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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Karneval: Plötzlich Prinzessin im Niemandsland

03.11.2016

Stadtnorden Der „Hanfred-Poppe-Weg“ in Bürgerfelde – na, das wäre doch mal was! Geert Haase, seines Zeichens Präsident des Karnevalvereins Blau-Rot Oldenburg und selbst aus Dietrichsfeld, könnte sich eine Straßenumbenennung dieser Art „sehr gut vorstellen“, wie er behauptet. Dass es sich beim potenziellen Namensgeber um Oldenburgs einzig wahren und vor allem einzigen Karnevalsprinzen handelt – okay, irgendwas ist ja immer ...

Sei’s drum. Karneval in dieser Stadt als „stiefmütterlich behandelt“ zu deklarieren, würde dem Ereignis kaum gerecht. Tatsächlich sind nur 0,01 Prozent aller Bürger Oldenburgs dem Karneval aktiv oder passiv verbunden. „22 Mitglieder haben wir“, meint Haase, „davon sind aber nur neun wirklich bei der Sache.“

Poppe – besser bekannt als „Hanfred I.“ – scheint das nicht zu interessieren. Er zieht sein Ding hemmungslos durch, geht in seine 18. Session als Karnevalsprinz. Mehr hat hier keiner im Lebenslauf verzeichnet, mehr will in dieser Stadt aber offenbar auch niemand. Und weniger ebenso wenig. „Also wenn wir Hanfred nicht hätten...“, so Haase vielsagend. „Ich habe halt einen Knall“, verteidigt sich da der 63-Jährige mit dem zumindest hier wohl einzig akzeptierten Argument. Anders ist kaum zu erklären, dass er und die wackeren acht Mitstreiter Jahr für Jahr durch Oldenburg schreiten und die ganze Stadt „helau-isieren“.

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Und jetzt bekommt er auch noch eine lautstarke Unterstützung hinzu. Denn die Ofenerdiekerin Erika Kräge (54) wird nicht nur gemeinsam mit ihm am närrischen Freitag – dem „Elften im Elften“ – das Rathaus stürmen, sondern dazu auch noch singen. Ob mit oder ohne ihn, ist ihr schnurz. „Karneval ist halt mein Leben!“, sagt sie, richtet ihr reich geschmücktes Dekolleté und grinst wieder zum Kompagnon hinüber. Der ruckelt kurz am Krönchen seiner neuen Prinzessin Erika und bekräftigt, wie er sich schon auf die nächsten Wochenenden freue. Ab Samstag sind die beiden schließlich in ganz Niedersachsen und Bremen unterwegs, vertreten Oldenburg dort als karnevalistische Tiefburg bei den einschlägigen Veranstaltungen.

Plötzlich Prinzessin im Niemandsland? „Das ist kein Problem, ich habe genug Humor dafür“, sagt sie – gefragt nach etwaiger Scham, wenn Oldenburger schräg von der Seite gucken. „Meine Freundinnen finden es toll“, weiß Erika, „sie würden es sich angeblich nicht trauen.“

Dabei ist die Ofenerdiekerin keine Anfängerin im Geschäft. 1988, zwei Jahre nach der Gründung von Blau-Rot, führte sie schon einmal das Regiment – weil sie damals dem gewitzten Vorstand auf den Leim gegangen war. „Mir wurde gesagt, ich würde eine tolle Prinzessin abgeben“, erinnert sie sich. Als sie derart umschmeichelt zusagte, sollte sie dann aber bitt’schön ihren Mann als künftigen Karnevalsprinzen gleich mitbringen. Den gab es vorher nämlich auch nicht ...

Alles verziehen und vergessen. Nach knapp 25 Jahren ohne Karneval sei sie nun „übervoll“ mit Vorfreude auf die Session, auf Humbatäterä und wilde Schunkelei. Das muss jetzt natürlich auch alles raus. Oldenburg kann sich also auf etwas gefasst machen!

Einen ersten Eindruck ihrer Stimmgewalt hat sie schon beim 32. Schlagerwettbewerb des Karneval-Verbands Niedersachsen – hier sind über 100 Vereine mit 10 000 Karnevalisten organisiert – hinterlassen. Dort sicherte sich die Hobbysängerin den 6. Platz. Zugegeben, in ihrer Kategorie hatten bloß acht Konkurrenten teilgenommen. Aber erstens waren das Profis und zweitens ist’s Spaß, wenn man es trotzdem macht. Helau!

Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
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