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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

„Palos Brautfahrt“ im eisigen Grönland

24.05.2016

Oldenburg Der Weg, den der Film von Inuit-Forscher Knud Rasmussen nach Oldenburg genommen hat, ist abenteuerlich. Eine Freundin von Dr. Helmuth Steenken, ehemaliger Augenarzt am Evangelischen Krankenhaus und leidenschaftlicher Sammler, hat ihn auf einer Segeltour entlang der Ostküste Grönlands in einer ehemaligen Missionsstation entdeckt. „Eingefroren und nicht mehr vorzeigbar“, beschreibt Steenken den Zustand des Filmmaterials.

Doch das ließ dem 87-Jährigen keine Ruhe. In der Bibliothek der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg fand er Unterstützung in Person von Horst Rummel, der das einzigartige Filmdokument aufarbeitete und das nun, am Donnerstag, 26. Mai, ab 19.30 Uhr im Landesmuseum für Natur und Mensch, am Damm gezeigt wird.

Zu sehen ist der Film „Palos Brautfahrt“ von Knud Rasmussen, der 1879 in Grönland geboren als Kind einer Inuit-Mutter und eines dänischen Missionars aufwuchs. Er krönte laut Steenken sein Lebenswerk 1933 nicht mit einer wissenschaftlichen Abhandlung, sondern mit diesem Film, der eine Mischung aus Dokumentar- und Spielfilm ist.

„Palos Brautfahrt“ ist eine Liebesgeschichte. „Sie erschreckt und entzückt zugleich“, sagt Steenken. Damals gab es 16 000 Grönländer, nur 800 davon lebten an der Ostküste, wo auch der Film gedreht wurde. Die Hälfte der Bewohner trommelte Rasmussen dafür zusammen.

Die Aufnahmen passen zum Landesmuseum für Natur und Mensch, in dem laut Steenken 30 bis 35 Prozent der russischen Alaskasammlung auf dem Dachboden lagern.

In Knud Rasmussens Jugendzeit fotografierte man nicht in Grönland, erzählt Steenken weiter. Doch um 1880, zu Knud Rasmussens Kinderzeit, lebte dort noch ein weiterer Rasmussen, mit dem er allerdings nicht verwandt war – der Grönlandmaler und -zeichner Carl Rasmussen aus Marstal.

Er hielt Szenen vom damaligen Leben in gemalten und gezeichneten Bildern fest, von denen einige an diesem Donnerstag ebenfalls zu sehen sind. Nachfahren dieses Mannes, die, so Steenken, nicht genannt werden möchten, wanderten nach Oldenburg aus. Die Originale, die sie mitbrachten, werden am Beginn des Grönlandfilms gezeigt. Die Nachkommen des Künstlers werden bei der Erstaufführung dieses Films anwesend sein.

Thomas Husmann
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2104

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