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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Präparierte Luftballons schaffen Klangvielfalt

08.05.2014

Oldenburg Es quietscht gewaltig, es rauscht, knackt und rumort, wenn mit Fingern, Stäbchen oder Schwämmen über Luftballons gestrichen wird. Dass sich diese hervorragend als Musikinstrumente eignen, ist nun nicht mehr zu bezweifeln.

„Junge Wilde“ waren für das Konzert des Oh-ton-ensembles (Flöte: Keiko Murakami, Saxophon: Mark-Lorenz Kysela, E-Gitarre: Steffen Ahrens, Klavier: Thomas Hell, Schlagzeug: Michael Pattmann, Violoncello: Marie Schmit) am Dienstagabend im Schlosssaal angekündigt. Sie stellten sich im Programm dem Vergleich mit arrivierten Komponisten. Zu Letzteren zählt auch Michael Maierhof. Dessen „shopping 4“ (2005/06) für drei Spieler auf mit Klebeband präparierten Luftballons verfehlte seinen Effekt nicht, sorgte vor allem für Erstaunen ob der Klangvielfalt. Und es ist ein Wunder, dass bei dem Kratzen, Drücken und Streichen keiner der fragilen Hohlkörper geplatzt ist.

Ganz anders sah es in Brigitta Muntendorfs „Rundumschlag“ (2012) aus. Die Weihnachtskugeln hielten dem Druck beim Aufprall auf den Boden selbstverständlich nicht stand. Muntendorf inszeniert in ihrer Komposition das „Runde“ mit ganz eigener Theatralik, spielt dabei mit den Hörerwartungen des Publikums. Das Aufprallen zunächst unscheinbarer (Alltags-)Gegenstände, wie Weihnachtskugeln und Gummibällen, kann, so die Komponistin, „eine Reihe falscher Musik auslösen“. Unterhaltsames Chaos entsteht hierbei mit einer ihm eigenen Dynamik und Komik, wie die Musiker technisch absolut souverän demonstrierten.

Für weitere überraschende Klangeindrücke sorgte Simon Steen-Andersens „Study for String Instrument #3“ (2011) in einer Version für Violoncello und E-Gitarre, jeweils mit Tape präpariert und präpariertem Bogen gespielt, und Karin Haußmanns „I undouble undouble undouble“ (1998/2003) für Saxophon, Schlagzeug und Klavier. Daniele Bravis „Metempsicosi“ (2006) für Flöte wurde an diesem Abend von Keiko Murakami in Deutschland uraufgeführt. Der aktuellste Programmpunkt stammte von Jagyeong Ryu, deren „In die Stille der bewegten Lichtfragmente“ (2013/14) als Kompositionsauftrag der Stadt Oldenburg entstanden ist und vom Ensemble mit viel Verve und Gespür für Feinheiten interpretiert wurde.