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Aktualisiert vor 6 Minuten.

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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Fernes Land Osternburg

09.08.2018

Osternburg Sie sind schon ein besonderes Volk – diese Osternburger. Über drei Brücken muss man gehen, um sie von der Innenstadt aus zu erreichen. „Diese Abgeschiedenheit hat geprägt. Die Osternburger sind sehr selbstbewusst“, weiß Heidi Tauchert vom Vorstand des Bürger- und Gartenbauvereins Osternburg-Dammtor. Seit 47 Jahren lebt sie im Quartier – und gilt immer noch als Zugereiste, wie sie lachend erzählt.

„Fernes Land Osternburg“ heißt denn auch das Pionierprojekt, das der Verein Werkstattfilm in Zusammenarbeit mit dem Bürgerverein initiiert hat. Mit den Ergebnissen wollen sie eigentlich dafür sorgen, dass Osternburg kein fernes Land bleibt. Vom 15. bis 23. September findet dazu eine Aktionswoche statt.

„Wir wollten die Menschen erreichen und mit ihnen gemeinsam etwas aufarbeiten“, erklärt Farschid Ali Zahedi, Leiter von Werkstattfilm, wie es im vergangenen Jahr zu der Idee kam. Ziel ist es, sich mit eigenständigen Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Buchprojekten den Oldenburger Stadtteilen zu widmen. Den Anfang wollte man mit Osternburg machen. „Aufgrund seiner Geschichte und seiner Wirtschafts- und Sozialstruktur hebt sich dieser Ort von anderen in Oldenburg ab“, begründet Sigrid Osterloh (Werkstattfilm). Als Industriestandort mit einer eigenen Arbeiterkultur bildete der Stadtteil lange Zeit einen Gegenpol zu den bürgerlich geprägten Quartieren (siehe Infokasten).

Leitende Idee war es, die Menschen, die dort lebten und leben ihre eigene Geschichte und die ihres Viertels erzählen zu lassen, sie auch vor Ort zu präsentieren, und zwar mit den Medien Fotografie und Film: Osternburg visuell neu zu entdecken. „Wir waren sofort begeistert“, sagt Heidi Tauchert. Sie kann sich noch gut an die erste Veranstaltung in der Gaststätte „Zum Goldenen Stern“ erinnern. Am 13. Februar 2018 war es. „Wir haben mit zehn Leuten gerechnet. Später war das ganze Lokal voll.“

Das änderte sich auch an den fünf folgenden Treffen nicht, bei denen mit Osternburgern über ihr Osternburg geredet wurde. „Es war für sie wie ein Ventil“, beschreibt Tauchert. „Geschichten von früher, die die eigene Familie nicht mehr hören mag, wurden hier mit großem Interesse aufgenommen“, so Zahedi.

Fast 40 Osternburger stellten sich als Zeitzeugen für Filminterviews zur Verfügung. „Rund 5000 Fotos kamen zusammen, die wir alle digitalisiert haben“, erzählt Michael Lürßen von Werkstattfilm. Die Resonanz auf den Aufruf, Materialien zur Geschichte Osternburgs mitzubringen, überstieg alle Erwartungen der Initiatoren. „Es stellte sich heraus, dass die Osternburger tatsächlich eine ganz besonders innige Bindung an ihr Quartier haben und bei den Aktionen und Veranstaltungen im Rahmen des Projekts begeistert und engagiert mitwirkten“, sagt Zahedi.

Nach einem halben Jahr beginnt nun die Hochphase des Projektes: Ab dem 22. September werden an 37 Orten in Osternburg historische Fotografien ausgestellt. Alle Ausstellungsorte sind öffentlich zugängig. Mit Hilfe eines Flyers mit erklärenden Anmerkungen kann man sie „abgehen“. Zusätzlich werden auch Führungen angeboten. In der Aktionswoche gibt es Gespräche, Filmvorführungen, musikalische Darbietungen und besondere Aktionen – die meisten kostenfrei.

Aber auch längerfristig werden die Ergebnisse des Projekts nachwirken: In den Räumen von Werkstattfilm, Wallstraße 24, eröffnet am 23. September die Ausstellung „Fernes Land Osternburg“, die bis zum Sommer 2019 gezeigt wird. Und schließlich erscheint im September ein Bildband, der eine Auswahl der schönsten und interessantesten Fotos enthält.

Viele haben an dem Projekt gearbeitet, das laut Zahedi einen fünfstelligen Betrag kosten wird und mit Hilfe von Sponsoren finanziert wurde. „Der große Erfolg hat uns überzeugt, in den kommenden Jahren unterwegs zwischen digital und analog in den anderen Stadtteilen Oldenburgs zu starten.“ Werkstattfilm sei damit das visuelles Gedächtnis der Stadt, eine treibende und innovative Kraft in der regionalen Film- und Medienarbeit.

Eversten ist übrigens als nächstes an der Reihe.

Susanne Gloger Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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