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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Literatur: Poeten geistern durchs Museum

07.12.2015

Oldenburg Der Parkettboden knirscht und es riecht nach altem Holz. Fremde, in dicke Rahmen gesperrte Gesichter starren von den Wänden her in den Raum hinein. Ein Klavier steht in der Ecke, als sei es lange nicht mehr genutzt worden. Das Licht geht aus. Nur ein paar Kerzen leuchten auf den massiven Kommoden, und das Gesicht des Vorlesers liegt nun im warmen Licht seiner Lampe.

Gruselige Geschichten, gruselig-lustige Geschichten, und gar eklige Gruselgeschichten brachten am Freitagabend etwa 50 Literaturliebhaber ins Horst-Janssen- Museum mit. Im Rahmen des Lektüre-Abends „Lichtenstein liest Schauriges“, inszenierten die Schauspieler Thomas Lichtenstein und Pirmin Sedlmeir vom Staatstheater die Mitbringsel des Publikums. „Lichtenstein liest“ ist eine interaktive Lektüre-Veranstaltung des Staatstheaters, bei der das Publikum den Lesestoff bestimmt. Anlässlich der aktuellen Ausstellung „Die Geister, die sie riefen“ mit Werken der Künstler Johann Heinrich Füssli und Horst Janssen, fand der Abend dieses Mal im Museum statt.

Manch einer kennt die Geschichte vom spukenden Grafen noch aus dem Zeltlager. „Es ist Mitternacht“, liest Lichtenstein, „der Diener liegt im Bett und hört ein leises „dock, dock“. Das Geräusch kommt näher. Ein Kichern geht durch die Reihen. „Wo ist mein Silberbein?“, liest er weiter und die Augen des Publikums kleben an seinen Lippen. Als er plötzlich laut „Da!“ ruft, zucken alle kreischend zusammen.

Ursula Schmidt ist begeistert: „Das sind tolle Vorleser. Die Geschichte mit dem Silberbein war besonders gruselig.“ Die Geschichten seien wirklich gut rübergekommen, fand Birgit Eilers: „Die Atmosphäre war einfach super und überhaupt war es ein ganz wunderbarer Abend.“ Auch die Vielfalt der Geschichten war aufgefallen: „Es ging einmal quer durch die Literatur. Da war alles dabei“, sagt Fanny Lichtenstein.

Als kleine Überraschungseinlage liest Johannes Lange, ebenfalls Schauspieler des Staatstheaters, schließlich noch „Der Rabe“ von Edgar Allan Poe. Das Licht wirft Schatten in sein Gesicht. Mit einem nervtötenden Geräusch ächzt er einen Raben nach und sorgt allein damit für Gänsehautstimmung; das Publikum ist überwältigt. Das Märchen vom eigensinnigen Kind der Brüder Grimm und „Der Knabe im Moor“, einer Geschichte aus dem Jahr 1842, lassen den Raum wahrhaftig erkalten. Gruselige Kindervorstellungen vom Sandmann, die Tricks eines leidenschaftlichen Amateurmörders oder Loriots groteskes Gedicht „Advent Advent“ belustigen die Zuhörer.

Die Erzählung eines Mädchens über ihre Folter hingegen, grenzt, den Gesichtszügen des Publikums nach zu urteilen, schon an eine echte Horrorvorstellung. Die Germanistikstudenten allerdings, freuten sich: Über die Inszenierung des Erlkönigs von Goethe.

Nina Janssen Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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