatstheater sprechen hört, dann merkt man schnell, dass hier etwas ganz Besonderes und Außergewöhnliches auf die Bühne gebracht wird.

„Zur schönen Aussicht“ ist der Titel einer Komödie von Ödön von Horváth, die am 14. April Premiere im Kleinen Haus haben wird. Ein heruntergekommenes Hotel wird nur von einem einzigen Dauergast über Wasser gehalten und vor der völligen Pleite bewahrt. Gräfin Ada von Stetten ist nicht nur reich, sondern auch ziemlich liebestoll und feiersüchtig. Mit der verbliebenen dreiköpfigen Belegschaft feiert sie, was das Zeug hält, und Hoteldirektor Strasser ist für die Liebesdienste verantwortlich.

Idylle gerät ins Wanken

Ins Wanken gerät diese fast idyllische Zweckgemeinschaft, als Christine auftaucht. Sie war in der vergangenen Saison die Geliebte des Direktors und berichtet nun von einem gemeinsamen Kind. Die Truppe ist sich einig: Unterhalt für Kind und Frau wären der Ruin. Also versucht man mit allen Tricks, Christine wieder zu vergraulen. Als sich herausstellt, dass es ihr gar nicht um das Geld geht, da sie selber inzwischen vermögend ist, buhlen plötzlich alle Herren um ihre Gunst.

Zur schönen Aussicht

Das Stück feiert am 14. April (20 Uhr) Premiere im Kleinen Haus; es gibt Restkarten. In dieser Spielzeit wird es im April noch drei Aufführungen geben. In der kommenden Spielzeit wird es wieder aufgenommen.

    www.staatstheater.de

Regisseurin Lucia Bihler und ihr Team haben sich bei der Inszenierung ziemlich genau an Ödön von Horváths „Gebrauchsanweisung“ gehalten. Ein Text, den von Horváth verfasst hat, weil er irgendwann festgestellt hat, dass alle Theater seine Stücke immer völlig falsch inszenieren.

Ein wichtiger Punkt ist hierbei, dass seine Stücke niemals naturalistisch oder realistisch gespielt werden sollen. Sie müssen stilisiert gespielt werden, damit der Zuschauer das, was er auf der Bühne sieht, verallgemeinern kann. „Stilisierung führt zur Konzentrierung der Inhalte, die er transportieren möchte“, erläutert Krampe.

Ein weiterer Aspekt ist die Tatsache, dass von Horváth darauf hinweist, dass alle seine Stücke, auch die vermeintlichen Komödien, im Grunde Tragödien sind. Die Komik entsteht erst dadurch, dass sie unheimlich sind. Krampe erklärt, dass man versucht hat, dieses Atmosphäre im Bühnenbild und in der Darstellungsweise einzufangen.

Fantasievolle Maskerade

So wurde an Kostümen, Masken und Bühne unheimlich viel getüftelt. Fast wie im Labor hat man Materialien ausprobiert und kombiniert. Welches Material funktioniert und reagiert, wie es notwendig ist? Diese ungewöhnliche und spannende Arbeit war auch für den erfahrenen Dramaturgen Krampe etwas ganz Neues: „Ich bin seit 15 Jahren Dramaturg, aber so etwas kam noch nie vor.“

Besonders die Maskenabteilung, die für die Schauspieler Vollmasken konstruiert hat, wird von ihm hoch gelobt. „Was die Maskenabteilung da leistet, finde ich absolut ungewöhnlich. Das gab es so noch nie in Oldenburg. Nach dem ersten technischen Durchlauf mit Masken war ich sprachlos. Ich fand es ganz erstaunlich.“

Dass die Inszenierung etwas Besonderes werden würde, war eigentlich zu erwarten. Schließlich hat man in Lucia Bihler ein Regietalent ins Haus geholt, welches ebenso wie Ersan Mondtag eine neue und innovative Regiehandschrift trägt. Ihre „Hausdramaturgin“ Sonja Laaser hat als künstlerische Beratung fungiert. Für die Bühne ist Stefanie Grau verantwortlich, für die Kostüme Leonie Falke.

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