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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

MUSIK: Religiöse Meditation und grotesker Rausschmeißer

15.05.2007

OLDENBURG Rossini, Gubaidulina, Mozart, Scrjabin und Jolivet – gäbe es einen Preis für originelle, ausgefallene, intelligente Programme, die Kammersolisten des Oldenburgischen Staatsorchesters könnten dafür berechtigte Anwartschaft reklamieren.

Vergleichsweise konventionell, dabei technisch anspruchsvoll und virtuos in seinem klassischen konzertanten Stil, changierend zwischen düster und lyrisch- freundlich im langsamen Satz, gab sich Rossinis 3. Sonata C-Dur zu Beginn, vom Ensemble mit Ulrike Böhmer (Violine), Jessica Syfuß (Viola), Volkmar Stickan (Cello) und Michael Hagemeister (Kontrabass) lebendig und konzentriert musiziert.

Mit Sofia Gubaidulinas Meditation über „Vor deinen Thron tret’ ich hiermit“, die Melodie aus Bachs Choralvorspiel BWV 663, gab es einen weiteren Beitrag, Werke der russischen Komponistin mit ihren religiösen Aspekten in Oldenburg vorzustellen (siehe auch 1. Kammerkonzert im Oktober 2006).

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Dissonierendes schwirrendes Linienspiel und expressive Valeurs, oft zur Geste verdichtet, ehernes Ostinato und spiralförmig „hochgeschraubte“ Bewegung, Glissando-Flageoletts und anderes spiel- und klangtechnisches Vokabular, teils verfremdetes, teils präzises Zitat bestimmen den mystischen und bedeutungsträchtigen „Klangraum“ des Werkes für Cembalo und Streicher (1993).

Verständnishalber wurde es – mit höchstem Einsatz und Fingerspitzengefühl – zweimal gespielt (2. Violine: Astrid Heinemann). Jason Weaver war der behutsam leitende Solist am Cembalo; Michael Hagemeister betätigte sich zwischendurch als wegweisender Moderator.

Mozarts Adagio und Fuge c-Moll, in seinem tiefernsten ersten Teil fast ein Nachklang zu Gubaidulina, leitete über zu Michael Hagemeisters achtunggebietendem Scrjabin-Experiment, reizvoll und Wagnis zugleich. Scrjabins exquisite Klangwelt seiner Préludes für Streichquintett zu bearbeiten, zeigte einerseits, dass der Klang-Sensualismus des Klavier-Originals nicht der des Streichquintetts ist, andererseits, dass den Miniaturen, den eher kantablen zumal, eine Dimension des lyrischen Ausdrucks zuwächst, die man nicht ahnte. Vor allem, wenn so sensibel gespielt wird wie hier.

Jolivets Petite Suite (Schlagzeug: Andreas Heuwagen), in der Kaffeehaus-Sentiment und Groteske, Geschwindmarsch und verfremdeter Contredanse nebeneinander stehen, war als erheiternder Rausschmeißer unbezahlbar.

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