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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Renoviertes „Muvi“ ist ganz großes Kino

26.09.2015

Oldenburg Marion Fittje nimmt im frisch renovierten Kinosaal in der Kulturetage Platz. Probesitzen im „Muvi“ – so heißt das Filmtheater jetzt. Alles riecht neu. Die Cine k-Geschäftsführerin sitzt in einem bequemen Sessel, ihre Schulter ruht auf der Rückenlehne, die sanft nach hinten nachgibt. Eine Stuhlreihe über ihr bringt Michael Olsen die letzten der 42 neuen Sessel in Position, dann ist alles fertig im neuesten Wohlfühlkino der Stadt. Zur Wiedereröffnung nach dem im August begonnenen Umbau flimmert der israelische Streifen „Am Ende ein Fest“ über die Leinwand. Beide Vorstellungen am Donnerstagabend waren ausverkauft. „Ein perfekter Start“, freut sich Marion Fittje.

Die erste Feuertaufe hat das sanierte Cine k schon in der vorigen Woche beim Internationalen Filmfest bestanden – da äußerte sich Hollywood-Ikone Joanna Cassidy begeistert über das Oldenburger Kino-Kleinod.

Zweiter Saal

Die neuen Sessel sind mit klassisch-knalligem operaroten Stoff bezogen. „Wir haben über die Farbe via Facebook und im Freundeskreis abstimmen lassen“, berichtet die Geschäftsführerin. Vorm Umbau waren immer zwei Reihen auf gleicher Höhe – jetzt sind die Reihen durch Stufen so angeordnet, dass auf allen Plätzen gute Sicht auf die Leinwand gewährleistet ist. Zudem sorgt ein vergrößerter Reihenabstand für mehr Beinfreiheit.

Einziger Wermutstropfen: Dem verbesserten Komfort mussten 13 Sitzplätze weichen. Allerdings sollen voraussichtlich ab Dezember auch im grundsanierten Theaterraum, dem „Studio“, Filme gezeigt werden. „Dort werden etwa 80 Plätze zur Verfügung stehen“, blickt Marion Fittje voraus.

Für jeden „Muvi“-Sessel konnte eine Patenschaft vergeben werden. Durch diese und weitere Aktionen hat der Förderkreis insgesamt 30 000 Euro zur Finanzierung des Umbaus beigetragen. Für das Projekt waren 130 000 Euro veranschlagt – 50 000 Euro zahlt die Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen Nordmedia als Zuschuss, 18 000 Euro kommen von der Filmförderungsanstalt Berlin. Den Rest trägt die von Marion Fittje und Wolfgang Bruch geleitete Cine k GbR. „Dieses Risiko müssen wir eingehen“, ist Fittje überzeugt.

Filmkunst seit 2002 – Schule ins Kino

Das Cine k hat im Bahnhofsviertel 2002 den Betrieb aufgenommen. In Kooperation mit der Kulturetage realisierte das Medienbüro Oldenburg hier den Traum vom eigenen Kino. Anfang 2013 übernahm die Cine k GbR unter der Leitung von Marion Fittje und Wolfgang Bruch die Regie.

Das Angebot „Schule ins Kino“ ergänzt den Schulunterricht. Aktuell wurde mit der Graf-Anton-Günther-Schule, die in diesem Jahr in Oldenburg den „Erinnerungsgang“ organisiert, ein passendes Filmprogramm zusammengestellt, das in den nächsten Wochen gezeigt wird.

Mit der bisherigen Auslastung sei man zwar „zufrieden“ gewesen, doch jetzt sei es an der Zeit, weitere Publikumsschichten zu gewinnen und möglichst oft für ein ausverkauftes Haus zu sorgen. Wenn in solchen Fällen früher die Luft mitunter stickig wurde, sorgt jetzt eine Klimaanlage für angenehme Temperaturen. Die Wände sind nun schallisoliert: Geräusche aus dem benachbarten – und ebenfalls renovierten – Foyer mit einladender Gastronomie stören fortan nicht mehr den Filmgenuss. Der ist jetzt in höchster Qualität zu erleben: „Wir sind auf dem neuesten Stand der Digitaltechnik“, sagt Marion Fittje. „Wir können über unseren Server von jedem Filmverleiher beliefert werden.“ Im Kinosaal ist die räumliche Komponente des Klangs noch klarer wahrnehmbar.

Kino für alle Ohren

Moderne LED-Beleuchtung, die an die Filmtechnik gekoppelt ist, setzt den Raum in Szene: So wird das Licht bei Vorfilmen automatisch gedimmt. Wenn der Hauptfilm beginnt, erlischt es ganz. „Vorher mussten wir das per Hand machen“, schildert die Kino-Leiterin. Handarbeit ist jetzt nur noch gefragt, wenn der rote Vorhang vor der Leinwand bewegt werden muss.

Ein uneingeschränktes Kinoerlebnis ist nun auch für Hörgeschädigte möglich. So ist der „Muvi“-Saal mit einem neu entwickelten Connect-System des Kopfhörerherstellers Sennheiser ausgestattet. „Mit einer App können sich die Besucher im Kinosaal mit dem WLAN-Netz verbinden und Zugriff auf zusätzliche Tonspuren zur Hörunterstützung erhalten. Auch Mehrsprachigkeit ist möglich“, erklärt Marion Fittje.

Am Profil soll sich grundsätzlich nichts ändern: „Bei uns gibt es weiterhin Filme jenseits des Mainstreams zu entdecken, die über die bekannten Erzählmuster der kommerziellen Produktionen weit hinausgehen“, so Fittje.

Für die 53-Jährige ist der Job als Kino-Leiterin die schönste Aufgabe, die sie sich vorstellen kann – erst recht im neuen Ambiente: „Ich möchte nichts anderes mehr machen.“


Mehr Infos unter   www.cine-k.de