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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Piraten stürmen bei der Schiffergesellschaft den Saal

09.03.2015

Oldenburg Die Tradition wird hoch gehalten beim Vorstand der Oldenburgischen Schiffergesellschaft – aber „Tradition bewahren heißt nicht Stillstand“, betonte der Vorsitzende Erich Lechner.

Deshalb hatte die OSGO bei ihrer Collatie am Freitag erstmals auf den üblichen Vortrag über ein maritimes Thema verzichtet, um eine neue Art von Programm auszuprobieren. In Zusammenarbeit mit der Kulturetage entstand die Idee eines Abends, der auf den Gedichten und Geschichten von Fritz Graßhoff beruht. Als Künstler bearbeitete er viele Themen und Formen. Zu dem von ihm gestalteten Gemischtwarenladen hatte er auch seine eigene Einschätzung: „Ich produzierte Gebrauchsware und Unnützes. Zum Unnützen gehören die Künste. Ihnen gehört meine ganze Liebe. Handel, Kriege, Jägerei, das ganze Gehampel um Macht, Profit und Geltung zähle ich zum Lebensunfug.“

Zum „Lebensunfug“ zählten Lieder und Gedichte über Seeleute und Piraten, insbesondere in seinem Werk „Seeräuber Report“. Das Theater k der Kulturetage lässt in seiner aktuellen Produktion ‚Im Haifischbecken‘ Graßhoffs Seeräuber verteufelt lebendig erscheinen. Uwe Bergeest, Insina Lüschen, Lothar Schneider und Franziska Vrondlik haben unter der Regie von Bernt Wach Auszüge aus dieser Produktion speziell für die Schiffergesellschaft aufbereitet. Mit verflucht herrlichen Liedern und Texten, mit Musik, faustdicker Frechheit und Komik erinnerten sie bei der Collatie an berühmt berüchtigte Gestalten wie Klaus Störtebecker, Kapitän Blackbeard oder Zheng Yisao, eine chinesische Piratin, der Graßhoff unter dem Namen Frau Shang ein Lied widmete. Am Anfang des Abends stand allerdings die Oldenburger Beteiligung am Seeräuberunwesen. Graf Konrad von Oldenburg gewährte im 14. Jahrhundert den Vitalienbrüdern nach ihrer Vertreibung aus der Ostsee Unterschlupf und hat sich wohl auch selbst als Pirat betätigt. Besonders dreist trieb es aber im 15. Jahrhundert Graf Gerd von Oldenburg, der sich als Seeräuber die Hansestädte Bremen und Hamburg zu Feinden machte. Die unrühmliche Geschichte – ‚Der Fluch der Hunte‘ – setzte sich mindestens bis zum Grafen Johann VII fort, zu einer Zeit als die Oldenburgische Schiffergesellschaft (1574) gegründet wurde.

Der gelungene Auftritt des Theaters k machte dem Vorstand der Schiffergesellschaft Mut, auch in Zukunft Neues auszuprobieren. Der Herrenabend im Herbst wird aber ganz traditionell verlaufen: mit einem Vortrag über die Evakuierung von Kreuzfahrtschiffen.

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