• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Diese Bilder sind Auslöser zum Nachdenken

16.02.2019

Oldenburg Es ist eines dieser Bilder, die er nie wieder vergisst. Nicht, weil er damit Weltruhm erlangt hat. Der brennende Mensch, ein venezolanischer Demonstrant, hat sich für immer in die Netzhaut Ronaldo Schemidts gebrannt.

Knapp zwei Jahre, nachdem er die Aufnahme im aufständischem Caracas geschossen hat, steht der Gewinner des „World Press Photos 18“ im Oldenburger Schloss und beantwortet Journalistenfragen. An diesem Samstag wird er zur offiziellen Eröffnung der Ausstellung ab 10 Uhr noch mehr Antworten geben müssen. Das ganze Jahr schon tourt der venezolanische Pressefotograf um den Globus. Und freut sich. Über die Anerkennung für monatelange Arbeit. Aber auch über die Bilder der Kollegen, die Wertschätzung des Berufes.

4 500 Fotografen aus 125 verschiedenen Ländern haben an der Ausschreibung teilgenommen. Ausgewählt hat die Jury Aufnahmen aus acht Kategorien: Allgemeine Nachrichten, Spot-News, Zeitgenössische Themen, Porträts, Natur, Sport, Umwelt und Langfristige Projekte. Beeindruckt ist Ronaldo Schemidt von Bildern zum Thema Migration, auch die Schwarz-Weiß-Aufnahmen – Gewaltszenen aus Mittelamerika ziehen ihn in den Bann.

Die Ausstellung lenkt den Blick auf in Vergessenheit geratene Krisenherde. „Sie erzählt aber auch von Hoffnung und Mut“, sagt Claus Spitzer-Ewersmann, der die Schau mit seiner Agentur Mediavanti bereits zum vierten Mal in der Huntestadt ausrichtet. Jedes Jahr seien die Werke anders. „Die Welt dreht sich weiter“, sagt er und hofft auf „Lösungen, statt Probleme“. Der Oldenburger verweist auf die Bilder der zweiten Preisträgerin in der Kategorie „Menschen“, Anna Boyiazis, die Frauen im streng muslimischen Sansibar beim Schwimmen lernen festgehalten hat.

Als Gast begrüßen wollte Claus Spitzer-Ewersmann seit Beginn der Planungen im September jedoch unbedingt Ronaldo Schemidt. Angesichts der aktuellen Situation im Heimatland des 48-Jährigen habe der Oldenburger bis zuletzt gebangt. Als dann der Flieger am Donnerstagnachmittag sicher in Bremen gelandet ist, war alles in trockenen Tüchern.

Hintergrundberichte und Termine im Multimedia-Dossier:

Auch mit den Aufbauarbeiten war das zehnköpfige Team aus Mediavanti-Mitarbeitern und Angestellten des Landesmuseums überpünktlich fertig. Dort wird es in den kommenden Wochen weitaus hektischer zugehen als üblich. „Mit den World Press Photos ziehen wir ein ganz neues Publikum an“, sagt Anna Heinze, Kuratorin für Bildende Kunst des Hauses. Die Aufnahmen in einem musealen Rahmen zu zeigen, würdige die oftmals gefährliche und immer aufwendige Arbeit der Fotografen.

Seit 1955 zeichnet die in Amsterdam ansässige World Press Photo Foundation alljährlich die besten Pressefotos der Welt aus. Als Repräsentantin weiß Sanne Schim van der Loeff, dass mehr dazugehört als im richtigen Moment auf den Auslöser zu drücken. „Es ist oft ein Zusammenspiel vieler Aspekte“, sagt die Niederländerin: Intuition, Professionalität, Leidenschaft, Ausdauer. Im digitalen Medienzeitalter, wo sich jeder Instagrammer eigenhändig zum Fotografen ernennen kann, stechen die Bilder dieser Ausstellung heraus. Weil sie Geschichten erzählen, Emotionen wecken, zum Nachdenken anregen. Ein kurzer Blick genügt nicht. Texttafeln neben den Exponaten liefern knappe Hintergrundinformationen. Wer mehr wissen will, sollte sich einer der vielen Führungen anschließen.

Hören Sie hier ein Interview mit Ronaldo Schemidt:

Preisträger Ronaldo Schemidt kann das leider nicht selbst übernehmen. Für den 48-Jährigen geht es zurück nach Venezuela. Dort wird in drei Wochen zum ersten Mal die World Press Photo-Schau ausgestellt. Eine kleine Revolution inmitten der Revolten. Um sich in der Heimat feiern zu lassen, hat der Fotograf keine Zeit. Er wird wieder mit seinem Team auf die Straße gehen, trotz aller Widrigkeiten. Er wird Bilder sehen und machen, die er nie wieder vergisst – damit die Welt sich erinnert, wie die Wahrheit aussieht.

Welche Bilder haben besonders beeindruckt?

Lea Bernsmann Redakteurin / Redaktion Oldenburg
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2106
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.